Urner Skirennfahrer überzeugen zum Saisonauftakt in Andermatt

Trotz Trainingsrückstand belegt der Spirgner Andreas Schuler beim Nachtslalom in Andermatt Rang 2. Auch die Isenthalerin Antonia Zurfluh fährt auf das Podest.

Urs Hanhart
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Andreas Schuler zeigt beim Nachtslalom in Andermatt eine starke Leistung.

Andreas Schuler zeigt beim Nachtslalom in Andermatt eine starke Leistung.

Bilder: Urs Hanhart (26. Dezember 2019)

Auf dem untersten Teil der Nätschen-Piste in Andermatt konnte am Stephanstag ein Jubiläum gefeiert werden. Dort wurde die zehnte Auflage des von der Trainingsgemeinschaft des Urner Skiverbandes (USV) organisierten traditionellen Subaru-Night-Slaloms ausgetragen, der wie gewohnt den Auftakt zur regionalen Skirennsaison bildete und zum ZSSV-Raiffeisen-Grand-Prix zählt.

Erfreulicherweise lockte das in unmittelbarer Dorfnähe ausgetragene Flutlichtspektakel einmal mehr zahlreiche Zaungäste an. Diese konnten bei einer geschickten Wahl des Standorts aufgrund der vergleichsweise kurzen Läufe nahezu die gesamte Rennpiste überblicken. Zur Freude der einheimischen Zuschauer geizten die USV-Akteure nicht mit guten Leistungen.

Andreas Schuler gibt sich selbstkritisch

Herausragender Akteur aus Urner Sicht war der 20-jährige Spirgner Andreas Schuler. Er musste nur gerade dem FIS-Fahrer Kilian Feiss, SC Hochstuckli Sattel, den Vortritt lassen. Das Feld war für ein Regionalrennen sehr stark besetzt. In der Gesamtabrechnung beider Läufe büsste er etwas weniger als eine Sekunde auf den Schwyzer ein. Schuler zeigte sich nach dem Wettkampf selbstkritisch. Dementsprechend lautete denn auch seine Analyse: «Mit meinem ersten Lauf bin ich nicht ganz zufrieden. Ich hätte etwas angriffiger fahren können. Im zweiten Durchgang ist es mir dann besser gelaufen. Aber angesichts der Tatsache, dass ich im Vorfeld der Saison weniger trainieren konnte als im Vorjahr, geht das Resultat ganz in Ordnung.»

Schuler, der als Polymechaniker arbeitet und kürzlich seine Stelle gewechselt hat, beendete den ersten Lauf mit 0,44 Sekunden Rückstand auf Kilian Feiss und 0,20 Sekunden hinter Cyrill Albani, SC Lenzburg, auf der dritten Position.

Im Entscheidungsdurchgang schaffte er es, den Aargauer knapp vom zweiten Platz zu verdrängen. Auf Feiss, der zweimal deutliche Bestzeit realisierte, büsste er hingegen weiter an Boden ein. Dazu meinte er: «Gegen solche FIS-Fahrer etwas auszurichten ist sehr schwierig. Denn diese investieren in der Regel viel mehr Zeit ins Training als wir Regionalfahrer.»

Schuler, der im Sommer/Herbst die Rekrutenschule absolviert hat, hofft nun, dass er in den kommenden Wochen sein Trainingspensum wieder etwas erhöhen kann. Im Winter 2018/19 avancierte er zum überragenden Regionalfahrer in der Zentralschweiz. Er feierte zahlreiche Tageserfolge und riss sich auch den Gesamtsieg im ZSSV-Raiffeisen-Grand-Prix unter den Nagel. Zudem sicherte sich der junge Schächentaler an der Amateur-Schweizer-Meisterschaft die Silbermedaille.

An diese tollen Erfolge möchte er nun anknüpfen. Schuler zu seinen Saisonzielen: «In der regionalen Rennserie möchte ich wieder ganz vorne mitmischen. Zudem strebe ich an der Amateur-Schweizer-Meisterschaft eine weitere Medaille an.» Der Saisoneinstieg ist ihm jedenfalls gelungen. Für die Organisation des Auftaktrennens gab es ein Lob: «Dieser Nachtslalom stellt für uns Regionalfahrer ein absolutes Highlight dar. Die Ambiance ist jeweils super. Heute profitierten wir von erstklassigen Pistenbedingungen.»

Antonia Zurfluh, SC Isenthal, fährt beim Nachtslalom in Andermatt auf den 3. Rang.

Antonia Zurfluh, SC Isenthal, fährt beim Nachtslalom in Andermatt auf den 3. Rang.

Bild: Urs Hanhart (26. Dezember 2019)

Zwei Auswärtige dominieren bei den Frauen

Bei den Frauen setzten sich zwei auswärtige Fahrerinnen ganz deutlich von der Konkurrenz ab. Carina Truttmann vom SC Hochstuckli Sattel, die vergangene Saison die Gesamtwertung des Raiffeisen-Grand-Prix gewonnen hatte und deshalb als Kronfavoriten gehandelt wurde, siegte mit 0,42 Sekunden Vorsprung auf die Sörenbergerin Janine Wicki, wobei die Luzernerin den Tagessieg durch einen etwas verpatzten ersten Durchgang verspielte. Mit rund drei Sekunden Rückstand auf die Schnellste, aber mit einem beachtlichen Vorsprung auf die nachfolgende Konkurrenz, sicherte sich Antonia Zurfluh, SC Isenthal, als bestklassierte Urnerin den dritten Platz.

Die Resultate sind auf www.urnerskiverband.ch einsehbar.