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Urner Präzision ist gefragt

In jeder einzelnen Nespresso-Kapsel steckt Urner Massarbeit. Und auch die grössten Autobauer setzen auf die Qualität des Urner Industriekonzerns Dätwyler.
Markus Arnold
An der Uri 18 präsentiert sich auch die weltweit tätige Firma Dätwyler. (Bild: Valentin Luthiger)

An der Uri 18 präsentiert sich auch die weltweit tätige Firma Dätwyler. (Bild: Valentin Luthiger)

99 Prozent aller Firmen in der Schweiz sind kleine und mittelgrosse Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitenden. Auch im Kanton Uri bilden die KMU das Rückgrat der Wirtschaft. Die bedeutendste Arbeitgeberin des Kantons Uri ist aber ein Grosskonzern mit weltweit über 8000 Mitarbeitenden. Doch Herz, Kopf und auch ein beträchtlicher Anteil der Hände des Unternehmens Dätwyler sind im Kanton Uri zu Hause.

Dätwyler ist zweifellos der bedeutendste Player der Urner Wirtschaft. Jedes zweite Auto auf der Welt fährt dank Dät­wyler-Produkten, weiss Guido Unternährer, Leiter Corporate Communication von Dätwyler. Jede Kaffeekapsel von Nespresso, die weltweit verkauft wird, durchläuft das Werk in Schattdorf. Sämtliche Metallformen, die in den weltweit 18 Dätwyler-Gummifabriken für die Produktion benötigt werden, werden in Schattdorf fabriziert. Dätwyler-Kabel aus den beiden Fabriken in Altdorf und China beliefern den europäischen und asiatischen Markt mit hochwertigen Datenkabel sowie Sicherheitskabel. So gibt es Dätwyler-Kabellösungen im Bundeshaus in Bern, in der Allianz-Fussballarena in München, am Flughafen Frankfurt oder im Pearl Tower in Shanghai, um nur einige Referenzprojekte zu erwähnen.

Dätwyler Teile sind systemrelevant

Weiter stellt Dätwyler in mehreren Werken in Europa, Asien und den USA für die Pharmaindustrie jährlich 17 Milliarden Kunststoffkomponenten her, die in über 100 Ländern in Spritzen und Arzneimittelfläschchen zum Einsatz kommen.

Die Produkte und Leistungen des Urner Unternehmens sind also vor allem dann gefragt, wenn höchste Präzision und Qualität gefragt sind. Im Automobilbereich seien die Teile, die Dätwyler liefert, absolut systemrelevant, sagt Guido Unternäherer. Ohne die Dätwyler-Produkte, die vor allem in Bremsen, bei den Diesel-Katalysatoren der neusten Generationen oder im Einspritz- und Motorenmanagement zum Einsatz kommen, könne ein modernes Auto gar nicht erst ge­startet werden. Dätwyler hat in den vergangenen 18 Monaten in Schattdorf mehrere Millionen Franken investiert, um Automobilkomponenten künftig unter Reinraumbedingungen herzustellen. In diesen Tagen ging die so genannte Lean-and-Clean-Produktion in Betrieb.

Beispiel Nespresso-Kapsel: Der ganze Produktionsprozess ist voll automatisiert. Trotzdem gibt es eine 100-prozentige Qualitätskontrolle, indem jede einzelne Kapsel fotografiert wird, sodass der Computer sofort Ausschüsse erkennt.

Dätwyler hat sich in der über 100-jährigen Firmengeschichte ein gewaltiges Material-, Engeneering- und Prozess-Know-how angeeignet. Und wie Guido Unternährer ausführt, sind bei der Konstruktion sehr viele Urner Spezialisten und Zulieferer involviert. «Insbesondere im Bereich Metallverarbeitung verfügt Uri über ein riesiges Know-how», betont Guido Unternährer. Es gebe im Kanton hervorragende Fachspezialisten: Polymechaniker, Metallbauer, Schlosser et cetera, die in der Lage seien, Formen zu fertigen, die auf den Hundertstelmillimeter genau sein müssen.

Fachleute ermöglichen den Erfolg

An der Uri 18 wird Dätwyler die eigenen Produkte natürlich präsentieren. Doch diese stünden nicht im Zentrum des 60-Quadratmeter grossen Messestandes, erklärt Guido Unternährer, da sie für den Betrachter relativ unscheinbar daherkommen. Vielmehr möchte sich Dätwyler als attraktiver, zukunftsorientierter und innovativer Arbeitgeber und Ausbildner präsentieren. Denn um weiterhin am Markt erfolgreich zu bleiben, braucht das Urner Grossunternehmen vor allem eins: bestens ausgebildete Fachleute.

Hinweis

Das «Urner Wochenblatt» und die «Urner Zeitung» publizieren im Vorfeld der «Uri 18» unter der Rubrik «Noch x Tage bis zur Uri 18» mehrere gemeinsame Beiträge zur Urner Wirtschafts- und Erlebnismesse im September 2018.

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