Urner Regierung erhält ein Velo-Wunschbuch

Die Befürworter des Bundesbeschlusses Velo haben am Dienstag dem Urner Landammann Roger Nager ein Buch mit Wünschen aus der Bevölkerung zur Stärkung des Velofahrens übergeben. Das Buch enthält nicht weniger als 54 Ideen.

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Michael Arnold (links) und Niklas Joos-Widmer (rechts) überreichen Regierungsrat Roger Nager und Kanzleidirektor Roman Balli das Velo-Wunschbuch. (Bild: PD, Altdorf, 4. September 2018)

Michael Arnold (links) und Niklas Joos-Widmer (rechts) überreichen Regierungsrat Roger Nager und Kanzleidirektor Roman Balli das Velo-Wunschbuch. (Bild: PD, Altdorf, 4. September 2018)

Am 23. September können die Stimmbürger darüber entscheiden, ob die Förderung des Velofahrens künftig als Auftrag in der Bundesverfassung verankert werden soll. Die Zeit dazu ist für das «Urner Komitee zur Unterstützung des Bundesbeschlusses Velo» überfällig. Velofahren sei schon lange ein wichtiges Verkehrsmittel und aus dem Strassennetz nicht mehr wegzudenken. Entsprechend gross sei die Unterstützung aus praktisch allen politischen Lagern und Verkehrsverbänden.

Noch weit entfernt von einem Velonetz

Doch wie geht es mit der Förderung des Veloverkehrs nach der Abstimmung weiter? Was soll konkret angepackt werden? Der Teufel liege dabei wie so oft im Detail. Das zeige sich auch im Kanton Uri sehr gut, heisst es in der Mitteilung des Komitees. Während in den letzten Jahren einige Velowege erstellt worden seien, so sei man nach wie vor noch weit davon entfernt, ein Velonetz zu haben, das diesen Namen verdient. «Noch viel zu oft hört der Veloweg genau dort auf, wo die Verkehrsführung kompliziert wird. Noch viel zu oft muss man einen Umweg fahren. Noch viel zu oft hat man kaum Platz, sein Velo abzustellen, wenn man auf den Bus will», schreiben die Befürworter. Vor zwei Wochen haben dies Alf Arnold und Kurt Döbelin den Urner Medien anlässlich einer Velotour klar aufgezeigt.

Die Bevölkerung sagt, was sie sich wünscht Doch wer weiss besser als die Bevölkerung selbst, wo der Schuh drückt? Aus diesem Grund wurde die Urner Bevölkerung gebeten, ihre Ideen und Wünsche in ein Velo-Wunschbuch einzutragen. Das Buch war online übers Internet aufgeschaltet und lag auch am letzten Samstag auf dem Lehnplatz auf. Dabei sind 54 Einträge zusammengekommen, die eine bunte Mischung von Wünschen darstellen. Sie reichen von ausführlichen Voten für Velostreifen bis zum Wunsch nach einer bisher eher vermissten Beteiligung der Bevölkerung, von ganz konkreten Vorschlägen bis hin zu visionären Utopien.

Ja zum Bundesbeschluss soll Startschuss für Veloförderung sein

Raphael Walker vom Unterstützungskomitee meint dazu: «Die Wünsche, die zusammengekommen sind, zeigen klar, dass wir auch im Kanton Uri noch wesentlich mehr machen müssen, um den Veloverkehr zu stärken.» Ein Ja am 23. September zum Bundesbeschluss Velo müsse als Startschuss für eine intensivere und konsequentere Veloförderung angesehen werden. Und mit der Velo-Wunschliste würden erstmals auch Rückmeldungen aus der Bevölkerung vorliegen.

Regierungsrat Nager: «Eine breite Diskussion ist wichtig»

Michael Arnold, ebenfalls im Unterstützungskomitee aktiv, sieht das ähnlich: «Für Wege unter fünf Kilometer eignet sich das Fahrrad hervorragend. Mit der grösseren Verbreitung der E-Bikes nimmt dieser Radius noch zu.» Um allen Verkehrsträgern entgegen zu kommen, brauche man daher besser vernetzte Velowege. Der Bundesbeschluss Velo solle dazu eine nötige Voraussetzung schaffen, um die übergebenen Wünsche und Anliegen umsetzen zu können.

Damit die Ideen aus der Bevölkerung auch zur Kenntnis genommen werden, wurde das Velo-Wunschbuch am Dienstag dem Landammann Roger Nager übergeben. Er bedankte sich für die Anregungen. «Eine breite Diskussion ist wichtig. Ich bin gespannt, was alles zusammengekommen ist», sagt Nager. Er betont, dass die Regierung nicht untätig sei: «Wir arbeiten derzeit an einem Radwegkonzept, das zahlreiche Verbesserungen für den Veloverkehr beinhaltet.» (red)

Die eingegangenen Wünsche sind hier zu finden.

Urner Komitee will Velonetz verbessern

An einer Pressefahrt hat das Urner Komitee für den Bundesbeschluss Velo, über den am 23. September abgestimmt wird, einige Brennpunkte der Veloinfrastruktur in der Reussebene aufgezeigt. Interessenvertreter fordern Verbesserungen.
Carmen Epp