Urner Regierung will Teile der Verwaltung in UKB-Gebäude zügeln

Die Zügelaktion soll Platzprobleme lösen. Die Mieten steigen um weniger als 9 Prozent.

Markus Zwyssig
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Das Hauptgebäude der UKB in Altdorf

Das Hauptgebäude der UKB in Altdorf

Bild: Florian Arnold (4. März 2020)

Die Staatsanwaltschaft, Teile der Kantonspolizei sowie die Justizdirektion Uri sollen neu im heutigen Hauptgebäude der Urner Kantonalbank (UKB) untergebracht werden. Zurzeit hat der Kanton zahlreiche Räume im Dorfzentrum Altdorf gemietet. Wie Baudirektor Roger Nager gestern am Mediencafé der Regierung ausführte, bestehen diverse Mietverhältnisse bereits seit Jahrzehnten. «In den kommenden zwei bis fünf Jahren laufen mehrere Verträge aus.» Daher sei es angezeigt, dass die Unterbringung der Verwaltung überprüft werde. Für die Mieten in den verschiedenen Liegenschaften in Altdorf zahlt der Kanton 570000 Franken.

Aktuell ist ein Umzug einzelner Verwaltungseinheiten ins UKB-Gebäude an der Bahnhofstrasse 1 geplant. Aushandeln muss der Kanton dies allerdings noch mit der künftigen Eigentümerschaft des Gebäudes. Denn die UKB verkauft ihr Hauptgebäude und bezieht ihr neues Gebäude beim Kantonsbahnhof. Die UKB befindet sich aktuell im Verkaufsprozess. Der Kanton würde durch die neue Lösung eine um 35 Prozent grössere Fläche erhalten. Die Mietzinse erhöhen sich um weniger als 9Prozent, wie Nager ausführte.

Neun eigene Gebäude und sechs Mietliegenschaften

Die Verwaltung ist heute in Altdorf in neun Liegenschaften, die dem Kanton gehören, aber auch in sechs Mietliegenschaften untergebracht. Bei der Justizdirektion, der Staatsanwaltschaft sowie Teilen der Kantonspolizei bestehen seit längerem Probleme, was den zur Verfügung stehenden Platz betrifft. Heute befinden sich zu viele Arbeitsplätze auf zu engem Raum, wie Nager aufzeigte. Zudem können gewisse Sicherheitsvorgaben wegen den engen Platzverhältnissen nicht eingehalten werden. Dies ist unter anderem etwa bei den Einvernahmeräumen der Staatsanwaltschaft und der Kantonspolizei der Fall. Auch sind nicht überall die Ansprüche an einen behindertengerechten Zugang eingehalten.

Verschiedene Szenarien werden geprüft

Das Amt für Hochbau hat im Auftrag des Regierungsrats verschiedene Varianten und daraus drei Szenarien für die künftige Unterbringung vertieft überprüft. Erstens ist dies der Umzug in geeignete Mieträumlichkeiten im Dorfzentrum von Altdorf. Zweitens wurde die Umnutzung des bestehenden Personalhauses auf dem Spitalareal überprüft. Drittens wurde der Bau eines eigenen Gebäudes, der Brickermatte II abgeklärt. Nun spricht sich der Regierungsrat für die Variante 1 aus. Nach Ablauf der Mietlaufzeiten, frühestens ab Mitte 2022, sollen die Justizdirektion und die Abteilung Kriminalpolizei sowie ab 2023 die Staatsanwaltschaft umziehen. Das UKB-Gebäude löse die Platzprobleme ideal und zwar «flächen- sowie sicherheitsmässig», wie der Baudirektor weiter ausführte.

Hier entsteht der UKB-Neubau am Bahnhofplatz

Hier entsteht der UKB-Neubau am Bahnhofplatz

Bild: Webcam

Ein Vorvertrag sichere dem Kanton Uri «wirtschaftlich attraktive Mietbedingungen» im Gebäude an der Bahnhofstrasse 1 und Tellsgasse 1 (Haus von Roll), gibt sich die Regierung überzeugt. Ein Umzug wäre frühestens nach Umzug der UKB an den Bahnhofplatz 1 und leichten baulichen Anpassungen ab Mitte 2022 möglich. Kommt der Umzug zustande, verlässt die Justizdirektion den heutigen Standort am Rathausplatz 5, wo sie seit 1974 eingemietet ist.

Variante Neubau bleibt noch offen

Die Staatsanwaltschaft ihrerseits belegt das 1. und Teile des 3. Obergeschosses im Lauenerhaus (Tellsgasse 3) im Mietverhältnis seit 1989. Während die Kriminalpolizei umziehen würde, würden andere Teile der Kantonspolizei aber im Lauenerhaus eingemietet bleiben.

Und wie sieht es mit den anderen möglichen Lösungen aus. Die Variante Umzug ins Spitalpersonalhaus wird nicht weiterverfolgt, da sie mit Investitionskosten in der Höhe von mehreren Millionen Franken verbunden wäre und lediglich eine vorübergehende Unterbringungslösung im über 60-jährigen Gebäude wäre.

Die Variante Neubau Brickermatte II wird aktuell nicht vorangetrieben, bleibt als Option für künftige Unterbringungen als mögliche Variante jedoch erhalten.