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Urner Sozialhilfequote ist stabil

Im Jahr 2017 wurden 471 Urnerinnen und Urner mit wirtschaftlicher Sozialhilfe unterstützt. Dies entspricht 1,3 Prozent der Wohnbevölkerung. Ein deutlich erhöhtes Risiko für den Bezug von Sozialhilfe weisen Alleinerziehende mit ihren Kindern und Personen ohne nachobligatorischen Bildungsabschluss auf.
In Uri verändert sich die Sozialhilfestatistik nur gering. (Bild: Keystone/Christof Schuerpf)

In Uri verändert sich die Sozialhilfestatistik nur gering. (Bild: Keystone/Christof Schuerpf)

Im Kanton Uri lag die Sozialhilfequote 2017 wie im Vorjahr bei 1,3 Prozent, wie Luzern Statistik (Lustat) in einer Mitteilung schreibt. In absoluten Zahlen entspricht dies einer Zunahme um 21 Sozialhilfebezügern (plus 4,7 Prozent). Verglichen mit der Gesamtschweiz ist die Sozialhilfequote des Kantons Uri unterdurchschnittlich (Schweiz 2016: 3,3 Prozent). Sie ist auch tiefer als die Quote der Zentralschweiz insgesamt, welche 2017 bei 2,0 Prozent lag.

Erhöhtes Armutsrisiko bei mangelnder Bildung und Ausländern

Die Sozialhilfequote von Personen ohne Berufslehre oder andere nachobligatorische Ausbildung betrug 2017 im Kanton Uri überdurchschnittliche 2,2 Prozent. Ein Bildungsabschluss erleichtert nicht nur den Zugang zum Arbeitsmarkt, sondern erhöht auch die Arbeitsplatzsicherheit und sorgt in der Regel für ein ausreichendes Erwerbseinkommen. Ein tieferes Bildungsniveau ist mit ein Grund für die höhere Sozialhilfequote der ausländischen Urner Wohnbevölkerung (6,1 Prozent) im Vergleich zu jener mit Schweizer Nationalität (0,7 Prozent).

Ein Drittel der Sozialhilfebezüger ist erwerbstätig. Die Sozialhilfequote von Personen im erwerbsfähigen Alter (18 bis 64 Jahre) betrug 2017 im Kanton Uri 1,4 Prozent. Von diesen Sozialhilfebezügern gingen 32,8 Prozent einer Erwerbstätigkeit nach – überwiegend in Form einer Teilzeitanstellung. Die Altersgruppe, welche am seltensten Sozialhilfe bezog, war jene der Über-64-Jährigen (Quote Uri: 0,2 Prozent). Personen im Rentenalter haben im Bedarfsfall Anrecht auf Ergänzungsleistungen zur AHV, sodass sie nur in Ausnahmefällen auf das letzte sozialstaatliche Auffangnetz der wirtschaftlichen Sozialhilfe angewiesen sind.

Die Altersgruppe mit dem höchsten Risiko eines Sozialhilfebezugs sind Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren (Quote Uri: 2,3 Prozent). Im Jahr 2017 waren 3 von 10 in Uri unterstützten Personen minderjährig.

Alleinerziehende tragen stark erhöhtes Risiko

Kinder und Jugendliche sind nicht generell einem erhöhten Armutsrisiko ausgesetzt. Betroffen sind sie vor allem dann, wenn sie mit nur einem Elternteil zusammenleben. 2017 bezogen im Kanton Uri 1,7 Prozent der Privathaushalte Sozialhilfe. Bei verheirateten Paaren mit Kindern waren es 1,0 Prozent. Um ein Vielfaches höher war dieser Anteil mit 14,1 Prozent bei Haushalten, in denen ein alleinerziehender Elternteil (überwiegend Mütter) mit seinen Kindern zusammenlebt.

«Das Einkommen alleinerziehender Mütter und Väter reicht häufig nicht aus, um den Lebensbedarf der Familie zu decken», schreibt Lustat. Familien mit Kindern werden bei Bedarf neben der wirtschaftlichen Sozialhilfe auch mit Alimentenbevorschussungen unterstützt. 2017 wurden im Kanton Uri 48 Kindern und jungen Erwachsenen die Alimente bevorschusst (minus 9,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr).

Hälfte innerhalb eines Jahres abgeschlossen

Die Sozialhilfe dient in erster Linie der Überbrückung temporärer Notlagen. Von den 2017 im Kanton Uri abgeschlossenen Fällen wiesen denn auch 62,0 Prozent eine Bezugsdauer von weniger als einem Jahr aus. 29,3 Prozent der Abschlüsse gingen auf eine verbesserte Erwerbssituation zurück. Bei 28,3 Prozent wurde die Sozialhilfe durch eine andere Sozialleistung abgelöst (zum Beispiel IV-Rente). Bei 35,9 Prozent der Fallabschlüsse endete die Zuständigkeit der involvierten Sozialdienste, meist wegen Wegzug der unterstützten Person. (zf)

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