Urner Regierung soll Fragen zu Pestiziden und Nitrat im Trinkwasser beantworten

Landrat Adriano Prandi (SP, Altdorf) will Auskunft zur Nutzung und zu Schutzmassnahmen von Trinkwasser.

Philipp Zurfluh
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«Das Grundwasser in der Schweiz ist unter Druck», sagte SP-Landrat Adrian Prandi zu seiner Interpellation und verwies dabei auf Untersuchungen des Bundes. «Diese Befunde zeigen, dass es von grösster Wichtigkeit ist, das als Trinkwasser genutzte Grundwasser regelmässig und umfassend auf die Qualitätsanforderungen zu untersuchen und mittels der notwendigen Grundanforderungen vorsorglich zu schützen», so Prandi.

Die eidgenössische Gewässerschutzverordnung verlange deshalb auch von den Kantonen, dass sie Schutzmassnahmen ergreifen, um die Sicherstellung und haushälterische Nutzung des Trinkwassers sowie die langfristige Erhaltung der Grundwasservorkommen zu gewährleisten. Laut Prandi habe die Bevölkerung ein Recht zu wissen, wie gut ihr Trinkwasser geschützt würde und welche Massnahmen ergriffen würden, um die Trinkwasserversorgung langfristig sicherzustellen.

Obwohl es in Uri kaum die gleichen Probleme wie im Flachland geben würde, wünscht der SP-Landrat vom Regierungsrat Auskunft zu folgenden Fragen:

  • Werden in unserem Kanton die Grundwasserfassungen, welche für die Trinkwassergewinnung genutzt werden, regelmässig auf Rückstände von Pestiziden (Wirkstoffe und Abbauprodukte) untersucht? Wenn ja: wie viele Fassungen sind das, in welchem Rhythmus und welche Pestizidrückstände werden untersucht? Seit wann werden diese Untersuchungen durchgeführt?
  • Bei wie vielen Grundwasserfassungen wird die numerische Anforderung der eidgenössischen Gewässerschutzverordnung für Nitrat von 25 Milligramm pro Liter beziehungsweise der Höchstwert für Trinkwasser von 40 Milligramm pro Liter überschritten? In welchen Gebieten liegen diese Fassungen?
  • Neben den chemischen Qualitätsanforderungen (wie Pestizide und Nitrat) sind auch die mikrobiologischen Anforderungen gesetzlich vorgegeben. Zusätzlich sind weitere Grundanforderungen wie Grundwasserschutzzonen, Versorgungssicherheit und Trinkwasserversorgung in Notlagen vorhanden, um die Trinkwasserversorgung für die Bevölkerung auch auch mittel- und langfristig sicherzustellen. Wie stellt der Regierungsrat sicher, dass die langfristige Versorgung (Sanierungs- und Werterhalt der Anlagen, Betriebssicherheit, Ausbildung Personal) sichergestellt ist? Das heisst, welche Organisationen sind dafür zuständig, wie ist die Finanzierung geregelt, welche Strategie wird gefahren, wie sind die Zuständigkeiten zwischen Gemeinden und Kanton?
  • Gemäss Lebensmittelrecht müssen die Wasserversorgungen ihre Abnehmer über die Qualität informieren – auch über Rückstände. Wir diese Pflicht von allen Wasserversorgungen wahrgenommen?