URNERSEE: Die Munition bleibt vorerst auf dem Seegrund

In der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts hat der Bund im Urnersee und im Gersauerbecken des Vierwaldstättersees Munition versenkt. Nach einer ersten Abwägung der Risiken hat der Bund entschieden, vorerst auf die Bergung der Munition zu verzichten

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Der Urnersee wird im Autrag des VBS und dem Amt für Umweltschutz auf versenkte Munition untersucht. (Archivbild Manuela Jans/Neue LZ)

Der Urnersee wird im Autrag des VBS und dem Amt für Umweltschutz auf versenkte Munition untersucht. (Archivbild Manuela Jans/Neue LZ)

Dafür aber sollen in Absprache mit den beteiligten Kantonen die abgelagerte Munition und die Wasserqualität langfristig und systematisch überwacht werden. Das Eidgenössische Amt für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS), der Kanton Bern und die Aufsichtskommission Vierwaldstättersee haben dazu ein gemeinsames Untersuchungs- und Monitoringprogramm vereinbart. Diese Arbeiten haben im Jahr 2007 begonnen, wie es in einer Medienmitteilung heisst.

In der Zwischenzeit liegen erste Zwischenergebnisse vor. Im Wesentlichen ergeben sich folgende
erste Erkenntnisse:

  • Eine Verunreinigung des Seewassers aus der versenkten Munition ist unwahrscheinlich und kann gemäss heutigem Kenntnisstand ausgeschlossen werden.
  • Die gleichwohl gemessenen Mikroverunreinigungen deuten auf see-externe Quellen hin. Sie liegen im Nanogrammbereich und damit um mindestens den Faktor 10 unter den Trinkwasserleitwerten.
  • Die Ortung der Munition im See ist weitgehend abgeschlossen. Sie ist in den Versenkungsgebieten zumeist über grössere Flächen verstreut.
  • Die im See liegende Munition ist weitgehend von Seesedimenten überdeckt.

Das Untersuchungs- und Monitoringprogramm geht weiter. Als nächste Schritte sind geplant:

  • Weitere Abklärungen zum Verhalten des Sprengstoffs im Sediment sowie der aquatischen Ökotoxikologie
  • Untersuchung von gehobenen Munitionsobjekten Detailuntersuchung der vertikalen Verteilung von Munitionsablagerungen
  • Laufende Überwachung der Wasserqualität (See- und Trinkwasser)
  • Prüfung eines allfälligen Bergungskonzepts für den Bedarfsfall

scd