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Urner präsentieren ihre Prüfungsarbeiten

Im BWZ ging die Ausstellung der Arbeiten der Lehrabschlussprüfung über die Bühne. Eine davon hat unsere Zeitung herausgepickt und mit Alena Planzer über die Besonderheiten der Modeindustrie gesprochen.
Remo Infanger
Alena Planzer präsentiert ihr «Moulure», den Prototyp ihres selbst designten Kleids für die Abschlussarbeit. (Bild: Remo Infanger, Altdorf, 27. Juni 2019)

Alena Planzer präsentiert ihr «Moulure», den Prototyp ihres selbst designten Kleids für die Abschlussarbeit. (Bild: Remo Infanger, Altdorf, 27. Juni 2019)

Vom Automobilfachmann über die Landwirtin bis hin zum Schreiner – 146 Lernende aus 13 verschiedenen Berufen stellten am vergangenen Donnerstag- und Freitagabend ihre Arbeiten der Lehrabschlussprüfungen (LAP) aus. In den Räumlichkeiten des Berufs- und Weiterbildungszentrums (BWZ) Uri nahmen die Besucher die kreativen, funktionalen oder künstlerischen Arbeiten der Abteilung Handwerk/Technik/Gesundheit (HaTeGe) unter die Lupe.

Eine davon gehört Alena Planzer. Die 19-jährige Bekleidungsgestalterin aus Sisikon hat ihre dreijährige Ausbildung im Lehratelier Uri abgeschlossen. Dass sie sich während dieser Zeit ein breites Know-how in der Bekleidungsgestaltung angeeignet hat, beweisen ihre beiden Prüfungsarbeiten. Eingekleidete Schneiderbüsten präsentieren einen Damen-Trenchcoat sowie eine «Moulure», eine Art Prototyp des selbst designten Kleids. Modegrafiken und detaillierte technische Zeichnungen zeugen vom Entstehungsprozess der Kleidungsstücke. «Durch die Freiheit an Kreativität hat mir der Auftrag grossen Spass gemacht. Ich bin mit meiner Arbeit zufrieden», sagt Planzer.

Arbeiten unter Zeitdruck

Glücklich und auch etwas erleichtert blickt sie auf die LAP zurück, denn zum Prüfungsstoff gehörte alles, was in den drei Lehrjahren im Unterricht und im Atelier behandelt wurde. «Für den Trenchcoat haben wir zweieinhalb Tage Zeit erhalten, die genaue Aufgabe kannten wir aber vor der Prüfung noch nicht», so die Absolventin. Der Zeitdruck sei für Planzer dann auch die grösste Herausforderung gewesen. Dass die knappe Frist für die Prüfungsaufgabe aber einen genauen Zweck hat, erklärt Katja Amstutz. Die Ennetbürgerin ist die Fachlehrerin der Bekleidungsgestalterinnen. «Die Prüfungsaufgabe soll sich möglichst nahe am Berufsalltag orientieren», erklärt Amstutz. Die Lernenden erhalten einen Auftrag, erstellen Zeichnungen, designen ihre Stücke, nähen diese und führen Kundengespräche – all das in einer bestimmten Zeit. «Nicht, um die Prüfungsabsolventen noch grösserem Stress auszusetzen, sondern weil der Alltag einer Bekleidungsgestalterin oft eben so aussieht», so Amstutz.

«Die Konkurrenz in der Modebranche ist gross», sagt Alena Planzer. «Modehäuser wie H&M oder Chicorée mit ihren serienmässigen Anfertigungen von Kleidungsstücken haben eine riesige Kundschaft», weiss Planzer. «Erhalten wir einen Kundenauftrag, etwa für ein massgeschneidertes Abendkleid für eine Hochzeit, wird das natürlich etwas mehr kosten. Damit die Kosten für den Aufwand aber nicht explodieren, darf man als Bekleidungsgestalterin eben auch nicht zu lange an einem Auftrag verweilen.»

Der Beruf mache ihr auch Spass, weil er ein Gegentrend zur heutigen Wegwerfgesellschaft sei. «Früher haben die Leute viel weniger Kleider im Schrank gehabt. Gingen diese kaputt, flickte man sie, man hat Sorge getragen», so Planzer. «Gehen Kleider heutzutage kaputt oder passen nicht mehr, legt man sie weg und kauft neue.»

In diesem Jahr haben fünf Personen die Lehre in der Bekleidungsgestaltung im BWZ abgeschlossen, darunter auch ein Bekleidungsgestalter. «Wir haben in früheren Jahren auch schon männliche Lehrlinge gehabt, aber es freut mich natürlich immer sehr, wenn sich auch Männer für diesen vielseitigen Beruf begeistern», sagt Amstutz. «Interessant auch, weil dieser in Syrien aufgewachsen ist, sein Handwerk in Ägypten gelernt hat und für die Lehre nach Uri gekommen ist.»

Im selbst genähten Kleid zur Abschlussfeier

Am kommenden Dienstag findet die Abschlussfeier der Lehrabschlussprüfung statt. «Es ist Tradition, dass wir Bekleidungsgestalter in einem selbst geschneiderten Kleid erscheinen», so Alena Planzer. Welches sie anzieht, weiss sie aber noch nicht. «Vielleicht, wenn es die Zeit zulässt, nähe ich mir dann noch ein Neues.»

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