Urnerin organisiert Konzert mit musikalischer Neuinterpretation

26 Musikstudenten liessen sich von den musikalischen Akademien des 18. Jahrhunderts inspirieren. Organisiert wird das Konzert im Theater Uri von der aus Schattdorf stammenden Yvonne Gisler.

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Yvonne Gisler organisiert das Konzert und wirkt als Flötistin im Orchester mit. (Bild: PD)

Yvonne Gisler organisiert das Konzert und wirkt als Flötistin im Orchester mit. (Bild: PD)

(pd/ml) Wegen des Spielverbotes, mit dem Theater während der Advents- und Fastenzeit belegt waren, wurden im Wien des ausgehenden 18. Jahrhunderts als Ersatz für die Aufführungen sogenannte musikalische Akademien geboten. Zur Fastenzeit 2019 möchten 26 Musikstudenten, darunter auch die Urner Yvonne Gisler (Flöte) und Dominik Rohrer (Kontrabass), eine davon inspirierte, neue Form einer solchen Konzertveranstaltung präsentieren. Die Aufführung findet am 17. März um 17 Uhr im Altdorfer Saal des Theaters Uri statt.

Öffentliche Konzerte waren erst im Entstehen

Ein berühmtes Beispiel für eine solche musikalische Akademie ist das Konzert Mozarts am 23. März 1783, bei dem unter anderem eine Serenade, konzertante Arien, Konzertsätze und eine Sinfonie aufgeführt wurde.

Das Konzertwesen in Wien zu jener Zeit unterschied sich wesentlich von den uns heute vertrauten Gepflogenheiten der Konzertvereine und -säle. Ausser den aristokratischen Privatveranstaltungen an den Höfen des Adels gab es selbstverständlich das Musiktheater, doch öffentliche, bürgerliche Konzerte waren erst im Entstehen.

Orchester fand an Abschlussprojekt zusammen

Das Konzert der Musikstudenten der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) zur Fastenzeit wird von der aus Schattdorf stammenden Yvonne Gisler organisiert. Sie studiert Querflöte (Master Musikpädagogik) an der Zürcher Hochschule der Künste. Im Kanton Uri ist sie musikalisch stark verwurzelt und spielt regelmässig bei Projekten wie Trievent, Collegium Musicum Uri und vielen anderen mit. Seit Februar 2017 unterrichtet Gisler Querflöte an der Musikschule Uri. Sie wirkt auch als Flötistin im Orchester mit.

Mit den aufgeführten Werken Klavierkonzert, Konzertsatz und Sinfonie versuchen die Musikanten, dem Zuhörer einen Abriss des damals herrschenden Gattungsreichtums und der Art der Programmzusammenstellung zu präsentieren. Zusammengefunden hat das Orchester im Sommer 2018, als es Mozarts Klavierkonzert Nr. 25 spielte. Dies geschah im Rahmen des Bachelor-Abschlussprojektes von Pianist und Dirigent Viktor Jugovic, der den Solopart spielte und das Konzert zugleich vom Klavier aus leitete. Das Konzert wurde von der Jury mit ausgezeichnetem Erfolg gewürdigt und Viktor Jugovic gewann mit dieser Aufführung den Bachelor-Förderpreis Musik der ZHdK 2018.

Programm – W. A. Mozart: Konzert für Klavier und Orchester in C-Dur, KV 503; aus dem Konzert für Oboe und Orchester C-Dur, KV 314: Allegro aperto. J. Haydn: Sinfonie Nr. 88 G-Dur. Eintritt frei (Türkollekte).