Urner Regierungsrat kann Kundenbegleiter-Depot in Erstfeld nicht vor der Schliessung bewahren

Das SBB-Kundenbegleiter-Depot in Erstfeld wird auf Ende 2020 aufgelöst. Damit gehen im Eisenbahnerdorf 15 Vollzeitstellen verloren. Die Mitarbeiter sollen nicht entlassen werden. Die SBB suchen nach individuellen Lösungen.

Christian Tschümperlin
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Der Regierungsrat hat sich für den Erhalt der Arbeitsplätze eingesetzt.

Der Regierungsrat hat sich für den Erhalt der Arbeitsplätze eingesetzt.

Bild: Corinne Glanzmann (Erstfeld, 7. April 2017)

Der Regierungsrat kann keinen direkten Einfluss nehmen auf den Entscheid der SBB, wonach das Kundenbegleiter-Depot in Ersfteld auf Ende 2020 aufgelöst und 15 Vollzeitstellen abgebaut werden sollen. «Es handelt sich um einen unternehmerischen Entscheid, der nicht in den Kompetenzbereich des Regierungsrates fällt», schreibt er in einer Antwort auf eine Interpellation von Daniel Furrer (CVP) aus Erstfeld, der den Vorstoss noch als Landrat eingereicht hat. Inzwischen wurde er zum Regierungsrat gewählt. Er tritt sein Amt ab Juni an.

Der Regierungsrat hat sich für den Erhalt der Arbeitsplätze eingesetzt, wie aus der Antwort des Regierungsrats weiter hervorgeht. «Unmittelbar nach Bekanntwerden der Verschiebung von Kundenbegleiter-Arbeitsplätzen von Erstfeld nach Goldau hat die Volkswirtschaftsdirektion den Kontakt mit den Verantwortlichen gesucht.» Als Resultat dieser Gespräche wurde eine Projektgruppe eingesetzt. Diese soll zukunftsträchtige Perspektiven für den Standort Erstfeld erarbeiten, etwa mit Blick auf die den Tourismus- und Wirtschaftsstandort Uri. Dessen Entwicklung wird beispielsweise durch den Gotthardbasistunnel oder die Kooperation von Südostbahn und SBB auf der Gotthard-Panorama-Strecke vorangetrieben. Der Bericht sollte ursprünglich Ende 2020 vorliegen, wegen des Coronavirus ist aber mit Verzögerungen zu rechnen.

SBB verzichten auf Entlassungen

Die SBB haben zwischen 2011 und 2019 im Kanton Uri im Cargo-Bereich 106 Stellen abgebaut, 82 davon in Erstfeld. Demgegenüber haben die SBB in demselben Zeitraum aber auch 45 Stellen im Bereich Infrastruktur in Erstfeld geschaffen. Dem Abbau der 15 Vollzeitstellen im Kundenbegleiter-Depot per Ende 2020 steht ein bescheidener Aufbau von zwei bis vier Stellen im Zusammenhang mit der Gotthard-Panorama-Strecke gegenüber. «Für die von der Schliessung des Kundenbegleiter-Depots in Erstfeld Betroffenen ist dies allerdings ein schwacher Trost», so der Regierungsrat. Dieser hält aber auch fest, dass die Mitarbeitenden des Depots nicht entlassen werden. Es würden SBB-interne Gespräche geführt, um individuelle Lösungen zu finden.

Für die Zukunft des Depots Erstfeld ist der Regierungsrat zuversichtlich. Er ist der Auffassung, dass das Erhaltungs- und Interventionszentrum Erstfeld im Hinblick auf die Arbeitsplätze stabil ist. «Dies wird auch von den Verantwortlichen der SBB so signalisiert», schreibt er. Die positive Entwicklung der letzten Jahre unterstreiche diese Annahme.