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Urner Regierung rügt Kantonalbank - Filialen-Schliessung sistiert

Die Urner Regierung rügt den Bankrat der Urner Kantonalbank (UKB). Der Regierungsrat als Aufsichtsbehörde sei über den Ab- und Umbau von Bankstellen bloss einen Tag vor der Öffentlichkeit informiert worden. Die Bank müsse die Konsultation nachholen. Nun wird die Schliessung sistiert.
Sitz der Urner Kantonalbank in Bürglen. (Bild: Philipp Zurfluh, 10. Januar 2019)

Sitz der Urner Kantonalbank in Bürglen. (Bild: Philipp Zurfluh, 10. Januar 2019)

Die UKB will die Zweigstellen Wassen, Göschenen und Seelisberg schliessen sowie die Standorte Erstfeld, Bürglen und Schattdorf auf einen Videoservice reduzieren. Der Regierungsrat sei überrascht vom Vorgehen bezüglich der Schliessung und des Umbaus, heisst es am Freitag in Antworten auf zwei kleine Anfragen aus dem Parlament.

Den Entscheid habe die Bank der Finanzdirektion einen Tag vor Veröffentlichung der Pläne mitgeteilt. Die Distributionsstrategie zähle aber zu den wichtigen strategischen Entscheiden, ein vorgängiger Einbezug der Regierung wäre erforderlich gewesen. Das in der Eigentümerstrategie festgehaltene Konsultationsverfahren sei somit nicht eingehalten worden und daher nachzuholen.

UKB ist im Gespräch mit betroffenen Gemeinden

Die Umsetzung der Distributionsstrategie werde während der Dauer des Konsultationsverfahrens ausgesetzt, schreibt die Bank in einer Mitteilung. Der Bankrat und die Geschäftsleitung räumen ein, die Regierung nur kurzfristig informiert, jedoch nicht konsultiert zu haben. Dies bedauere sie, halte aber fest, dass regulatorische Rahmenbedingungen eine vorzeitige Information erschwerten. Die UKB sei im Gespräch mit Regierung und betroffenen Standortgemeinden.

Im Rahmen der Konsultation wird der Regierungsrat die Strategie materiell prüfen und sich eine Meinung bilden. Die Berichterstattung soll in der Landratssession vom 22. Mai erfolgen.

Die Regierung hält fest, dass im Bankgesetz keine justiziablen Anhaltspunkte für die Frage der Geschäftsstellenschliessung enthalten seien. Man anerkenne, dass die Bank ihre Strukturen der gesellschaftlichen und technischen Entwicklung anpassen müsse. Neben der betriebswirtschaftlichen Sicht müsse aber auch die gesamtvolkswirtschaftliche Sicht einbezogen werden.

Abberufung gefordert

Mit der Umstrukturierung würden 15 bis 20 der rund 100 Vollzeitstellen verloren gehen. Die Bank reagiert damit auf die Digitalisierung und die Veränderung im Kundenverhalten, sowie die zunehmende Wettbewerbsintensität.

Das Gebaren der Bank sorgt im Kanton Uri für Kritik. Die SVP forderte jüngst die Abberufung des Bankratspräsidenten und des Vorsitzenden der Geschäftsleitung. Sie reagierte damit einerseits auf die Schliessungen und kritisierte anderseits ein «überdimensioniertes Engagement» der UKB am Bahnhof Altdorf mit Investitionen von über 30 Millionen Franken. Dies stelle ein «enormes Klumpenrisiko» dar.

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