Stress inklusive: Urnerin stylt Kandidaten bei «Switzerland’s next Topmodel» um

Die Coiffeuse Stephanie Walker hat bei «Switzerland’s next Topmodel» Frisuren umgestylt – ein nicht nur erfreuliches Erlebnis.

Lucien Rahm
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Stephanie Walker in ihrem Salon in Altdorf. (Bild: Lucien Rahm, 22. November 2019)

Stephanie Walker in ihrem Salon in Altdorf. (Bild: Lucien Rahm, 22. November 2019)

Einige stressvolle Momente habe ihr der Fernsehauftritt schon beschert, sagt Stephanie Walker. Die 36-jährige Coiffeuse, die in Altdorf ihren eigenen Salon betreibt, hat in der am Samstag zu Ende gegangenen Staffel von «Switzerland’s next Topmodel» beim Umstyling der Kandidaten mitgewirkt. In der zweiten Folge der Model-Castingsendung, die im Schweizer Sendefenster von ProSieben gezeigt wurde, stand Walker dem in New York tätigen Starcoiffeur Felix Fischer zur Seite.

Dass Walker mit von der Partie sein durfte, verdankt sie ihrer Kollegin, die ebenfalls in der amerikanischen Küstenstadt aktiv ist und Fischer kennt. Dieser habe zunächst ihre Kollegin mit ins Boot geholt. «Und sie wollte dann auch mich mit dabei haben.» Als Spezialistin für Haarfärbungen sei Walker dann zu Fischers Team gestossen.

Stephanie Walker während dem Umstylen eines der TV-Models. (Screenshot Pro Sieben)

Stephanie Walker während dem Umstylen eines der TV-Models. (Screenshot Pro Sieben)

Arbeit unter erschwerten Bedingungen

Auf die anfängliche Freude über das prestigeträchtige Engagement folgte aber bald einmal Ernüchterung. Denn Walker durfte die Haarfärbeprodukte, die sie sonst in Altdorf verwendet, aus Werbegründen nicht mit nach Zürich nehmen. Dort fanden die Dreharbeiten in einem grossen Salon im Industriegebiet statt. «Ich wusste auch nicht, mit welchen Farben ich dort arbeiten muss. Das macht es dann etwas kompliziert.» Denn die Färbeprodukte würden sich in ihrer Wirkung teilweise unterscheiden, was zu unerwarteten Ergebnissen führen könne.

Auch wichtige Hilfsmittel wie eine Waage zur Herstellung der Farbmischung fehlten. «Ich hatte schon befürchtet, dass das nicht gut rauskommt», sagt Walker. Kommt hinzu: «Es hat riesig viele Leute dort und auch die Kameras sind ständig da.» Das sorge für zusätzlichen Stress. Mit etwas Improvisation gelangen ihr aber dennoch sehenswerte Resultate. «Dafür, dass wir ein wenig basteln mussten, ist es eigentlich toll geworden.»

Stephanie Walker beim Mischen von Haarfarbe. (Bild: Lucien Rahm, Altdorf, 22. November 2019)

Stephanie Walker beim Mischen von Haarfarbe. (Bild: Lucien Rahm, Altdorf, 22. November 2019)

Eine weitere Überraschung waren für Walker teils die Verhaltensweisen der Kandidaten, die sie umstylen durfte. «Wir fingen an, einen jungen Herren zu blondieren. Dann sagte er plötzlich, dass er auf Bleichungsmittel allergisch sei.» Und schon seien die Kameras da gewesen, um den sich anbahnenden Konflikt einzufangen. «Wir mussten dann einfach weitermachen.»

Solche Ereignisse seien wohl bewusst kalkuliert, sagt Walker. «Das ist dann halt das Drehbuch der Sendung.» Da sie das Format zuvor nicht geschaut habe, war ihr dieser Aspekt nicht bewusst. Auch zu anderen kleinen Auseinandersetzungen sei es beim Dreh gekommen. «Das haben sie aber alles rausgeschnitten.»

Insgesamt sei sie etwa acht Stunden lang am Arbeiten gewesen. Dass sie dafür nicht bezahlt wurde oder sich jemand bei ihr bedankt hätte, habe sie schon etwas geärgert. «Aber so funktioniert halt diese Industrie.» So etwas sei Arbeit fürs Portfolio.

Unter dem Strich eine «super Erfahrung»

Dennoch sei ihr Engagement in der Modelsendung unter dem Strich eine «super Erfahrung» gewesen, sagt Walker. Von Kunden und Freunden, die sie im Fernsehen gesehen haben, erhalte sie positive Rückmeldungen. Und trotz fehlender Bezahlung würde sich Walker wohl erneut auf eine Arbeit vor der Kamera einlassen, wenn sie die Möglichkeit hätte. «Ich würde aber wohl meine eigenen Produkte mitnehmen.»