Kredit von 11 Millionen Franken: Urner sollen im kommenden Mai über 19 neue Radwege abstimmen

Der Regierungsrat möchte das Velofahren im Kanton Uri fördern. Dafür will er über 25 Millionen Franken aufwenden.

Lucien Rahm
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Die Velowege im Kanton Uri sollen für 25,6 Millionen Franken ausgebaut werden.

Die Velowege im Kanton Uri sollen für 25,6 Millionen Franken ausgebaut werden.

Symbolbild: Alexandra Wey/Keystone (Luzern, 10. Mai 2017)

«Velofahren ist gesund, schont die Umwelt und spart Raum», findet der Regierungsrat. Gerade in einem kleinräumigen Siedlungsgebiet wie Uri sei das Velo ein «sinnvolles Verkehrsmittel». Er möchte daher das Urner Velowegnetz erweitern und verbessern. Die heute sechs Velowege mit einer Gesamtlänge von 6,7 Kilometern sollen um 19 weitere Wege mit einer Länge von 9,1 Kilometern erweitert werden.

Nun hat der Regierungsrat den Bericht und den Kreditantrag, über die der Landrat in der Session vom 29. Januar befinden wird, veröffentlicht. Darin hält die Regierung unter anderem fest, dass die Massnahmen vorwiegend den Velowegen im Urner Talboden zugutekommen sollen. «Prioritär will der Regierungsrat als Erstes die Radwege Altdorf–Seedorf, Attinghausen Reussbrücke und Attinghausen–Schattdorf umsetzen.» Zudem sieht der Bericht beispielsweise auch vor, die heute bestehende Lücke zwischen der Altdorfer Ringligasse und der Schattdorfer Eygasse zu schliessen.

«Riskante Manöver» auf Kantonsstrasse

Dass zwischen Alt- und Seedorf eine neue Veloverbindung entstehen soll, fordert der Seedorfer CVP-Landrat Andreas Bilger bereits seit zwei Jahren. In einer parlamentarischen Empfehlung verlangte er vom Regierungsrat Ende 2018 eine rasche Umsetzung der Verbindung. Denn der Verkehr auf der Kantonsstrasse, die von Altdorf nach Seedorf führt, habe in den vorangehenden Jahren stetig zugenommen. «Die Frequenzen sind vor allem bei schönem Wetter – insbesondere auch an den Wochenenden und am Mittwochnachmittag, wenn schulfrei ist – äusserst hoch.» Das starke Verkehrsaufkommen würde zu «zahlreichen riskanten Überholmanövern» führen, schrieb Bilger in seinem Vorstoss. Er empfahl dem Regierungsrat daher, die Planungsarbeiten für die Veloverbindung zu beschleunigen und spätestens ab 2020 mit der Umsetzung des Weges zu beginnen.

In seiner Antwort auf den Vorstoss, die seit diesem Monat vorliegt, stimmt die Regierung Bilger zu. «Der Regierungsrat teilt dieses Anliegen und hat bereits entsprechende Schritte in die Wege geleitet.» Ob sich allerdings der von Bilger angestrebte Zeitplan einhalten lässt, kann der Regierungsrat nicht garantieren. Dies hänge unter anderem ab «vom Resultat der Projektauflage und von den Gesprächen mit den Grundeigentümern, da teilweise zusätzliches Land für den Bau des neuen Radwegs benötigt wird».

Entstehen soll nämlich ein Veloweg, der von der Kantonsstrasse abgetrennt ist. Für die Detailplanung und insbesondere die ordentlichen Plangenehmigungs- und Auflageverfahren sei mit mehreren Monaten zu rechnen. «Mit der Umsetzung wird unmittelbar nach der Volksabstimmung begonnen, sofern die Stimmberechtigten die Förderung des Veloverkehrs in Uri befürworten und dem Verpflichtungskredit zustimmen», so der Regierungsrat.

Zustimmung an Urne ermöglicht weitere Gelder

Diese Abstimmung soll am 17. Mai stattfinden. Für den geplanten Ausbau werden insgesamt 25,6 Millionen Franken benötigt. 11,2 Millionen davon sollen in den Bau der neu geplanten Velowege fliessen, «die eigenständig sind und nicht als Bestandteil einer bestehenden Strasse beziehungsweise eines Strassenprojekts ausgeführt werden», schreibt der Regierungsrat in seinem Bericht an den Landrat. Da es sich bei diesem Betrag damit um sogenannte neue Ausgaben handelt, welche die Höhe von einer Million Franken übersteigen, muss die Stimmbevölkerung diesen genehmigen.

«Mit einem Ja können weitere Investitionen in den Langsamverkehr ausgelöst werden, die sich gesamthaft auf rund 25,6 Millionen Franken belaufen», schreibt der Regierungsrat weiter. Denn dann kann der Landrat auch den Kredit für die weiteren Umsetzungsmassnahmen – nämlich den Ausbau der bereits bestehenden Velowege für 14,4 Millionen Franken – beschliessen.

Diese Ausgaben muss der Kanton Uri jedoch nicht alleine stemmen. «Der Bund unterstützt den Ausbau im Rahmen der Agglomerationsprogramme der dritten Generation mit einer Kostenbeteiligung in der Höhe von 35 Prozent», hält der Regierungsrat fest. Anrechenbar sind dabei 20,6 der insgesamt anfallenden 25,6 Millionen Franken. Der Kanton Uri könne somit mit einer Unterstützung im Umfang von rund 7,2 Millionen Franken rechnen.

Dem Kanton Uri würden somit Nettokosten von rund 18,4 Millionen Franken verbleiben, die sich auf mehrere Jahre verteilen würden. Denn die Umsetzung des Velowegkonzepts dürfte gut zehn Jahre dauern, wie der Regierungsrat in seinem Bericht schreibt.