Urner Sensationsfund ab Samstag in Bern

Die 2005 entdeckten Riesenkristalle vom Urner Planggenstock sind ab dem kommenden Samstag erstmals in ihrem neuen, langfristigen Zuhause zu sehen: dem Naturhistorischen Museum Bern. Es präsentiert den «Schatz vom Planggenstock» in einer schlichten, höhlenartigen Atmosphäre.

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Die grösste Kristallgruppe der Ausstellung: der längste Kristall dieses hellen Rauchquarzes misst 107 cm, das Gesamtgewicht beträgt 300 kg. (Bild: Lisa Schäublin/NMBE)

Die grösste Kristallgruppe der Ausstellung: der längste Kristall dieses hellen Rauchquarzes misst 107 cm, das Gesamtgewicht beträgt 300 kg. (Bild: Lisa Schäublin/NMBE)

Die grösste Kristallgruppe der Ausstellung: der längste Kristall dieses hellen Rauchquarzes misst 107 cm, das Gesamtgewicht beträgt 300 kg. (Bild: Lisa Schäublin/NMBE)

Die grösste Kristallgruppe der Ausstellung: der längste Kristall dieses hellen Rauchquarzes misst 107 cm, das Gesamtgewicht beträgt 300 kg. (Bild: Lisa Schäublin/NMBE)

Die rund 50 prächtigen Einzelkristalle und Kristallgruppen mit einem Gesamtgewicht von etwa zwei Tonnen werden in zwei Vitrinen optimal von unten und von oben beleuchtet gezeigt. Bei jenen Stücken, welche auch von unten Licht erhalten, wird die innere Struktur der Rauchquarze sichtbar.

Das Museum brachte in dieser «Schatzkammer» bewusst keine Erläuterungen an, wie am Donnerstag bei der Präsentation für die Medien Ausstellungsmacher Jürg Nigg sagte. «Hier soll ein Ort des Schauens und Staunens sein». Mit der Beschränkung des Lichts auf die Vitrinen will das Museum die Stille und das Höhlenhafte einer Kristallkluft nachempfinden.

Ausschnitt aus der Ausstellung: Quarz-Riesenkristalle (bis 105 cm lang und 106 kg schwer) und Rosafluorite. Diese sind begehrte Begleiter der Bergkristalle. (Bild: Peter Vollenweider/NMBE)

Ausschnitt aus der Ausstellung: Quarz-Riesenkristalle (bis 105 cm lang und 106 kg schwer) und Rosafluorite. Diese sind begehrte Begleiter der Bergkristalle. (Bild: Peter Vollenweider/NMBE)

Erläuterungen zu den Eigenschaften von Kristallen erhalten Besucherinnen und Besucher aber in einem Nebenraum der Schatzkammer. Und in einem dritten Raum wird ein Dokumentarfilm des Schweizer Fernsehens zur Arbeit der beiden Entdecker der Riesenkristalle am Planggenstock gezeigt.

Der Fund ist laut dem Naturhistorischen Museum Bern von Glanz, Transparenz und Dimension her weltweit einmalig.

Den Entdeckern gefällt Präsentation

Der Fund der beiden Berufsstrahler war zwischen 2007 und 2009 schon in der alten Kirche Flüelen zu sehen. Nachdem die beiden beschlossen hatten, die Kristalle dem Naturhistorischen Museum Bern zu verkaufen, wurden die Quarze nach Bern transportiert und zwischengelagert, bis der Mineralien-Ausstellungsraum der Institution umgebaut worden war.

Die Kosten für den Kauf der Kristalle und den Umbau des Museums betrugen 6 Millionen Franken. Sie werden hauptsächlich von der Besitzerin des Museums, der Burgergemeinde Bern, getragen. Wie das Museum nun die Kristalle präsentiert, gefällt ihren Entdeckern, wie einer von ihnen am Donnerstag auf Anfrage sagte. Die beiden haben den neuen Raum in Bern bereits gesehen. Das sei «gut gelöst» und an einem «würdigen Standort», erklärte der Berner Oberländer Strahler Paul von Känel.

Er und sein Urner Kollege Franz von Arx stiessen 2005 nach jahrelanger Arbeit am Planggenstock auf die Super-Kluft. Franz von Arx machte dann 2008 zusammen mit einem anderen Kollegen ebenfalls am Planggenstock einen zweiten aussergewöhnlichen Kristallfund.

sda

Hinweis:
Das Museum ist jeden Tag von 10-17 Uhr geöffnet, ausser montags 14-17 Uhr. Der Eintritt beträgt für Erwachsene 8 Franken, für Kinder 2 Franken.