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URNER MEDIENPREIS: Jury verleiht Preise für bodenständige Storys

Ein Geissenzüchter, die kurvenreiche Strasse ins Isental und eine deutsche Älplerin: Das ist der Stoff für ausgezeichnete Geschichten.
Der Luzerner Journalist Robert Bossart wurde mit dem Hauptpreis geehrt. (Bild: Markus Zwyssig)

Der Luzerner Journalist Robert Bossart wurde mit dem Hauptpreis geehrt. (Bild: Markus Zwyssig)

Die Genossenschaft Pro Journalismus Uri lüftete am späten Mittwochabend das Geheimnis um den Medienpreis 2015. Der Hauptpreis ging an Robert Bossart. Er erhält die mit 3000 Franken dotierte Auszeichnung für «Hier darf gemeckert werden». Das Interview mit Geissenzüchter Wendelin Loretz und seiner Frau Marianne ist in der «Zentralschweiz am Sonntag» erschienen. Es sei eine Geschichte über innovatives Bauern und über die Angst vor dem Wolf, der auch in der Nähe ihrer Geissen auftauchen könne, so Jury-Mitglied Othmar Kempf. «Vielleicht ist er auf seiner Wanderung vom Bündnerland nach Gitschenen und Emmetten nicht weit an ihnen vorbei geschlichen», so Kempf. Der Autor erzähle seine Geschichte über den Geissenzüchter, der auch Gemeindepräsident sei, spannend, originell und mit Augenzwinkern. Robert Bossart freute sich sehr über den Preis. «Das ist eine Anerkennung für meine Arbeit», sagte er. «Der Preis gibt Mumm, weiterzumachen.»

«Nicht Exoten, sondern Gastgeber»

Der zweite Preis ging an Erich Aschwanden. «Wenn schon die Anfahrt Panikattacken verursacht», hat er für die «Neue Zürcher Zeitung» über die Fahrt ins Isental geschrieben. Viele Besucher kommen von weit her. «Mehr als 90 Prozent der Gäste haben das Isenthaler Hotel Urirotstock im Internet entdeckt», so Kempf. Der Journalist beschreibe in der NZZ facettenreich, einfühlsam und gut bebildert. Er mache dies schlicht und einfach unterhaltsam und mit einmal einem anderen Blick auf den Kanton Uri und seine versteckten Winkel. «Für einmal sind die Urner und in dem Fall die Isenthaler nicht die Exoten, sondern Gastgeber, die in der Lage sind, ein Erlebnis anzubieten.»

Ein besonderer Alpsommer

Den dritten Platz holte sich Bruno Arnold, Redaktionsleiter dieser Zeitung. «Choogen ä gleerigi Diitschi!» heisst sein Porträt über Lydia Weissschuh. Die 20-jährige Psychologiestudentin verbrachte einen Alpsommer auf Wannelen bei der Familie Muheim. Die Geschichte sei herzerfrischend. Sie zeige das eindrückliche Bild eines Alpsommers und seiner Bewohner im Kleinraum einer Alp. Der Bericht sei sympathisch bildhaft und verständlich geschrieben – und zwar von einem bodenständigen Urner in einem Urner Medium.
Der Urner Medienpreis wird seit 2007 jährlich von der Genossenschaft Pro Journalismus Uri verliehen; gestern Abend war dies zum achten Mal der Fall. Anschliessend hatte Hazel Brugger das Wort. Die Schweizer Meisterin im Poetry-Slam unterhielt das Publikum mit ihren bitterbösen Geschichten, provozierte und brachte es zum Lachen.

Markus Zwyssig

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