Urner VCS-Sektion will Kahlschlag im Kollegi-Areal verhindern

Rund 50 Bäume will das Urner Tiefbauamt fällen, um die Bushaltestellen Kollegium behindertengerecht umzubauen. Die Sektion Uri des Verkehrs-Clubs der Schweiz (VCS) hat gegen das Bauvorhaben Einsprache eingereicht.

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Viele teilweise unter Schutz stehende Bäume entlang der Kollegi-Mauer sollen gerodet werden. Die Urner VSC-Sektion will das verhindern.

Viele teilweise unter Schutz stehende Bäume entlang der Kollegi-Mauer sollen gerodet werden. Die Urner VSC-Sektion will das verhindern.

Archivbild: Florian Arnold

(RIN) Es ist ein Auftrag des Behindertengleichstellungsgesetzes, dass die Haltestellen des öffentlichen Verkehrs bis spätestens 2023 auch Personen mit Handicap ein selbstständiges Ein- und Aussteigen ermöglichen sollen. 2004 trat das Gesetz in Kraft, «doch der Regierungsrat liess 15 Jahre untätig verstreichen, bis die zuständige Baudirektion wenigstens einen Expertenbericht veranlasste», schreibt die Sektion Uri des Verklehrs-Clubs der Schweiz (VCS) in einer Mitteilung. Erst wenige Haltestellen entsprechen heute den neuen Anforderungen.

Obwohl es sich beim Kollegium eigentlich um ein einziges Projekt handle, hat das kantonale Tiefbauamt Ende September drei Projekte aufgelegt – je eines zu den Haltestellen an der Klausen- und der Gotthardstrasse und eines für die Umgestaltung des Kollegium-Areals in Altdorf. Die Umgestaltung des Areals werde nötig, weil das Amt die ebenfalls geschützte Umfassungsmauer auf einer Länge von rund 160 Meter verschieben und die Haltestelle Richtung Bürglen um gut 40 Meter bergwärts versetzen will.

VCS sieht Lösung ohne Radikalmassnahmen

In der Folge sollen rund 50 Bäume entlang der Mauer gerodet werden. «Viele von ihnen sind durch das Altdorfer Baumschutzreglement geschützt und gehören zur Umgebung des Schutzobjekts Kollegium, dem das kantonale Schutzinventar regionale Bedeutung zumisst», schreibt VSC Uri weiter. «Nur unter eng umrissenen Bedingungen dürfen geschützte Bäume gefällt werden.» Deshalb hat der VCS Uri in allen drei Verfahren Einsprache erhoben. Die behindertengerechte Umgestaltung der Haltestellen ist nach Meinung des VCS auch ohne diese Radikalmassnahmen möglich. Er hat in der Einsprache an den Gemeinderat und den Regierungsrat entsprechende Vorschläge gemacht. Insbesondere sei auf die Verschiebung der Bushaltestelle Richtung Bürglen und auf die geplante platzraubende Abzweigspur zwischen Kreisel und Hochmühlegasse zu verzichten.

Der VCS setzt sich auch dafür ein, dass den Velofahrern auf der Gotthardstrasse zwischen Grundgasse und Kollegium ein sicherer Abstand zur Mauer gewährt wird und dass der Fussgängerstreifen über die Klausenstrasse beim Kreisel und derjenige über die Gotthardstrasse bei der Blumenfeldgasse erhalten bleiben.

Tempo-30-Zone soll es richten

Um einen ruhigeren und sichereren Verkehr zu ermöglichen, soll nach Ansicht des Verkehrs-Clubs der Schweiz von der Schächenbrücke bis zum Kreisel und auf der Klausenstrasse vom Kreisel bis zur Einfahrt zum Parkplatz der kantonalen Verwaltung eine Tempo-30-Zone eingerichtet werden. Die von den Projekten betroffenen Abschnitte der Gotthard- und der Klausenstrasse weisen auf kleinem Raum eine grosse Zahl von einmündenden Strassen und Wegen auf, die meist bereits heute zu Tempo-30-Zonen gehören. Dazu komme, dass im fraglichen Bereich drei mal zwei stark frequentierte Bushaltestellen liegen.

Insgesamt sei die Strecke durch Langsamverkehr gekennzeichnet: Schülerinnen und Schüler sowie Kindergärtler, welche die Gotthardstrasse queren, Kunden von Urnertor, Denner und weiteren Geschäften und Restaurants sowie Schüler des Kollegi, die sich zu einem erheblichen Teil zu Fuss oder mit dem Velo durch die Blumenfeldgasse zum Kollegi bewegen. «Die Unfallstatistik zeigt auf der Gotthardstrasse vom Grünen Wald bis zum Kreisel Kollegi und auf den ersten 200 Metern der Klausenstrasse eine auffällige Häufung von Unfällen», so die Urner Sektion. «Mit Tempo 30 kann die Sicherheit erhöht und der Lärm reduziert werden.»