Urner sollen besser im Französisch werden

Der Erziehungsrat stockt die Stundentafel im Französisch auf. Damit hofft er, die Niveauunterschiede zu anderen Kantonen auszugleichen.

Florian Arnold
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Der Kanton Uri hinkt in Sachen Französischkenntnisse anderen Kantonen in der Deutschschweiz hinten nach. Nun handelt der Erziehungsrat. Auf das Schuljahr 2021/22 werden die Französischlektionen auf der Oberstufe aufgestockt. Konkret heisst das: Fünf Lektionen pro Woche auf der ersten Oberstufe, fünf Lektionen auf der zweiten (bisher vier) und vier Lektionen auf der dritten Oberstufe obligatorisch für A-Schülerinnen und -Schüler (bisher fakultativ).

«Im Verhältnis zu den umliegenden Zentralschweizer Kantonen haben die Urner Schülerinnen und Schüler bei der Überprüfung der Französischkenntnisse schlecht abgeschnitten», sagt Bildungsdirektor Beat Jörg. Er spricht damit die Fremdsprachenevaluation von 2016 an, die von der Bildungsdirektorenkonferenz Zentralschweiz (BKZ) in Auftrag gegeben worden war. «Dabei zeigte sich, dass im Sprechen und Hören nur ein kleiner Teil der Schülerinnen und Schüler der Zentralschweiz die Lehrplanziele erreichte.» Im Lesen und Schreiben war es immerhin gut ein Drittel. «Mit mehr Lektionen kann man enorm schnell die Qualität des Unterrichts steigern», sagt Jörg mit Überzeugung. Dies habe auch die erwähnte Evaluation gezeigt.

Gleiche Voraussetzungen schaffen

Dem Bildungsdirektor, ehemals Seklehrer, ist bewusst, dass der Französischunterricht für viele Schülerinnen und Schülern ein rotes Tuch darstellt. «Es geht nicht darum, irgendjemandem etwas aufzubrummen», betont Jörg. «Die Schülerinnen und Schüler sollen auf ein schweizerisches Level gebracht werden. Sie sollen dieselben Kenntnisse wie in den anderen Kantonen haben.» Uri ist der einzige Kanton, in dem der Französischunterricht erst auf der Oberstufe beginnt. Dieses Manko soll mit den zusätzlichen Lektionen aufgefangen werden. Jörg gibt zu bedenken, dass Französischkenntnisse im Berufsleben nicht zu vernachlässigen seien. Als Beispiel nennt er kaufmännische Ausbildungen. «Wir müssen schauen, dass die Schülerinnen und Schüler keinen Nachteil gegenüber solchen aus anderen Kantonen haben.»

Die Anpassung der Stundentafel bedeutet aber auch einen höheren Bedarf an Französischlehrpersonen. Zur Weiterbildung sollen laut Jörg mehr Zeit sowie Möglichkeiten zur Verfügung gestellt werden. «Zudem haben wir festgestellt, dass das aktuelle Lehrmittel nicht mehr der heutigen Zeit entspricht.» Ein neues Lehrmittel sei in Arbeit.

Schweizerische Strategie beschlossen

Der eingeschlagene Weg entspricht auch jenem der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK). Diese hatte im Oktober 2017 eine Empfehlung zum Fremdsprachenunterricht in der obligatorischen Schule verabschiedet. Gleichzeitig beschloss sie zusammen mit dem Bund die «Schweizerische Strategie Austausch und Mobilität».