Urner Stiftung Phönix setzt künftig auf Fernwärmenetz

Die Institution für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen will zu einer Reduktion des CO₂-Ausstosses beitragen. Das Geschäftsjahr 2019 schloss mit einem Minus ab. Dies war aber kalkuliert.

Christian Tschümperlin
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Auf der grünen Strickermatte hat sich im vergangenen Jahr einiges getan: Mit den Vorarbeiten für das neue Wohnquartier Strickermatte verändert sich die Umgebung sichtbar, die Wiesen verschwinden allmählich. Die Bautätigkeit rund um den Bahnhof und die Veränderungen im Quartier haben Auswirkungen auf den Betrieb und die Lebensqualität im Wohnheim der Stiftung Phönix. Darauf will man reagieren: Mit Hecken und grünen Korridoren soll eine gute Abgrenzung geschaffen werden, damit die Klienten geschützt bleiben, wie es auf Anfrage heisst. Die Bewohner fühlten sich in ihrem jetzigen Umfeld «wohl und getragen» und dies wolle man beibehalten. Offenbar ist die Stimmung unter den Bewohnern aber nach wie vor positiv. Dies belegt auch eine Befragung des Statistischen Amts des Kantons Zürich. Daraus wird der Stiftung Phönix in Altdorf eine sehr hohe Zufriedenheit der Klienten attestiert.

Rege Bautätigkeit auf der Strickermatte, wo auch die Stiftung Phönix steht.

Rege Bautätigkeit auf der Strickermatte, wo auch die Stiftung Phönix steht.

Pd / Urner Zeitung

Finanziell schneidet das Wohnheim für Menschen mit einer psychischen Beeinträchtigung 2019 etwas schlechter ab als im Vorjahr, wie dem Geschäftsbericht zu entnehmen ist. Drei Übertritte von betagten Klienten in Urner Pflegeheime haben zu einer tieferen Auslastung der Heimplätze und entsprechend zu Mindereinnahmen geführt. Insgesamt wurden 18 Klienten betreut, was einer Auslastung von 86 Prozent entspricht. Dem Geschäftsbericht ist auch zu entnehmen, dass es zu einem Spendenrückgang kam. Insgesamt resultierte deshalb bei einem Ertrag von 1,42 Millionen ein Verlust von 48'000 Franken. Das Minus habe man aufgrund der Übertritte kommen sehen, heisst es seitens der Geschäftsleitung. 2018 konnte Phönix noch einen Gewinn von gut 62'000 Franken vorweisen. Mit den Spendengeldern werden Freizeitprojekte für Menschen mit psychischer Behinderung ermöglicht und die Öffentlichkeitsarbeit im Bereich der psychischen Gesundheit unterstützt.

Phönix verändert sich

Im Phönix teilten sich 2019 total 16 Personen 11 Stellen. Sie unterstützen die Menschen mit psychischen Erkrankungen dabei, eine höhere Autonomie und Lebensqualität zu erreichen. Für die Mitarbeiter waren die vergangenen 1,5 Jahre mit einigen Umstellungen verbunden. So hat man das elektronische Patientendossier eingeführt und auf die Zusammenarbeit mit einer sogenannten «Peer» gesetzt.

Peer bedeutet aus dem Englischen übersetzt so viel wie Kollege. Peers kennen psychische Erschütterungen aus eigener Erfahrung und haben gelernt, damit zu leben. «Mit einer externen Peer soll den Betroffenen Mut gemacht werden, den schwierigen Alltag leichter bewältigen zu können. Dieses Konzept ist sicherlich zukunftsweisend, erfordert aber auch die Mitarbeit der Klientin oder des Klienten», heisst es seitens der Geschäftsleitung. Darum werde eine Peer punktuell und situativ eingesetzt.

Digitalisierung ist geglückt

Einen Erfolg konnte Phönix mit den elektronischen Patientendossiers verzeichnen: Trotz des anfänglichen Mehraufwandes mache sich die Innovation inzwischen bezahlt, heisst es. «Dass wir die Schriftlichkeit mit den Ärzten elektronisch haben, ist eine grosse Hilfe.»

2019 hat man gemäss Geschäftsbericht zudem eine Absichtserklärung für den Anschluss an das Fernwärmenetz der Oeko Energie AG unterzeichnet. Die Ölheizung ist in die Jahre gekommen und soll ersetzt werden. Mit dem Bau soll begonnen werden, sobald die neue Siedlung auf der Strickermatte fertiggestellt ist. «Der Umstieg auf das Fernwärmenetz ist aus dem Umweltgedanken heraus entstanden und wir hoffen, so zu einer Reduktion des CO₂-Ausstosses beitragen zu können», teilt die Geschäftsleitung mit.