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Urner Regierung verteidigt die Pläne der Urner Kantonalbank

Den Vorwurf von «Planwirtschaft» rund um den Kantonsbahnhof, den Landrat Georg Simmen (FDP, Realp) in einer Interpellation geäussert hat, lässt die Regierung nicht gelten. Sie steht hinter dem Grossprojekt.
Philipp Zurfluh
So soll der Neubau der UKB am Bahnhof Altdorf dereinst aussehen. (Visualisierung: PD)

So soll der Neubau der UKB am Bahnhof Altdorf dereinst aussehen. (Visualisierung: PD)

In einer am 22. Mai 2019 eingereichten Interpellation äusserte Landrat Georg Simmen (FDP, Realp) Kritik am Generationenprojekt rund um den Bahnhof Altdorf. «Was hier vorgeht, ist – zugespitzt ausgedrückt – Planwirtschaft, also von einer staatlichen Stelle zentral geplante Volkswirtschaft.» Hintergrund: Die Urner Kantonalbank (UKB) will am Bahnhof Altdorf ihren neuen Hauptsitz erstellen und rund 3000 Quadratmeter Büroflächen an Dritte vermieten. Sie will damit den Initialimpuls für das Generationenprojekt «Entwicklungsschwerpunkt Urner Talboden» geben und einen wichtigen Beitrag an die gesamtwirtschaftliche Entwicklung leisten. «Der Regierungsrat beziehungsweise die Volkswirtschaftsdirektion planen einen wirtschaftlichen Entwicklungsschwerpunkt und die Staatsbank ist dort der grösste Investor. Dies bei einer angespannten Lage im Bürovermietungsmarkt, ohne aktuell über konkrete Zusagen von Drittmietern zu verfügen», sagt Simmen.

Die Aussage des Interpellanten sei unzutreffend, dass einzig die UKB am Entwicklungsschwerpunkt Urner Talboden beziehungsweise am Gebiet Bahnhof Altdorf Interesse zeige, führt die Regierung in ihrer Antwort auf den Vorstoss aus. Verschiedene Investoren hätten den Tatbeweis dazu bereits erbracht, andere seien kurz vor Projektstart. «In den nächsten zwei bis drei Jahren dürften Gemeinde, Kanton, UKB und weitere Investoren rund 150 bis 200 Millionen Franken in die Region rund um den neuen Kantonsbahnhof investieren», so die Regierung.

Mietverträge laufen in den kommenden Jahren aus

Der FDP-Landrat wollte von der Regierung unter anderem wissen, welche Immobilienstrategie der Kanton Uri verfolge. Laut Regierungsrat ist die aktuelle Immobilienstrategie im Jahr 2009 erarbeitet worden. Nachdem die UKB als Eigentümerin das Haus «von Roll», Tellsgasse 1, im Jahr 2012 sanierte, habe der Kanton für dieses Objekt einen Zehn-Jahres-Mietvertrag abschliessen können. Der Kanton verfügt über diverse kantonseigene Liegenschaften im Dorfzentrum. Insgesamt 120 Mitarbeiter würden in den Mietobjekten arbeiten. «Die Immobilienstrategie des Kantons ist aktuell in Überarbeitung», so die Regierung. Grund für die Überarbeitung seien mitunter die in den kommenden zwei bis sechs Jahren auslaufenden Mietverträge.

Die Regierung stellt zudem klar: «Zwischen dem Kanton Uri und der UKB bestehen bezüglich des neuen Gebäudes am Bahnhofplatz Altdorf und des aktuellen Hauptgebäudes keinerlei konkrete Abmachungen oder Absprachen zu Miet- oder Kaufgeschäften.»

Der Kanton habe sich gegenüber der UKB dahingehend geäussert, dass er «die Möglichkeit, einen Teil der Verwaltung in das Gebäude an der Bahnhofstrasse 1 zu verlegen, prüfen will». Wie aus der Antwort des Regierungsrats hervorgeht, hat die Bank verschiedene Szenarien erarbeitet bezüglich Vermietung der Büroflächen im geplanten Gebäude am Bahnhofplatz an Dritte. «Selbst bei unterplanmässiger Vermietung ist der Einfluss auf das Geschäftsergebnis der UKB moderat», heisst es auf eine Frage von Simmen. «Die Eigenkapitalbasis ist selbst für das Worst-Case-Szenario in keiner Weise gefährdet.»

«Gebäude stellt keine Gefahr dar»

Laut Regierungsrat plant die Bank, auch nach dem Umzug an den Bahnhofplatz einen Standort an der Bahnhofstrasse 1 zu unterhalten. «Die UKB möchte in erster Linie die Liegenschaft Bahnhofstrasse 1 verkaufen. Dazu hat der Bankrat ein Verkaufsmandat erteilt», schreibt die Regierung in der Antwort. Auf die Frage nach der Finanzierung des neuen Gebäudes hält der Regierungsrat fest: «Diese erfolgt ordentlich mittels Eigen- und Fremdkapital über die Bilanz der UKB. Die Realisation des neuen Gebäudes stellt für die UKB längerfristig keine Gefahr dar.»

Die Interpellation wird in der Landratssession vom Mittwoch, 13. November, behandelt.

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