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Schädlinge führen zu Heu-Ausfällen: Urner Oberland beklagt grosse Schäden

In Gurtnellen und Wassen droht wegen Engerlingen kein Gras mehr zu wachsen. Betroffene hoffen nun auf den Kanton.
Robi Kuster
In Gurtnellen fiel augenscheinlich viel Ackerland den Engerlingen zum Opfer. (Bild: Robi Kuster)

In Gurtnellen fiel augenscheinlich viel Ackerland den Engerlingen zum Opfer. (Bild: Robi Kuster)

Die Anzeichen sind augenfällig: Vom Felliberg aus bekommt man eine Ahnung vom Ausmass der betroffenen Flächen. Obwohl die Engerlinge nur bis zu einer bestimmten Höhe über Gurtnellen Dorf und Wassen Überhand genommen haben, sind doch zehn Betriebe mit je 5 Hektaren betroffen, wo kein Gras mehr wächst. Die Landwirte schätzen, dass der Verlust an Heuvorrat um die 50'000 Franken beträgt. Das ist viel für Betriebe, die ums Überleben kämpfen müssen, vor allem da sie keine Entschädigungen erwarten können.

Es ist ein trauriger Anblick. An gewissen Stellen wurden bis zu 90 Engerlinge in einem Quadratmeter gezählt. Der Grund für das massive Auftreten der Schädlinge ist nicht bekannt. Möglicherweise waren die Sommer 2018 und 2019 zu trocken oder die Klimaerwärmung zu stark. Zumindest seien früher Maikäfer nur in tieferen Regionen vorgekommen, heisst es seitens der Bauern.

Boden wurde ohne Erfolg geimpft

Schon in früheren Jahren gab es Engerlingsplagen. Zur Dezimierung beruft man sich heute auf verschiedene Methoden. Der Boden wird mit dem Pilz «Beauveria brongniartii» geimpft. Dazu müssen im Frühling speziell präparierte Gerstenkörner in den Boden eingedrillt werden. Um Erfolg zu haben, braucht es aber ausreichend Feuchtigkeit, die wohl in den vergangenen beiden Jahren fehlte. Denn im Frühling wurden die stark befallenen Parzellen in Gurtnellen und Wassen geimpft – ohne sichtbaren Erfolg. Eine zweite Möglichkeit besteht mit einer Übersaat. Auch sie wurde angewendet und brachte keine Verbesserung. Sinn macht diese Bekämpfungsart vor allem bei kleineren Schäden. Eine Neusaat muss Ende August im Hauptschadensjahr erfolgen. Auch eine intensive Beweidung ist nicht möglich, da grosse Flächen nur noch Humus sind und drohen, weggeschwemmt zu werden, sollte es stark regnen.

Nächstes Jahr soll es wieder besser aussehen

Die Heustöcke sind nur zur Hälfte gefüllt und das Herbstgras zum Weiden fehlt. Die Betroffenen erwarten vom Kanton eine Beratung zur Verbesserung der Lage, um wenigstens 2020 wieder etwas Futter für die Tiere zu haben. Höher gelegenen Gebiete und die gegenüberliegende Talseite von Gurtnellen und Wassen sind weniger stark betroffen. Wenn aber befallene und steile Wiesenstücke Mitte August nicht mehr ergrünen, muss etwas unternommen werden. Ansonsten besteht die Gefahr, dass sie bei starkem Regen erodieren.

Kanton unterstützt nur die Bekämpfung

(MZ) Offensichtlich entsprachen seit dem Frühjahr 2018 die Bedingungen bei der Eiablage und der nachfolgenden Entwicklung den Ansprüchen des Maikäfers. Das erklärt Daniel Furrer vom Amt für Landwirtschaft auf Anfrage. Daher sei nun eine starke Vermehrung festzustellen. Der Entwicklungszyklus des Maikäfers umfasst drei Jahre, das letzte Flugjahr war 2018, das nächste 2021. Die Schäden sind vor allem im Jahr nach dem Flug besonders ausgeprägt, weshalb dieses als Hauptschadenjahr bezeichnet wird. Lokal sind im ganzen Kanton bis zu einer Höhenlage von zirka 1200 Meter Parzellen mit vergleichbaren Schäden wie in Wassen und Gurtnellen anzutreffen, namentlich in Silenen, Bristen, Schattdorf, Haldi, Unterschächen, Spiringen, Bürglen, Seelisberg, Isenthal und Attinghausen. Der Kanton unterstützt zur Eindämmung der Schäden vorbeugend die Bekämpfung des Schädlings. Laut Amt für Landwirtschaft sind für Entschädigungszahlungen an Engerlingsschäden im Kantonsbudget keine Mittel vorgesehen.

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