Urner Verkehr wird auf Bevölkerungswachstum ausgerichtet

Der Landrat entscheidet über den Kantonalen Verkehrsplan, der eine Stärkung des ÖV und Velo-Verkehrs vorsieht.

Florian Arnold
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Der Bahnhof Altdorf  wird zur Drehscheibe des öffentlichen Verkehrs im Urner Talboden. (Bild: Urs Hanhart)

Der Bahnhof Altdorf  wird zur Drehscheibe des öffentlichen Verkehrs im Urner Talboden. (Bild: Urs Hanhart)

Die Bevölkerung des Kantons Uri soll zwischen 2015 und 2040 um 8,5 Prozent wachsen – die Zahl der Arbeitsplätze soll in dieser Zeit sogar um 22,6 Prozent zulegen. Davon geht die Urner Regierung in ihrem Kantonalen Verkehrsplan aus, der im Herbst dem Landrat vorgelegt wird. Dieser dient als übergeordnetes Planungsinstrument und ist eng mit dem Richtplan verknüpft. Er ist für alle Behörden verbindlich.

Die höchste Mobilitätsnachfrage besteht heute im Urner Talboden, und zwar hauptsächlich wegen des Pendelns und des Einkaufens. Die grössten Pendlerbeziehungen bestehen einerseits zwischen Altdorf sowie Schattdorf, Bürglen und Erstfeld, andererseits zwischen der gesamten Agglomeration unteres Reusstal und den Arbeitsplätzen ausserhalb des Kantons im Norden. Das Auto ist das wichtigste Verkehrsmittel, dies aufgrund der Siedlungsstruktur. Den zweiten Mobilitätsschwerpunkt bildet der Tourismusentwicklungsraum Ursern und insbesondere die Schöllenen als Erschliessungsachse.

Weniger Autoverkehr 
im Siedlungsgebiet

Die Pläne der Regierung sind denn auch auf drei Gebiete aufgeteilt: Unteres Reusstal, Ursern sowie übrige Gemeinden und Talschaften. Im Unteren Reusstal sollen die Siedlungen vom Autoverkehr entlastet werden. Eine Schlüsselfunktion spielen dabei die West-Ost-Verbindung und der A2-Halbanschluss. Diese sollen aufeinander abgestimmt eröffnet werden. Ebenso wichtig sind die dazugehörenden flankierenden Massnahmen. Der öffentliche Verkehr wird auf den Kantonsbahnhof Altdorf ausgerichtet. Taktgeber sind dort die Zugverbindungen. Alle zwei Stunden sollen Intercitys halten, und der Interregio und die S-Bahn sollen sich im Halbstundentakt abwechseln. Neben Altdorf werden auch die Bahnhöfe in Göschenen, Andermatt, Flüelen und Erstfeld zusätzliche Drehscheiben bleiben, was die Zuganbindung betrifft. Für den Busverkehr bleiben auch das Telldenkmal und die Post in Amsteg wichtige Umsteigepunkte. Das ÖV-Angebot in den Agglomerationen soll gestärkt werden. Ziel ist es ausdrücklich, dort den Autoverkehr zu reduzieren. Die Anpassungen im öffentlichen Verkehr geschehen unter Berücksichtigung des Behindertengleichstellungsgesetzes. Das Kursangebot wird sich auf den grössten Kundennutzen ausrichten.

Im Urserntal wird der ÖV auf das Regionalzentrum Andermatt, den Umsteigepunkt Göschenen, aber auch auf den Kantonsbahnhof Altdorf ausgerichtet. Das ÖV-Angebot soll allgemein ausgebaut werden. An geeigneten Standorten sollen auch Parkier-Möglichkeiten entstehen. Schliesslich sollen die übrigen Gemeinden und Talschaften gut an den Talboden angeschlossen werden – dies sowohl mit dem Auto als auch dem öffentlichen Verkehr. Die Anbindung der Seitentäler und der kleineren Gemeinden wird auf die Bedürfnisse der Berufspendler und die Verknüpfung mit dem Bahnverkehr ausgerichtet.

Das Velofahren 
soll sicherer werden

Wichtige Impulse sollen mit dem Verkehrsplan für die Velofahrer gesetzt werden. «Der Veloverkehr wird als konkurrenzfähige Alternative zum Autofahren und zum ÖV für Wege innerhalb der Agglomerationsgemeinden im unteren Reusstal etabliert», so die Ansage der Regierung. Die Sicherheit ist dabei zentral. Die Regierung stellt sich ein «wohlwollendes Nebeneinander» der verschiedenen Verkehrsteilnehmer vor. Es sollen aber auch geeignete Abstellmöglichkeiten für Velos geschaffen werden. Im Plan enthalten ist eine «durchgehende und sichere Veloverbindung entlang der Axenstrasse».

Auch für die Fussgänger wird in die Sicherheit investiert. So sollen die Strassenquerungen in den Siedlungsgebieten verbessert werden und die Anordnung von Fussgängerstreifen überprüft werden. Ziel ist allgemein ein engmaschiges Wegnetz, besonders auch in den Tourismusorten. Bedarf besteht hierbei etwa vom Tourismusresort zum Dorfkern Andermatt.

Der Landrat wird im September über den Verkehrsplan im Ganzen befinden. Einzelne Abschnitte können nicht geändert werden. Zudem unterliegt der Plan keinem Referendum. Er hat keine unmittelbaren Ausgaben zur Folge