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Urner zelebrieren das Schwingfest

Rund 2600 Zuschauer verfolgten das Urner Kantonale Schwingfest bei prächtigem Sommerwetter. Den sportlichen Höhepunkt bildete aus Urner Sicht die Schlussgangteilnahme von Roger Baumann gegen Joel Wicki, den Überflieger der Saison.
Paul Gwerder

Schon vor 7 Uhr ist das Festzelt auf dem Sportplatz Attinghausen mit Besuchern gut gefüllt. Sie fachsimpeln bei Kaffee und Gipfeli und diskutieren, wer wohl den Siegerpreis – das Rind «Sotschi» – gewinnen wird. Rund eine Viertelstunde vor dem Anschwingen versammeln sich die 197 antretenden Athleten auf dem Schwingplatz bei prächtigem Schwingerwetter. Der Einteilungspräsident Lukas Briker begrüsst die Schwinger und macht sie auf die Regeln aufmerksam. Als dann am Nachmittag der Schlussganggegner von Joel Wicki bekannt wird, sind viele Festbesucher überrascht, denn mit dem Schattdorfer Roger Baumann hatte niemand gerechnet.

Vor fünf Jahren fand das 12. Urner Kantonale zum letzten Mal in Attinghausen statt. Der letzte und einzige Attinghauser, der dieses Fest vor seiner Haustür gewinnen konnte, war Stefan Bissig im Jahr 1998. Sechs Jahre zuvor gewann Bissig am gleichen Ort seinen ersten Kranz. Der in Attinghausen lebende Andi Imhof vom SK Bürglen gewann das Fest im Jahr 2011 in Flüelen. Vor Jahrzehnten gewannen die aus Attinghausen stammenden «Rotichers» Josef Zurfluh im Jahr 1949, Ambros Zurfluh (1974 und 1975) und «Z’Hohle» Ady Zurfluh (1963, 1969) und Theo Zurfluh (1972) das Verbandschwingfest in anderen Urner Gemeinden.

Gabentempel hat einen Wert von 80000 Franken

Auch heute ist der Name Zurfluh auf dem Schwingplatz sehr präsent, aber es sind diesmal «z’Poschtmättelers», die viel zum guten Gelingen des Festes beigetragen haben. So ist Alois Zurfluh (Jahrgang 1966) OK-Präsident, und zudem arbeiten seine Brüder Beni, Beat, Christof und David im Organisationskomitee. Doch damit nicht genug. Alois junior (1990), der Sohn des OK-Präsidenten, war im OK für den Bau zuständig, und die Tochter Anja erstellte den Festführer. Besonders stolz zeigte sich Ehrenmitglied Alois Zurfluh (1941), der Vater des OK-Präsidenten, dass sogar vier Grosskinder als Ehrendamen am Sonntag auf dem Schwingplatz zu sehen sind. Zudem ist Enkel Michael eine der grössten Zukunftshoffnungen für die Attinghauser Schwinger.

Der reichhaltige Gabentempel im Wert von zirka 80000 Franken, der von Gabenchef Leo Zurfluh mit seinen Kollegen zusammengestellt wurde, ist ein spezieller Besuchermagnet. «Besonders beliebt sind heute bei den Schwingern Haushaltsgegenstände wie Kaffeemaschinen, Fernseh- oder Sportgeräte. Daneben dürfen aber auch traditionelle Gaben wie Glocken, Truhen oder Stabellen nicht fehlen. Die beiden kostbarsten Preise sind wohl ein wunderbar geschnitzter Holztisch sowie eine riesige «Tryychlä», beide im Wert von 2500 Franken».

Ständerat Dittli: «Wir müssen solche Traditionen pflegen»

Die Sonntagsstille, welche von Pfarrer Franz Imhof gehalten wird, wird vom Gesang des Jodlerklubs «Tälläbuebä» und dem Alphorntrio «Balmerbüebä», sowie von Alphornbläsern und Fahnenschwingern begleitet. Der Pfarrer meint: «Wir sollten im Leben wie auch hier am Schwingplatz miteinander ‹recht› umgehen», und er stellt fest, dass ein solcher Anlass nicht mehr ohne die grosse Hilfsbereitschaft der freiwilligen Helferinnen und Helfer durchgeführt werden könnte. Beim Apéro der Ehrengäste betont Ständerat Josef Dittli: «Wir müssen solche Traditionen wie hier am Schwingfest pflegen, denn dies ist wichtig für unseren Nationalsport.» Beim feierlichen Festakt durfte der diesjährige OK-Präsident Alois Zurfluh von seinem Vorgänger aus Altdorf, Max Gisler, die Kantonalfahne für ein Jahr übernehmen. «Wir werden im Freiherrendorf gut zur Fahne schauen und diese im nächsten Jahr dem OK von Bürglen übergeben», sagt Zurfluh.

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