Urner ÖV-Bericht: Regierungsrat fühlt sich bestätigt

Der Bericht zu den ÖV-Verbindungen in die Randregionen löst auch Kritik aus. Der Landrat nahm diesen aber am Mittwoch ohne Wertung zur Kenntnis.

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Ein Postauto fährt auf der Linie Altdorf - Isenthal. (Bild: Philipp Schmidli, 11. März 2017)

Ein Postauto fährt auf der Linie Altdorf - Isenthal. (Bild: Philipp Schmidli, 11. März 2017)

Mit der Eröffnung des Kantonsbahnhofs in Altdorf soll alles besser werden: Dieser soll nicht nur zur Drehscheibe des Urner ÖV werden, sondern auch dafür sorgen, dass die Randregionen besser angebunden werden. So stellt es die Regierung in ihrem entsprechenden Bericht dar, den Peter Tresch (FDP, Göschenen) gefordert hatte. Der Landrat nahm diesen gestern ohne Wertung zur Kenntnis.

Allerdings gab es auch kritische Voten. Etwa von Michael Arnold (CVP, Altdorf). Er stellte in Frage, ob es nötig war, dass die Regierung den Bericht von einem externen Büro erstellen liess. Wie Volkswirtschaftsdirektor Urban Camenzind ausführte, kostete der Bericht 20 000 Franken. Diese Ausgabe müsse man in Relation setzen zu den jährlichen Kosten von 11.6 Millionen Franken für den ÖV. Davon übernimmt der Bund den Löwenanteil, der Kanton steuert rund 2.8 Millionen bei. Zudem sei der Regierung eine Aussensicht wichtig gewesen, so Camenzind. Die Antworten im Bericht seien ausführlicher ausgefallen, als dies der Volkswirtschaftsdirektion möglich gewesen wäre. «Im Bericht wird aufgezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.» Trotzdem ging Camenzind auch mit einigen Landräten einig, dass noch einiges an Optimierungspotenzial vorhanden sei. Man könne nicht erwarten, dass ab 2021 alles perfekt laufe. Um Rückmeldungen sei man froh.

Effizienz kann noch gesteigert werden

Nicht zufrieden gab sich Toni Infanger (SVP, Bauen). Die Einwohnerzahl von rund 160 Personen würde einen ÖV-Anschluss rechtfertigen, glaubt er, die Verantwortlichen seien aber nicht bereit, Hand zu bieten. Als Möglichkeit erwähnte er etwa, den Postautokurs, der das Isenthal bedient, mit einer Schlaufe nach Bauen zu erweitern. «Aber wenn die Verantwortlichen keinen Willen zeigen, kann man das Problem auch nicht lösen», so Infanger. Camenzind erwiderte, man wolle die Anliegen ernst nehmen, aber man brauche dazu auch die richtigen Partner. Dem pflichtete auch Alois Arnold (SVP, Bürglen, 1965) bei: Alles müsse finanzierbar bleiben. Letztlich hänge alles davon ab, ob das Angebot auch genützt werde. Alois Arnold (SVP, Bürglen, 1981) appellierte zudem daran, die Effizienz noch zu steigern. Die Anschlüsse müssten noch besser aufeinander abgestimmt werden.

Auf eine Frage Arnolds hin erläuterte Volkswirtschaftsdirektor Camenzind zudem, dass Doppelstöckerzüge zwar künftig durch den Axen fahren würden, diese aber vor allem auf der Neat-Strecke verkehren würden. Für die Gotthard-Bergstrecke sind die Züge zu hoch. Ausserdem erwähnte er, dass vorerst wohl nicht mehr als sechs Intercity-Züge pro Tag in Uri halten werden.

Die Begeisterung hält sich in Grenzen

Peter Tresch (FDP, Göschenen)war grösstenteils mit der Antwort zu frieden. Er gestand ein, dass man die Wirtschaftlichkeit von Randregionen in Frage stellen könne, appellierte aber daran, sich die Situation des Kantons Uri im Vergleich zur Schweiz vor Augen zu führen. «Die Randregionen sind für Uri etwa so interessant wie der Kanton Uri für die Zürcher». Sylvia Läubli (SP, Erstfeld) hatte beliebt gemacht, den Bericht positiv zur Kenntnis zu nehmen, konnte damit aber nur zehn Landräte hinter sich ziehen.