Urner Verwaltung soll zentral bleiben

In der Immobilienstrategie der Regierung wird die Richtung für die kommenden 15 Jahre vorgegeben. Wegen der «Verrechtlichung» der Gesellschaft wird davon ausgegangen, dass in der Verwaltung zukünftig mehr Mitarbeiter beschäftigt sind.

Christian Tschümperlin
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Das Kantonsgebäude in der Brickermatte Altdorf; hier ist die kantonale Verwaltung untergebracht.

Das Kantonsgebäude in der Brickermatte Altdorf; hier ist die kantonale Verwaltung untergebracht.

Bild: Florian Arnold (Altdorf, 4. November 2016)

Die Gebäude des Kantons sollen wirtschaftlich sein und bestmöglich genutzt werden. Dazu verfolgt die Regierung eine Immobilienstrategie. Diese wurde nun für die kommenden 15 Jahre angepasst. Aufgezeigt wird, welchen grundsätzlichen Rahmen man sich in Sachen Planung, Bau, Bewirtschaftung und Nutzung der Kantonsliegenschaften und Mietobjekte macht. Es handelt sich dabei um ein Führungsinstrument der Regierung, aus Transparenzgründen wird sie nun aber dem Landrat zur Kenntnis gebracht – auch deshalb, weil verschiedene politische Vorstösse in Vergangenheit Klarheit über die Immobilienstrategie verlangten. «Die vorliegende Immobilienstrategie stellt keine grosse Änderung gegenüber der geltenden Praxis dar», betont die Regierung. Umgesetzt werden soll sie mit den bestehenden Ressourcen. Zusätzliche Kosten werden dadurch also keine verursacht.

Gebäude verdichtet genutzt

Rückblick: Seit 2008 hat der Urner Regierungsrat verschiedene strategische Entscheide gefällt. So wurde beschlossen, die Verwaltung nicht aus dem Altdorfer Dorfzentrum zu entfernen. 2010 wurde eine Verdichtung ins Auge gefasst, jedoch wurde auf einen Neubau Brickermatte II verzichtet. Im Professorenhaus (Klausenstrasse 2) und im Bürogebäude Brickermatte (Klausenstrasse 4) konnten die Finanzdirektion und die Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde untergebracht werden. Das Amt für Steuern konnte vom Winterberg an die Tellsgasse 1 ziehen.

Auch weiterhin soll die kantonale Verwaltung zentral erreichbar bleiben. Ein besonderes Augenmerk gilt in der Strategie der neuen Hauptverkehrsachsen. Denn in Uri wird es zu einer Neuordnung der Verkehrsströme kommen, dies im Zuge des Baus des Kantonsbahnhofs, der West-Ost-Verbindungsstrasse (WOV) und des A2-Halbanschlusses in Altdorf Süd. «Eine Dezentralisierung von Verwaltungseinheiten mit hohen Besucherfrequenzen macht wenig Sinn», teilt die Baudirektion auf Anfrage mit.

Bevölkerung und Mitarbeiterbestand wächst

Für die Immobilienstrategie werden verschiedene Entwicklungen angenommen: Bis 2030 soll die Bevölkerungszahl des Kantons Uri gemäss einer Studie aus dem Jahr 2014 von heute 35'700 um rund 3200 auf fast 38'900 Personen anwachsen. Rund 80 Prozent des erwarteten Wachstums gehen auf den Entwicklungsschwerpunkt Urner Talboden rund um den Bahnhof Altdorf sowie auf das Tourismusresort Andermatt zurück.

Auch wird davon ausgegangen, dass es tendenziell mehr Mitarbeiter auf der kantonalen Verwaltung geben wird. Als Grund nennt die Regierung die stärkere «Verrechtlichung» der Gesellschaft. Die «Arbeitswelt 4.0» mit ihren Teilzeitstellen und viel Teamarbeit erhöhe den Arbeitsplatzbedarf weiter. Allerdings besteht auch die Chance, dass etwa durch Homeoffice der Raumbedarf reduziert wird. «Es kann davon ausgegangen werden, dass im Kanton Uri eher ein Überangebot an Büroräumlichkeiten besteht.»

25 Millionen sollen investiert werden

Im Besitz des Kantons befinden sich aktuell Gebäude mit einem Versicherungsneuwert von 167,9 Millionen Franken. Nicht berücksichtigt in dieser Zahl sind das Kantonsspital Uri und die Werkmatt. Die Immobilien befinden sich laut dem Strategiepapier in einem guten Zustand, weisen sie per Ende 2019 doch einen durchschnittlichen Zustand von 85 Prozent des Neuwerts auf. Ohne Investitionen in den nächsten zehn Jahren würde sich dieser Wert auf 73 Prozent verringern. Im Finanzplan des Immobilienportfolios sind in den Planjahren von 2020 bis 2034 folgende Investitionen von knapp 25 Millionen Franken angedacht, aber noch nicht bewilligt:

  • Ersatzneubau am Werkhof Betrieb (2018–2024)
  • Umbau und Erweiterung der Archivräume im Staatsarchiv / Kantonsbibliothek (2019–2021)
  • Innensanierung und Ausbau Dachgeschoss beim Zeughaus (2024–2026)
  • Sanierung und Teilersatzbau beim Zivilschutzausbildungszentrum Krump (2021 –2024)
  • Sanierung der Mittelschule Uri (2029–2031)

Die Immobilienstrategie 2020 wurde von der Baudirektion im Auftrag des Regierungsrates erstellt und wird dem Landrat an der Session vom 20. Mai zur Kenntnisnahme vorgelegt.