Urner Regierung gegen Galerie im Urserental

Der Bau einer Galerie für eine erhöhte Wintersicherheit auf der Strasse von Hospental nach Realp ist nach Ansicht der Urner Regierung nicht verhältnismässig. Sie setzt weiterhin auf organisatorische und präventive Massnahmen sowie auf Sprengungen.

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Die Strasse zwischen Hospental und Real ist im Winter stark lawinengefährdet, wie dieses Bild aus dem Jahr 2003 zeigt. (Bild: Archiv Neue UZ)

Die Strasse zwischen Hospental und Real ist im Winter stark lawinengefährdet, wie dieses Bild aus dem Jahr 2003 zeigt. (Bild: Archiv Neue UZ)

In einer Motion im Landrat ist der Bau einer Galerie in den Böschen vorgeschlagen worden. In der am Donnerstag publizierten Antwort lehnt die Regierung diese Lösung ab. Die mindestens 740 Meter lange Schutzgalerie würde rund 30 Millionen Franken kosten.

Der Nutzen ist relativ bescheiden. Heute ist die Strasse wegen der Lawinengefahr jährliche an zwei bis vier Tagen gesperrt. Die Galerie würde die Verfügbarkeit lediglich um 40 Prozent erhöhen; die Strasse könne also an einem Tag mehr passiert werden. Die restlichen vier Kilometer aber blieben den Lawinen ausgesetzt.

Mehr Sprengungen

Nach Ansicht der Regierung ist die Verhältnismässigkeit bei dieser Lösung nicht gegeben. Er setzt dagegen auf vermehrte organisatorische und präventive Massnahmen, das heisst: Beobachtung und Kontrolle des Gebietes.

Gestützt auf Empfehlungen des Schnee- und Lawinenforschungsinstituts in Davos (SLF) sollen in den Lawinenzügen vermehrt Sprengungen mit Helikoptern durchgeführt werden. Die jährlichen Mehrkosten betragen schätzungsweise 30'000 Franken.

Bereits im letzten Jahr hat die Urner Baudirektion überdies einen SMS-Informationsdienst eingerichtet. Die Abonnenten werden gratis informiert, wann die Strasse aus Sicherheitsgründen gesperrt ist.

sda