Urner Obergericht weist zwei Beschwerden gegen die West-Ost-Verbindung ab

Zwei Schattdorfer Unternehmer blitzen mit ihren Verwaltungsgerichtsbeschwerden gegen die geplante West-Ost-Verbindung ab.

Markus Zwyssig
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Der im Zusammenhang mit der neuen West-Ost-Verbindung geplante Knoten Schächen gibt in Schattdorf zu reden.

Der im Zusammenhang mit der neuen West-Ost-Verbindung geplante Knoten Schächen gibt in Schattdorf zu reden.

Visualisierung: PD

Gegen die neue West-Ost-Verbindung (WOV) sind beim Urner Obergericht insgesamt sechs Beschwerden eingegangen. Davon sind noch deren vier offen. Die Beschwerden zweier Schattdorfer Unternehmer hat das Urner Obergericht abgelehnt, wie aus dem Urteil hervorgeht, welches am Mittwoch den Medien zur Einsicht vorgelegt wurde. Der eine Unternehmer ist im Autogewerbe, der andere im Metallbau tätig.

Beschwerdeführerinnen befürchten eine «Stresskreuzung»

Stein des Anstosses ist der beim Knoten Schächen geplante Kreisel mit drei Anschlüssen. An diesen wird die Gotthardstrasse gegen Süden in Richtung der Gewerbeliegenschaften der Beschwerdeführer nicht direkt angeschlossen. Vielmehr führe die Fahrt über die Dorf- und die Adlergartenstrasse. Zudem wird die Gotthardstrasse von einer Hauptstrasse zu einer Quartiersammelstrasse herabgestuft. Es sei mit Wartezeiten und gefährlichen Fahrmanövern zu rechnen, kritisieren die Beschwerdeführer. Die vorgesehene Einmündung verkomme zu einer eigentlichen «Stresskreuzung». Davon seien die beiden Unternehmer erheblich betroffen. Die Angestellten müssten den Knoten täglich über 50 Mal befahren, Kunden und Lieferanten erhebliche Zeitverluste in Kauf nehmen. Das Unternehmen im Autogewerbe befürchtet zudem, nicht mehr als A-Händlerin sondern als B- oder C-Händlerin eingestuft zu werden, was mit gewichtigen wirtschaftlichen Einbussen verbunden wäre.

In seinem Urteil kommt die höchste Urner Gerichtsinstanz zum Schluss, die beiden Unternehmer könnten in ihren Einsprachen zum aufgelegten Strassenprojekt weder bei der Erschliessung mit Lastwagen noch bei den Beeinträchtigungen der Mitarbeiter oder Kunden eine besondere Betroffenheit glaubhaft machen. Damit seien sie nicht zu einer Einsprache legitimiert. Der Regierungsrat als Vorinstanz sei zu Recht nicht auf die Einsprache eingetreten. Das Obergericht spricht sich dafür aus, die Verwaltungsgerichtsbeschwerde abzuweisen. Beide Beschwerdeführer müssen die amtlichen Kosten von je 2275 Franken zahlen.

Beide Unternehmen haben bereits zu einem früheren Zeitpunkt eine Verwaltungsgerichtsbeschwerde gemacht. Damals mit Erfolg, der Regierungsrat musste die Sache neu beurteilen. Nach ergänzenden Abklärungen trat er dennoch nicht auf die Einsprachen ein.

Hauptverkehr soll über die West-Ost-Verbindung führen

Der Regierungsrat als Vorinstanz führte im angefochtenen Beschluss aus, die ergänzenden Abklärungen hätten ergeben, dass die Erschliessung von Norden her selbst mit grossen Lastwagen gewährleistet sei. Die Strecke über den Knoten Schächen von der Ausfahrt Dorfstrasse in die Gotthardstrasse und umgekehrt bleibe mit der grössten anzunehmenden Fahrzeugkategorie befahrbar. Im Urteil wird aber auch festgehalten, dass der Hauptverkehr nicht über die südliche Gotthardstrasse und die Dorfstrasse führe, sondern über die geplante Verbindungsstrasse und die nördliche Gotthardstrasse geleitet werde. «Dies gehört zum Konzept des geplanten Projekts, soll doch der Durchgangsverkehr durch die Gemeinde Schattdorf reduziert werden.»

Südliche Erschliessung wird verbessert

Gemäss Obergericht legen die beiden Beschwerdeführerinnen nicht dar, wie viele der monatlichen Lastwagenfahrten heute auf die nördliche Erschliessung entfallen und mit wie vielen sie nach Realisierung des Halbanschlusses noch rechnen. Das Obergericht hält im Urteil fest, dass einerseits die Zulieferung mit Lastwagen von Norden her weiterhin gut möglich sei. Andererseits sinke durch die Verbesserung der südlichen Erschliessung die Bedeutung der Zufahrt von Norden her.

«Auch für Mitarbeiter und Kunden gilt, dass nebst den Zufahrten von Norden her auch die Anfahrt von Süden her offen steht», so das Obergericht. Für den im Autogewerbe tätigen Unternehmer sei, was bestehende Kunden betrifft oder Kunden, die speziell einen Markenhändler suchen würden, durch die neue Knotengestaltung kaum eine Beeinträchtigung oder ein Rückgang zu erwarten. Die geltend gemachten Beeinträchtigungen seien insgesamt zu gering. Eine besondere Betroffenheit der Beschwerdeführerin ergebe sich daraus nicht.