Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Urner singt neue Lieder mit Erfolgschor

Die «Heimweh»-Sänger veröffentlichen am Freitag, 13. September, ihr neues Album «Ärdeschön». Dani Arnold singt darauf vom «Bärgpüräbuäb».
Markus Zwyssig
Dani Arnold posiert auf seinem Bauernhof in Schattdorf mit seiner Frau Maria und den Kindern Anna Sophia, Sarah und Elena. (Bild: Markus Zwyssig, Schattdorf, 2. September 2019)

Dani Arnold posiert auf seinem Bauernhof in Schattdorf mit seiner Frau Maria und den Kindern Anna Sophia, Sarah und Elena. (Bild: Markus Zwyssig, Schattdorf, 2. September 2019)

Dani Arnold liegt der «Heimweh»-Chor sehr am Herzen. Wer seine Wohnung im Dimmerschachen in Schattdorf betritt, spürt das. An den Wänden hängen neben Kinderzeichnungen Schallplatten für Doppel-Platin, zweimal Platin und einmal Gold. Dazukommen viele Trophäen wie zwei «Swiss Music Awards», der «Prix Walo» und Auszeichnungen für die Nummer 1 der Schweizer Hitparade. Und den Gästen wird selbst der Kaffee in einer urchigen «Heimweh»-Tasse serviert.

100'000 Tonträger hat die Erfolgsgruppe Heimweh inzwischen bereits verkauft. Man braucht kein Prophet zu sein, um vorauszusagen, dass in den nächsten Wochen ganz viele weitere dazukommen werden. Heute Freitag erscheint das neue, inzwischen vierte Album «Ärdeschön», bei dem auch Dani Arnold intensiv beteiligt war. Die beiden Mädchen Anna Sophia (6) und Sarah (4) singen bereits kräftig mit, als Papi einige der neuen Lieder auf seinem Handy vorspielt. Einzig die halbjährige Elena lässt sich beim Spielen, auf ihrer Decke am Boden liegend, nicht aus der Ruhe bringen. Demoversionen der Lieder hat Dani Arnold in den vergangenen Wochen immer wieder laufen lassen. So auch auf der langen Autoreise in die Ferien.

Er bewältigt einen Full-Time-Job

Trotz des Erfolgs: Leben kann Dani Arnold nicht von der Musik. Der 46-Jährige arbeitet als Disponent bei der Einsatzzentrale der Urner Kantonspolizei im Werkhof in Flüelen. Zudem bewirtschaftet er zusammen mit seiner Frau Maria (35) den Bauernhof, den er von seinen Eltern übernommen hat. Zurzeit sind die zehn Mastrinder noch auf der Alp. Einzig die drei Pferde und zwei Schweine sind auf dem Bauernhof. Singen ist Dani Arnolds grosses Hobby. «Andere brauchen Geld für ihr Hobby. Ich verdiene sogar noch etwas dazu», sagt er.

Das Hobby ist sehr zeitintensiv. Auch dieses Jahr werden es wieder knapp 40 Auftritte sein. Dani Arnold ist viel unterwegs. Dabei nimmt er auch lange Autofahrten auf sich – und zwar vielfach mitten in der Nacht. «Am liebsten fahre ich nach den Konzerten nach Hause.» Ihm ist es wichtig, dass er möglichst viel mit seiner noch jungen Familie zusammen sein kann. Wenn die «Heimweh»-Sänger demnächst auf Kreuzfahrt gehen, nimmt er die ganze Familie mit auf die Reise. So kann er sein Hobby mit Ferien zusammen mit seinen Liebsten verbinden.

Mit Gospelsongs fing alles an

Angefangen hat alles beim Gospelchor Uri, wo er für seinen Bruder und Solisten Gustav Arnold einspringen durfte. Daraus wurden 15 Jahre. Eher per Zufall fand er dann den Weg zum Fernsehchor von Padi Bernhard. Ein bisschen liegt das Singen in der Familie. «Vor allem die Mutter hat viel mit uns Kindern gesungen», erinnert sich Dani Arnold. «Aber eigentlich bin ich ja zu all dem gekommen wie die Jungfrau zum Kind.» Für «Heimweh» wurden Sänger gesucht, die Erfahrung gesammelt hatten und bereit waren, bei einem neuen Projekt mitzumachen.

Die Texte basieren teils auf selber erlebten Geschichten der «Heimweh»-Sänger. Geschrieben werden die Lieder von Georg Schlunegger. «Er versteht es, den Sängern gut zuzuhören, und kann daraus mit einfachen Worten packende Lieder schreiben.» Und dem «Bärgpüräbuäb» Dani Arnold hat er den Text des Lieds mit demselben Titel auf dem neuen Album sogar mit ein paar währschaften Urner Mundartwörtern angereichert. Wahrscheinlich werden es nicht alle verstehen, wenn Dani Arnold über «schtotzigi Perter» singt. Die «Heimweh»-Sänger sind alle sehr heimatverbunden, einige davon sind Bergler oder wohnen im ländlichen Gebiet. Sie singen auch ihre Lieder in Schwyzer, Berner oder eben Urner Dialekt. Das bringt Abwechslung ins Album. «Klar, geht es auch um Klischees», ist sich Arnold bewusst. «Aber all die Lieder sind wirklich aus dem Leben gegriffen.» Vieles davon habe auch er erlebt. «Rosmarie» etwa sei schon fast ein Volkslied geworden. Es handelt von einem Paar, das miteinander durchs Leben geht, Höhen und Tiefen durchlebt und noch ein wenig die Zweisamkeit geniessen möchte. Die Fans singen den Text an den Konzerten lautstark mit. «Ich habe es selber erlebt, wie unsere Eltern miteinander durchs Leben gegangen sind», blickt Arnold zurück. Erst im Alter von 50 Jahren hätten sie sich erstmals gemeinsam Ferien geleistet. «Und als sie älter geworden sind, hat die Mutter den Vater gepflegt, bis er von uns gegangen ist. Das sei ebenso schlicht und ergreifend wie im Lied «Rosmarie».

Bei den Konzerten von «Heimweh» kann das Publikum mitsingen und die verschiedensten Gefühlslagen durchleben: weinen, lachen und mitfeiern. Die Lieder berühren die Zuhörer, die in der Mehrheit zur Ü40- oder Ü50-Generation gehören. «Es hat an unseren Konzerten aber immer auch erfreulich viele junge Fans», so Arnold. Nach den Konzerten kommt es immer wieder zu spannenden Begegnungen. «Einmal kam eine Familie aus Amerika zu uns. Sie haben zwar von den Texten nichts verstanden.» Da bewies sich, dass Musik eine universelle Sprache ist. «Die Stimmung habe sie zum Weinen gebracht, sagten uns die Gäste aus Amerika ganz aufgewühlt.»

Und da ist die Geschichte von jenem Fan, der tief unten war und sogar an Selbstmord dachte. «Unsere Lieder haben ihm wieder neuen Mut gegeben», sagt Arnold. Er hofft, dass bei einem Konzertbesuch das Positive überwiegt: «Alle sollen mit einem happy Gefühl nach Hause gehen.»

Er würde gerne einmal mit «Heimweh» in Uri singen

Bisher sind die Sänger von «Heimweh» noch nie offiziell für ein Konzert im Kanton Uri aufgetreten. Zu Beginn ihrer Karriere sangen sie einmal an einem privaten Geburtstagsfest. «Zu unseren Konzerten kommen immer auch Urner Fans. Daher ist es schon lange ein Wunsch von mir, einmal im Theater Uri aufzutreten», verrät Dani Arnold. Der Saal mit rund 540 Sitzplätzen wäre aber für ihre Begriffe eher klein. «Normalerweise spielen wir in Sälen, in denen 800 oder mehr Personen Platz finden.» Mit dem Theater Uri verbindet Dani Arnold – wie er selbst sagt – «viele wunderschöne und emotionale Erlebnisse.» Er meint deshalb: «Ich bleibe dran und hoffe, dass wir schon bald ‹Hie chumen i här›, ‹mis Chind›, ‹Heicho› und natürlich ‹Rosmarie› im Kanton Uri singen können.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.