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Urner Lehrbetriebe buhlen um Jugendliche

358 Urner Jugendliche haben die obligatorische Schulzeit abgeschlossen. Rund ein Fünftel davon besucht nun eine allgemeinbildende Schule; die grosse Mehrheit wird im August 2019 in eine berufliche Grundbildung (Lehre) eintreten.
Sie haben es geschafft. Lisa Herger, Jara Bissig und Jasmin Gongouch (von links) machen an der Lehrabschlussfeier ein Selfie. (Bild Urs Hanhart, Juli 2019)

Sie haben es geschafft. Lisa Herger, Jara Bissig und Jasmin Gongouch (von links) machen an der Lehrabschlussfeier ein Selfie. (Bild Urs Hanhart, Juli 2019)

(pd/MZ) Für die Jugendlichen im Kanton Uri hat sich die Situation auf dem Lehrstellenmarkt nochmals positiv entwickelt. Noch einen Monat vor Lehrbeginn können die wenigen Lehrstellensuchenden aus einer Vielzahl offener Lehrstellen in unterschiedlichen Berufen aussuchen. Dies hält die Bildungs- und Kulturdirektion in einer am Dienstag veröffentlichten Mitteilung fest.

Grund dafür ist, dass auf der einen Seite kleinere Jahrgänge die obligatorische Schulzeit abschliessen und auf der anderen Seite ähnlich viele Lehrstellen wie in früheren Jahren angeboten werden. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den Zahlen der diesjährigen Erhebung zum Ende der Schulzeit, welche die Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung des Kantons Uri durchgeführt hat: 94 Prozent der Urner Jugendlichen, die aktuell die obligatorische Schulzeit beendet haben, fanden eine direkte Anschlusslösung auf Sekundarstufe II. Sie treten in eine berufliche Grundbildung oder eine allgemeinbildende Schule (Gymnasium oder Fachmittelschule) über.

Im Vergleich zum Vorjahr noch einmal gesunken, und zwar um 1 Prozentpunkt auf 5 Prozent, ist die Zahl jener, die ein Brückenangebot oder eine andere Zwischenlösung (Sozialjahr, Sprachaufenthalt) besuchen. Der schweizerische Vergleichswert liegt bei durchschnittlich rund 20 Prozent. Somit ist die direkte Übertrittquote in Uri unverändert auf einem Rekordhoch.

Frühe Lehrstellenzusage: Quote steigt deutlich

Die für die Jugendlichen und ihre Eltern erfreuliche Entwicklung bereitet den Lehrbetrieben indes zunehmend Sorge. Diesen Sommer konnten in Uri rund 75 Lehrstellen (2018: 50) nicht besetzt werden. Darum gehen immer mehr Betriebe früher auf Lehrlingssuche. Sie schreiben die Lehrstellen früher aus oder bieten schon in den Schnupperwochen eine Lehrstelle an. Haben im vergangenen Jahr noch rund 27 Prozent der Jugendlichen ihre Lehrstellenzusage bereits in der 2. Oberstufe erhalten, so liegt die Quote heuer bereits bei 37 Prozent.

Die negativen Begleiterscheinungen dieser Entwicklung sind vielfältig. «Wenn Jugendliche bereits in der ersten Schnupperlehre der 2. Oberstufe eine mündliche Zusage erhalten, werden sie sich nicht mehr mit anderen Berufen befassen», heisst es in der Mitteilung. Der Berufswahlprozess ende vorzeitig, und die Auseinandersetzung mit mehreren Berufen finde nicht statt. Immer wieder kommt es dann zu Fällen, in denen Jugendliche wenige Wochen nach dem Einstieg ihre Lehre abbrechen.

Die Ursache dafür kann in einer (zu) frühen Lehrstellenvergabe liegen. «Berufswahlprozess und Lehrlingsselektion sind aufwändige Vorgänge, für die die Schülerinnen und Schüler und auch die Lehrbetriebe ausreichend Zeit investieren sollten», wird in der Mitteilung geraten. Die Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung des Kantons Uri will ihre Anstrengungen in diesem Bereich gemeinsam mit Wirtschaft Uri weiterführen.

Die detaillierte Auswertung der Erhebung zum Ende der Schulzeit findet sich im Internet, und zwar unter www.ur.ch/berufsberatung.

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