Urner Sportcracks werden gefeiert

Die Urner Sportlerehrung bot spannende Interviews mit heimischen Sportgrössen und dynamische Showeinlagen.

Urs Hanhart
Drucken
Teilen
Moderator Walter Tresch (rechts) im Gespräch mit Extrembergsteiger Dani Arnold.

Moderator Walter Tresch (rechts) im Gespräch mit Extrembergsteiger Dani Arnold.

Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 14. Februar 2020)

2019 war aus sportlicher Sicht für den Kanton Uri ein sehr erfreuliches Jahr. Es gab zahlreiche Medaillengewinne bei nationalen Titelkämpfen und zum Teil sogar Erfolge auf internationaler Ebene zu vermelden – und diese erst noch in ganz unterschiedlichen Disziplinen. An der Sportlerehrung, die am Freitag im gut besetzten Theater Uri in Altdorf vonstattenging, wurde jedenfalls deutlich, dass sich der kleine Gotthardkanton in Sachen Sporterfolge nicht zu verstecken braucht und selbst weit grössere Stände in den Schatten stellt.

Rund 70 Athleten aus 20 verschiedenen Sportarten durften sich bei diesem vom Sportamt Uri organisierten Event präsentieren und ehren lassen. Einziger kleiner Wermutstropfen war die Tatsache, dass einige der geladenen Cracks – wie etwa der Handballer Lukas von Deschwanden, die Triathletin Jolanda Annen, die Bikerin Linda Indergand oder die Skirennfahrerin Aline Danioth – aus unterschiedlichen Gründen nicht zugegen sein konnten.

«Wulli» überbringt Universiade-Grüsse

Lanciert wurde die Feier mit einer überaus dynamischen Showeinlage des Teams Stama. Die von der Fernsehsendung «Die grössten Schweizer Talente» her bekannte Karatetruppe aus der Romandie wirbelte zur Verblüffung des Publikums in atemberaubendem Tempo auf der Bühne herum und doppelte später mit einem weiteren Showblock noch nach. Nicht minder zu begeistern vermochten im Verlaufe des Abends zudem die Auftritte der Tanzgruppe «because i love...».

Auch Uris Bildungs- und Kulturdirektor Beat Jörg liess sich showmässig nicht lumpen. Er trat in einem gelben Uristier-T-Shirt ans Rednerpult und betonte: «Gerade im Sport brechen wir Urner immer wieder gemeinsam auf. Als Sportdirektor bin ich sehr stolz, dass wir auch heute wieder so viele wackere und tapfere Urner Sportlerinnen und Sportler ehren dürfen. Das Ganze machen wir nicht in einem stillen Rathauskämmerlein, sondern – so wie es sich gehört – in einem grossen Haus und in grossem Rahmen.»

Bevor zum Höhepunkt geschritten wurde, gab es noch prominenten Besuch. «Wulli», das flauschige Maskottchen der Winter-Universiade 2021 in Luzern, in deren Rahmen auch Wettkämpfe im Urserental abgehalten werden, setzte sich auf der Bühne gekonnt in Szene und verbreitete gute Laune.

Andi Imhof tritt Mitte September ab

Während der Ehrungen der Einzelsportler und Teams zupfte Moderator Walter Tresch immer wieder einige Cracks heraus und führte mit diesen Kurzinterviews. Der kürzlich zurückgetretene Ex-Radball-Weltmeister Paul Looser sagte: «Ich habe einen guten Moment erwischt, um abzutreten. Unser Nachwuchs macht viel Druck und ist drauf und dran, die Lücke zu schliessen.» Looser selber wird Radsport Altdorf als versierter Coach erhalten bleiben.

Biker Reto Indergand strebt die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Tokio an. Allerdings gab er zu bedenken: «Bei mir läuft es zwar sehr gut im Training. Aber die Qualifikation für Tokio wird sehr schwierig, weil nur drei Schweizer dort antreten dürfen. Bisher haben mit mir vier weitere Fahrer die Selektionsrichtlinien erfüllt.»

Auch der Ringer Nicolas Christen möchte in diesem Jahr Olympialuft schnuppern. Er betonte: «Ich habe mich von meiner Verletzung gut erholt und werde nun alles daran setzen, mir meinen Olympia-Traum zu erfüllen.»

Die Speed-Windsurferin Heidi Ulrich schaffte 2019 zwei Weltrekorde. Die angepeilte dritte Weltbestmarke verpasste sie nur hauchdünn. Aber die schnelle Urnerin versprach: «Diese Rechnung wird irgendwann auch noch beglichen.»

Interessante News gab es von Nationalturner und Schwinger Andi Imhof, der noch eine Saison anhängen will. Er verriet nämlich: «Ich werde heuer auf dem Urnerboden mein letztes Schwingfest bestreiten und nach dem Nationalturntag vom 12. September in Bürglen endgültig von der Wettkampfbühne abtreten.»

Dani Arnold hat noch einiges vor

Ein längeres Interview führte Tresch mit Extrembergsteiger Dani Arnold. Dies aus gutem Grund, stellte doch der Ausnahmekönner im vergangenen Jahr an den legendären Drei Zinnen im Südtirol einen neuen Speed-Weltrekord auf. Keiner ist die drei Bergriesen so schnell hinaufgeklettert wie der Urner. Nicht nur körperlich, sondern auch mental eine ganz aussergewöhnliche Leistung, zumal er «free solo», also ganz ohne technische Hilfs- und Sicherungsmittel, unterwegs war. Zu seiner Motivation, derart krasse Abenteuer in Angriff zu nehmen, sagte Arnold: «Ich glaube, dass jeder Mensch irgendwelche Ziele braucht, um zufrieden zu sein. Es muss nicht unbedingt im sportlichen Bereich sein. Bei mir sind es halt solche Projekte, die ich mit viel Leidenschaft und optimaler Vorbereitung in Angriff nehme.» Genug von solch extremen Herausforderungen hat der Weltklassekraxler noch lange nicht, wie er verriet: «Es sind zwar nicht mehr so viele, aber es gibt durchaus noch einige Free-Solo-Geschichten, die mich reizen.»