Urner Regierungsrat will Eigenmietwerte
nicht anpassen

Der Regierungsrat verzichtet nach eingehender Prüfung auf eine Anpassung der Eigenmietwerte.

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(sez)

Die Auswertung einer Erhebung, die die Urner Finanzdirektion auf den 1. Januar 2019 hatte durchführen lassen, zeigt kein einheitliches Bild. Die aktuelle Entwicklung der hauptsächlichen Einflussfaktoren auf die Höhe der Mieten wirken auf sie dämpfend. Dazu zählen beispielsweise die erneute Senkung des Referenzzinssatzes auf ein Rekordtief, die gleichbleibende Teuerung oder der sehr deutliche Anstieg der Leerwohnungsbestände aufgrund des anhaltenden Baubooms. Die sinkenden Angebotsmieten erhöhen zunehmend den Druck auf die bestehenden Wohnungsmieten. Vor diesem Hintergrund sei eine Anpassung der Eigenmietwerte zum jetzigen Zeitpunkt nicht opportun, wie der Regierungsrat am Dienstag in einer Mitteilung an die Medien schrieb.

Schätzungskonzept «Urieval» vereinfacht vieles

Gleichzeitig beauftragt der Regierungsrat die Finanzdirektion, das Projekt Urieval weiterzuverfolgen. Dieses hat zum Ziel, ein möglichst einfaches Grundstückschätzungsmodell umzusetzen, das auf komplexe und kostspielige Erhebungen wie etwa Besichtigungen vor Ort verzichtet. Die veraltete Software soll möglichst rasch erneuert oder ersetzt werden. Schliesslich müsse der Transfer von Grundstückdaten des Grundbuchamtes in die Software – und von dort aus in die Steuersoftware «Nest» – weiterhin sichergestellt sein.

Eigenmietwert
Der Eigenmietwert ist gemäss Gesetz über die direkten Steuern im Kanton Uri (StG; RB 3.2211) alle vier Jahre der prozentualen Veränderung des Mietzinsniveaus anzupassen. Der Eigenmietwert wird nach vergleichbaren Marktmieten oder aufgrund des ortsüblichen Mietzinsniveaus im Kanton berechnet.