Urner Regierung spricht mehr Geld für die Maikäfer-Bekämpfung

Die Regierung hat aufgrund der Corona-Situation über mehrere Nachtragskredite entschieden. Der Landrat wird diese in der Session vom 18. Mai zur Kenntnis nehmen.

Lucien Rahm
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Die Maikäfer sollen stärker bekämpft werden. Archivbild: Susann Basler

Die Maikäfer sollen stärker bekämpft werden. Archivbild: Susann Basler

Aufgrund der aktuellen Coronavirus-Situation musste die Session 22. April abgesagt werden. So entfiel auch die Behandlung einiger Nachtragskredite. Einzelne Vorhaben wurden deshalb wegen ihrer Dringlichkeit als so genannte Vorschusskreditbegehren behandelt und von der landrätlichen Finanzkommission genehmigt. «Nur so konnte sichergestellt werden, dass diese Vorhaben im Jahr 2020 rechtzeitig umgesetzt werden können», schreibt die Urner Regierung in den Unterlagen. Dazu zählen die Projekte Flüchtlingsmanagement, Sanierung des Theaters Uri und Bekämpfung des Maikäfers.

Synergien unter den Ämtern

Zur Erfassung der Flüchtlingsfälle im Kanton Uri werde eine bestimmte Software benötigt, schreibt der Regierungsrat in seinem Bericht an den Landrat. Angeschafft werden soll das Online-Programm Case-Net, dessen Kauf und Installation rund 22'000 Franken kosten. Hinzu kommen jährlich anfallende Kosten von 900 Franken. Die Anschaffungskosten setzen sich unter anderem zusammen aus zwei Lizenzen (je 2100 Franken) und der Erfassung der «fallspezifischen Variablen inklusive Statistik» (16000 Franken), wie Christian Mattli, Generalsekretär der Bildungs- und Kulturdirektion, auf Anfrage mitteilt. Auch die regionale Arbeitsvermittlung nutzt bereits dieses Programm. «Innerhalb der Verwaltung lassen sich so Synergien nutzen.»

Zwar erhält der Kanton für die Integration von Flüchtlingen eine Pauschale des Bundes. Diese dürfe aber nur für konkrete Integrationsmassnahmen verwendet werden. Ausgaben für die Infrastruktur müssten hingegen über das ordentliche Kantonsbudget abgerechnet werden, worunter auch die Software fällt.

Schäden durch Maikäfer teurer als gedacht

Ein weiterer Kredit wurde für das Theater Uri bewilligt. Seit 2016 werden dort verschiedene Sanierungsmassnahmen vorgenommen. Allerdings konnten dabei noch nicht alle geplanten Arbeiten umgesetzt werden. In diesem Jahr sollen nun zum Abschluss der Renovation die Toiletten erneuert werden. Kosten: 166'000 Franken. Der Kanton wird 45'000 Franken beisteuern. Im ordentlichen Budget 2020 konnte dieser Betrag nicht mehr erfasst werden.

Mehr Geld wird auch der Eindämmung des Maikäfers zukommen. «Enorme Schäden im Wiesland» hätten die Maikäferengerlinge im vergangenen Jahr in Uri angerichtet. Zu ihrer Bekämpfung im aktuellen Jahr wurden bereits 50'000 Franken im ordentlichen Budget erfasst. Allerdings habe man die Fläche der Felder, die es dabei zu behandeln gibt, etwas unterschätzt. Statt 80 Hektaren seien neu 100 Hektaren zu behandeln. Dies geschieht mit einem entsprechenden Saatgut. Dessen Hersteller habe vergangenes Jahr noch empfohlen, pro Hektare 50 Kilogramm davon einzusetzen. Mittlerweile habe er diese Menge auf 63 Kilogramm korrigiert. Ausserdem sei mit höheren Transportkosten zu rechnen. Darum wurden nun 35'000 Franken gesprochen.

Corona-Virus löst weitere Kredite aus

Zur Kenntnis gebracht wird dem Landrat auch ein Vorschusskredit für Massnahmen zur Bekämpfung der Verbreitung des Coronavirus. Dabei handelt es sich um einen Betrag von 30'000 Franken. Des weiteren wurde ein Kredit von 457'000 Franken gesprochen für die Umsetzung der Covid-Verordnung, dies im Zusammenhang mit der Ausfallentschädigungen an Kulturunternehmen und Kulturschaffende.

Zur Kenntnis nimmt der Landrat zudem einen Kredit von 50'000 Franken für die Massnahmen an der Axenstrasse. Genehmigt wurde dieser aber bereits 2019.