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René Röthlisberger: «Urner Wirtschaftsmotor läuft noch mehrheitlich rund»

Der satte Gewinn von 233000 Franken an der Uri 18, die Wiederwahl der Geschäftsleitungsmitglieder und ein spannendes Referat zum Thema «Reformstau am Gotthard: Die Schweiz steht still» prägten die GV des Verbands Wirtschaft Uri.
Paul Gwerder
Wirtschaft-Uri-Präsident René Röthlisberger (rechts) dankt dem Referenten, Dr. Peter Grünenfelder, Direktor von Avenir Suisse, für das spannende Referat. (Bild: Paul Gwerder (Altdorf, 11. April 2019))

Wirtschaft-Uri-Präsident René Röthlisberger (rechts) dankt dem Referenten, Dr. Peter Grünenfelder, Direktor von Avenir Suisse, für das spannende Referat. (Bild: Paul Gwerder (Altdorf, 11. April 2019))

(pd/ml) Am Donnerstag fand im «Uristier»-Saal in Altdorf die GV von Wirtschaft Uri statt. Begrüsst wurden die Teilnehmer von chinesischen Studenten der Altdorfer Privatschule Lemania. Damit wollte René Röthlisberger, der Präsident des Dachverbands der Urner Wirtschaftsverbände, unterstreichen, dass Lemania ein Teil des Aufbruchs in Uri sei und dass die Globalisierung auch in Uri nicht Halt macht.

«2018 war ein gutes, spannendes und intensives Jahr für die Wirtschaft in der Schweiz, aber auch für Uri», hielt Röthlisberger in seinem Jahresbericht fest. «Der Wirtschaftsmotor läuft immer noch mehrheitlich rund in unserem Kanton.» Neben Vernehmlassungen und Veranstaltungen habe sich die Geschäftsleitung mit Schwerpunktthemen wie Bildung, Digitalisierung, Infrastrukturen und Standortattraktivität beschäftigt. Der Präsident informierte weiter, dass der kantonale Gewerbeverband im Juni 2018 definitiv aufgelöst worden ist und dass die neue Website von Wirtschaft Uri Ende April aufgeschaltet wird.

In einer gleichartigen Umfrage wie im Kanton Luzern signalisierten auch die Unternehmer für 2019 eine positive Einschätzung der wirtschaftlichen Entwicklung im eigenen Unternehmen. Dabei sei jedoch festzustellen, dass die Luzerner Wirtschaft im Trend besser abschneide als die Urner. Einzig bei der verkehrstechnischen Erreichbarkeit stehe Uri deutlich besser da als Luzern.

Satter Gewinn bei der Uri 18 erwirtschaftet

Röthlisberger bezeichnete die Wirtschafts- und Erlebnismesse Uri 18 als «eine einzige Erfolgsgeschichte». «Wir waren ehrgeizig und glücklicherweise ist uns vieles gelungen, aber wir hätten einiges noch besser machen können.» Die rund 200 Aussteller hätten dafür gesorgt, dass 36000 Besucher begeistert gewesen seien. Die Uri 18 schloss mit einem satten Gewinn von 233000 Franken ab. Mit diesem Geld sollen die Urner Wirtschaft gestärkt und deren Leistungen besser sichtbar gemacht werden. OK-Präsident Urban Camenzind dankte den «hochprofessionellen OK-Mitgliedern» für die perfekte Arbeit, denn diese hätten sehr viel zum grossen Erfolg beigetragen. In diesem Jahr wird der Kanton Uri als Gastkanton an der Zuger Messe teilnehmen.

Als Erfolgsstory bezeichnete der Präsident das KW Erstfeldertal, das in einmaliger Geschwindigkeit projektiert und zur Baubewilligung gebracht worden sei, aber auch das Riesenprojekt beim Bahnhof Altdorf mit Gewerbe- und Wohnbauten. Sorgen bereite den Firmen immer mehr die Rekrutierung von gutem Fachpersonal. Positiv sähen die allgemeine Wirtschafts- und Auftragslage sowie die Gewinnaussichten aus, die Entwicklung im Exportanteil und die Besetzung der Lehrstellen würden dagegen als eher schwierig eingestuft. «Wir dürfen jetzt nicht stehen bleiben, sondern wir müssen alles unternehmen, damit wir auch in Zukunft qualitativ wachsen können», sagte Röthlisberger.

Mit grossem Applaus wurden René Röthlisberger (Präsident), Gregor Bless und Beat Marty (Gewerbe Uri), Bruno Arnold und Werner Jauch (Industrie Uri), Simon Arnold (Bauwirtschaft Uri) und Thomas Arnold als Geschäftsleitungsmitglieder von Wirtschaft Uri wiedergewählt. Die von Beat Marty präsentierte Rechnung schloss mit einem kleinen Jahresgewinn von 1241 Franken ab, dies bei einem Aufwand von knapp 40000 Franken.

Die globale Wirtschaft knarzt zurzeit etwas

Peter Grünenfelder, Direktor der Denkfabrik Avenir Suisse, hielt nach der GV ein Referat zum Thema «Reformstau am Gotthard: Die Schweiz steht still». «Eigentlich könnten wir uns zurücklehnen, aber dies wäre ein grosser Trugschluss, denn in der globalen Wirtschaft knarzt es heute. Wir erleben in der Schweiz eine dramatisch anhaltende Wachstumsschwäche gegenüber unseren Nachbarländern», sagte Grünenfelder einleitend. Anhand von Beispielen zeigte er auf, dass die Schweiz in Sachen Wettbewerbsfähigkeit in den vergangenen 14 Jahren von Rang 11 auf 38 zurückgefallen ist. «Die Schweiz von heute arbeitet und spart viel, setzt diese Ressourcen unter den herrschenden technologischen Möglichkeiten aber nicht sonderlich effizient ein», erklärte der Referent. Auch die demografische Entwicklung bereite ihm Sorgen. «Wir werden immer älter, und Menschen, die heute geboren werden, haben eine Lebenserwartung von 100 Jahren», glaubt Grünenfelder. Deshalb sei es zwingend notwendig, das Rentenalter auf 67 oder 68 Jahre zu erhöhen, wie das 17 andere OECD-Länder gemacht hätten. Die Schweizer müssten die hausgemachten Reformblockaden überwinden. Das heisse: Hindernisse übersteigen, die selber gemacht seien, den vertrauten Ist-Zustand verlassen, auch wenn dies Unsicherheit auslöse, Ziele setzen, die noch nicht angestrebt worden seien und die Ergebnisse verbessern, die bislang nur teilweise befriedigen würden.

In die Ausbildung von Fachkräften investieren

«Sie müssen im Kanton Uri dringend in die Ausbildung von Fachkräften investieren, denn sonst wird es bald einen akuten Mangel an qualifiziertem Personal auf dem Arbeitsmarkt geben», riet Grünenfelder. Und abschliessend stellte er fest, dass das Schweizer Hochschulsystem «leider viel zu wenig auf die Probleme im Arbeitsmarkt reagiert hat».

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