Urner Schützen treffen ins Schwarze

Josef Bissig aus Isenthal holte sich beim gestrigen Rütlischiessen den Meisterbecher mit 85 Punkten. Beinahe hätte ihm der Festredner und Urner Landesstatthalter Urban Camenzind die begehrte Auszeichnung vor der Nase weggeschnappt.

Urs Hanhart
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1148 Schützen nahmen beim Rüttlischiessen teil. (Bild: Urs Hanhart, 7. November 2018)
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Die Zeigermannschaft hatte einen strengen Tag. (Bild: Urs Hanhart, 7. November 2018)
Der traditionelle Anlass lockte viele Gäste aufs Rütli. (Bild: Urs Hanhart, 7. November 2018)
Der Anlass fand bei herrlichem Wetter statt. (Bild: Urs Hanhart, 7. November 2018)
Erinnerungen wurden elektronisch festgehalten. (Bild: Urs Hanhart, 7. November 2018)
Ohne sie gibt es kein warmes Essen: Oliver Iseli (vorne) und Bruno Tschumi heizen beim Rütlischiessen mächtig ein. Sie sind für das Einheitsmenü, das ‹Ordinäri›, zuständig... (Bild: Urs Hanhart, 7. November 2018)
Das ‹Ordinäri› besteht aus Suppe, viel Fleisch, Sauerkraut und Kartoffeln. (Bild: Urs Hanhart, 7. November 2018)
Es gibt auch Schützen und Gäste, die das Essen selber zubereiten.
Fachsimpeln unter Schützen. (Bild: Urs Hanhart, 7. November 2018)
Regierungsrat Urban Camenzind und Landweibel Karl Kempf liessen sich mit den Bechergewinnern der Sektion Uri ablichten (von links): Fabio Wyrsch, Armin Herger, Daniel Bissig und Sonja Waldis-Herger. (Bild: Urs Hanhart, 7. November)
Für das Tagesbestergebnis war  ein Nidwaldner besorgt. Beat Odermatt aus Obbürgen, der die Bundesgabe in Form eines Sturmgewehrs entgegen nehmen durfte, erreichte 87 Punkte und verpasste damit den Rütli-Rekord nur um zwei Zähler. (Bild: Urs Hanhart, 7. November 2018)
Die Bechergewinner der Sektion Luzern: Erwin Emmenegger (links) und Markus Musi. (Bild: Urs Hanhart, 7. November 2018)
Die Bechergewinner der Sektion Nidwalden (von links): Patrick Fischer, Rolf Aschwanden, Martin Kaiser, Stefan Odermatt, Alois Müller, Koni Zimmermann, Martin Businger und Ferdinand Blättler. (Bild: Urs Hanhart, 7. November 2018)
Rütlischiessen. Die Bechergewinner der Sektion Engelberg-Anderhalden (von links): Christoph Gariget, Michael Hafner, Michael Böbi und Paul Hurschler. (Bild: Urs Hanhart, 7. November 2018)
Der Urner Landesstatthalter und Regierungsrat Urban Camenzind hielt die Festansprache. (Bild: Urs Hanhart, 7. November 2018)

1148 Schützen nahmen beim Rüttlischiessen teil. (Bild: Urs Hanhart, 7. November 2018)

«Das Rütlischiessen ist das schönste Schützenfest der Welt. Es ist nämlich nicht im Gedenken an kriegerische Ereignisse aus der Taufe gehoben worden. Hier auf dem Rütli wurde die Schweiz gegründet. Am Mittwoch vor Martini gedenken wir jeweils diesem Glücksfall in der Geschichte.»

Mit diesen Worten wandte sich OK-Präsident Adi Zurfluh beim Absenden an die Schützengemeinde. Zumindest wettertechnisch hätte die Veranstaltung schöner kaum sein können. Die 1148 teilnehmenden Schützen und sicherlich mindestens so vielen Zaungäste profitierten den ganzen Tag über von nahezu perfekten Bedingungen. Dank Föhneinfluss war es viel wärmer als sonst zu dieser Jahreszeit. Das wirkte sich auch positiv auf die Stimmung aus. Überall gab es fast nur gut gelaunte Teilnehmer anzutreffen.

Nidwaldner sorgte für bestes Ergebnis

Die 125 Urner im Teilnehmerfeld lieferten zum Teil hervorragende Leistungen ab, allen voran der Isenthaler Josef Bissig, der als Bester aus dem Gotthardkanton 85 Punkte erreichte und dafür mit einem Meisterbecher belohnt wurde. Dicht dahinter folgte ein Trio mit 84 Zählern, dem nebst Christof Arnold, Baar, und Hanspeter Schuler, Erstfeld, auch der Urner Landesstatthalter Urban Camenzind (Bürglen), der später die Festrede hielt, angehörte.

Für das Tagesbestergebnis war allerdings nicht ein Urner, sondern ein Nidwaldner besorgt. Beat Odermatt aus Obbürgen, der die Bundesgabe in Form eines Sturmgewehrs entgegen nehmen durfte, erreichte 87 Punkte und verpasste damit den Rütli-Rekord nur um zwei Zähler. Folgende Schützen der Sektion Uri erhielten den begehrten Becher: Fabio Wyrsch, Schattdorf (76 Punkte), Armin Herger, Seelisberg (72), Martin Gnos, Bristen (71), Daniel Bissig, Unterschächen (70) und Sonja Waldis-Herger, Vitznau (70).

Schützenkameraden von einst als Vorbild nehmen

Festredner Camenzind gratulierte der Sektion Uri «zur hervorragenden Organisation dieses geschichtsträchtigen Anlasses». Den Schützen gab er zu bedenken: «Gerade in der heutigen, von Umbrüchen geprägten Zeit, ist es notwendig, die vorausschauende und fortschrittliche Geisteshaltung unserer Schützenkameraden vor 150 Jahren als Vorbild zu nehmen. Der fortschrittliche Schützengeist aus den Anfängen unseres Bundesstaats hat das Gemeinsame gesucht und gefördert.» Damals sei erkannt worden, dass man während der gesamten Entwicklung unserer Eidgenossenschaft nur dann erfolgreich war, wenn man über die ideologischen Grenzen hinaus zusammengearbeitet und gemeinsam die Zukunft gestaltet habe, so Camenzind. «Beim Rütlischiessen ist dieser alte Schützengeist der Vorfahren aus der Gründungszeit des Bundesstaats nach wie vor lebendig.»

Die Rangliste ist unter www.ruetlischiessen.ch/300m/ einsehbar.

Wenn die Fahne plötzlich nach rechts flattert

Unter der Drohung eines verschärften Waffenrechts wäre die EU doch eine tolle Zielscheibe? Bloss noch 300 Meter entfernt? Die EU sei gar nicht das Problem, sagen die Teilnehmer des Rütlischiessens.
Max Dohner