Urner Regierungsrat erstellt keine neuen Bauten für den «Weg der Schweiz»

Der Wanderweg um den Urnersee soll 2021 keine erneute Jubiläumsfeier erhalten. Ein Fest vor vier Jahren sei in der Bevölkerung «auf wenig Echo» gestossen.

Lucien Rahm
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Zwei Wanderer auf dem« Weg der Schweiz» in Flüelen.

Zwei Wanderer auf dem« Weg der Schweiz» in Flüelen.

Bild: Florian Arnold (15. Juli 2015)

Der Wanderweg «Weg der Schweiz», der vom Rütli aus dem Urnersee entlang bis nach Brunnen führt, wird im kommenden Jahr 30. Die gleichnamige Stiftung, die sich um den Unterhalt der Wanderstrecke kümmerte, hat sich im vergangenen Sommer aufgelöst. Seither liegen das Stiftungsvermögen und die Verantwortung über den Weg bei den Kantonen Uri und Schwyz.

Das veranlasste den Bauer SVP-Landrat Anton Infanger zu einer Interpellation, die er im vergangenen Dezember eingereicht hat. Vom Regierungsrat wollte er darin unter anderem wissen, ob dieser auf dem Wanderweg einen Fussgänger-Tunnel für einen Teil der Strecke sowie eine zusätzliche WC-Einrichtung und einen Kiosk ermöglichen will. Dafür sollte das Stiftungsvermögen, das gesamthaft rund drei Millionen Franken beträgt, zum Einsatz kommen.

Stiftungsvermögen darf nur für Unterhalt verwendet werden

Wie die Antwort des Regierungsrates nun zeigt, darf dieses Vermögen gemäss Stiftungszweck aber nicht für zusätzliche Bauten verwendet werden, sondern nur für deren Unterhalt. Infanger wollte wissen, ob die Regierung bereit sei, im Bereich des Harder Bands einen Fussgänger-Tunnel für den Weg zu errichten, «sodass der Wanderweg wieder dem wildromantischen Seeweg entlang geführt werden kann». Der knapp 168 Meter lange Tunnel, der gemäss einer Machbarkeitsstudie etwa 1,5 Millionen Franken kosten würde, kann also zumindest nicht mit dem Stiftungsvermögen finanziert werden.

Auch der Wunsch Infangers nach einem «reinen Fuss- und Wanderweg» auf dem Abschnitt Wissig–Bauen, der mit dem Bau eines separaten Weges für Bike- und Velofahrer sichergestellt werden soll, kann somit nicht mit dem Stiftungsvermögen erfüllt werden. Der Regierungsrat verweist jedoch auf das neue Fuss- und Wanderweggesetz, über welches das Urner Stimmvolk dieses Jahr abstimmen wird. (Die eigentlich für den 17. Mai vorgesehene Abstimmung wurde wegen des Corona-Virus verschoben.) «Im Fall der Annahme der Abstimmungsvorlage wird der Kanton Uri künftig über eine Rechtsgrundlage für die Anlage, den Unterhalt und die Kennzeichnung der Bikewege verfügen», schreibt der Regierungsrat. Dann werde er auch eine separate Velostrecke für den Abschnitt Wissig–Bauen prüfen.

Weder erneutes Jubiläumsfest noch neue WC-Anlage

In seiner Interpellation wünscht sich Infanger ausserdem eine neue WC-Anlage zwischen Bauen und Seedorf. «Mein Vorschlag: bei der Schiffsstation Isleten.» Dort könnte er sich in den bestehenden Gebäuden auch einen kleinen Kiosk gut vorstellen. Der Regierungsrat hält hierzu fest, dass neue Einrichtungen wie WC oder Kioske keine Kantonsaufgabe seien, sondern «Sache der Standortgemeinden, der Tourismusorganisationen oder Dritter».

Auch die letzte Frage Infangers muss der Regierungsrat schliesslich verneinen. Den Bauer Landrat hätte es offenbar gefreut, wenn man dem «Weg der Schweiz» zu seinem 30-jährigen Bestehen im kommenden Jahr eine Jubiläumsfeier gewidmet hätte. Dazu hätten «die Kantone der Schweiz» eingeladen werden sollen, «sodass man ihnen auch zeigen kann, wie der Kanton Uri den Weg in Ehren verwaltet». Der Regierungsrat erteilt diesem Anliegen eine Absage. Bereits 2016 sei eine Feier zum 25-Jahr-Jubiläum abgehalten worden, mit Bundes- und Kantonsvertretern. «Der damalige Anlass stiess in der Öffentlichkeit auf wenig Echo», schreibt der Regierungsrat. Und auch mit «Blick auf die sehr kurze Zeitdauer» seit 2016 sei ein erneuter Anlass nicht angezeigt.

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