Urner Schulen verzichten aufs Händeschütteln

Während die Kampagne des Bundesamtes für Gesundheit gegen das Corona-Virus anrollt, denkt man beim Urner Sonderstab bereits über mögliche weitere Massnahmen nach.

Christian Tschümperlin
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Am Montag begann im Kanton Uri der Unterricht nach den Sportferien. Vor dem Hintergrund der Corona-Krise hat der kantonale Sonderstab entschieden, die Schulen vorerst nicht zu schliessen. Ganz ausschliessen will Christian Mattli, Generalsekretär der Bildungs- und Kulturdirektion (BKD), dieses Szenario aber nicht. «Kinder gehören zum Glück nicht zur Risikogruppe. Wenn unsere medizinischen Fachleute aber zu dem Schluss kämen, Schulen zum Schutz von Kindern und Lehrpersonen zu schliessen, dann würde man das verfügen.» Die Lage würde fortlaufend analysiert, auch mit Blick auf die Weisungen des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) und die Massnahmen der anderen Kantone. Das letzte Wort in der Frage hat Kantonsarzt Jürg Bollhalder. Dieser war für eine Stellungnahme am Montag nicht zu erreichen.

Schulen wollen Betreuung der Kinder gewährleisten

Mattli zählt im Zusammenhang mit einer möglichen Schulschliessung verschiedene Aspekte auf. «Grundsätzlich ist es gut, Schulen offen zu halten, solange dies angemessen ist.» Denn: Die Kinder müssten ja trotzdem betreut werden. Ausser der Schule kämen dafür beispielsweise Eltern und Grosseltern in Frage. In beiden Fällen ist dies nicht unproblematisch: Grosseltern gehören zu dem Segment, das besonders gefährdet ist im Falle einer Corona-Erkrankung, und wenn Eltern wegen Kinderbetreuung bei der Arbeit ausfallen, ist dies ebenfalls nicht ideal.

Die Schulen wurden seitens der Bildungsdirektion vergangene Woche mit einem Schreiben informiert. Darin wurde auf die Empfehlungen des BAG aufmerksam gemacht. Dazu gehört das regelmässige Händewaschen oder die Vermeidung des traditionellen Händeschüttelns. Zudem werden die Lehrer angewiesen, hustende Kinder frühzeitig nach Hause zu entlassen. Der Sportunterricht, wo intensiver Körperkontakt stattfinden kann, ist aber nicht abgesagt.

Auf Anfrage bestätigt Daniel Tinner, Rektor der Kantonalen Mittelschule, dass die Massnahmen des BAG umgesetzt werden. «Wir sind ruhig gestartet. Die Informationen über die neuen Verhaltensregeln – Händewaschen, in Ellbogen niesen und bei Husten zu Hause bleiben - sind bei den Schülern schon angekommen, bevor wir sie an der Schule darüber informieren konnten.»