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Urnersee ist um eine Attraktion reicher

Am späten Freitagnachmittag fand auf einer Fahrt von Flüelen nach Brunnen die Frühjahrsversammlung der Schifffahrt Urnersee AG auf ihrem renovierten Motorschiff Wilhelm Tell statt, das nun regelmässig für Rundfahrten gebucht werden kann.
Paul Gwerder
Matthias Steinegger (rechts) übernimmt von Vizepräsident René Schibig symbolisch die «Wilhelm Tell». (Bild: Paul Gwerder (29. Juni 2018))

Matthias Steinegger (rechts) übernimmt von Vizepräsident René Schibig symbolisch die «Wilhelm Tell». (Bild: Paul Gwerder (29. Juni 2018))

Es war ein ehrgeiziges Ziel, das die am 23. Januar gegründete Schifffahrt Urnersee AG hatte, nämlich das 35 Tonnen schwere und 60 Platz bietende Motorschiff Wilhelm Tell in nur einem knappen halben Jahr wieder auf Vordermann zu bringen (unsere Zeitung berichtete). In dieser Zeit ist die Schiffsschale grossflächig saniert, das Innere total ausgehöhlt und neu ausgestattet worden und dies alles mit einheimischen Firmen und vor allem Mitarbeitenden der Arnold & Co. AG (Kompanyy).

«Wir haben es tatsächlich geschafft, das 1953 erbaute Motorschiff Wilhelm Tell in kürzester Zeit total zu sanieren. Und heute haben wir Gelegenheit, mit diesem Bijou eine Fahrt von Flüelen nach Brunnen zu erleben», sagte Verwaltungsratspräsident Matthias Steinegger an der Frühjahrsversammlung der Schifffahrt Urnersee AG am späten Freitagnachmittag.

Rundfahrten fast wie damals

«Aufwendig war es, den Unterbau des Schiffes zu sanieren, die Bordelektrik oder der Farbanstrich, der in sechs verschiedenen Schichten aufgetragen werden musste», erklärte Steinegger. Besonders schön ist, dass der Arbeitsplatz des Schiffsführers praktisch unverändert geblieben ist, ausser dass einige nautische Elemente erneuert wurden. Im vorderen Teil des Schiffes können sich die Gäste in einem wunderschönen Salon wohlfühlen, während im Mittelteil die Bar und die schönen Tische mit den bequemen Sitzgelegenheiten ins Auge stechen. Im Aussenbereich, dem Heck, wurde ein sehenswerter Boden aus Tropenholz verlegt.

Für die Schifffahrt Urnersee AG war es ein grosser Glücksfall, dass sie die beiden Schiffe Wilhelm Tell und MS Flüelen von Besitzer Ferdi Kaufmann erwerben konnten. Dessen Wille war es stets, dass die Schiffe in Flüelen bleiben und an Leute gehen, die eine Beziehung zu Uri und zum See haben.

Genau vier Monate und drei Wochen hat der ganze Umbau gedauert, und rund 153000 Franken hat er gekostet. Dieser Betrag konnte so niedrig gehalten werden, weil ein grosser Teil der Arbeiten von «Kompanyy»-Mitarbeitern verrichtet wurde. «Vielleicht hatten wir zuerst fast nicht daran geglaubt, dass wir das Motorschiff aus dem Dornröschenschlaf erwecken könnten», sagte Steinegger. «Deshalb bin ich heute umso zufriedener, dass wir dieses ambitiöse Vorhaben dank der grosszügigen Aktionäre geschafft haben.»

An der Frühjahrsversammlung konnte Steinegger den 15 Aktionären, allesamt bekannte Persönlichkeiten aus den Kantonen Uri und Schwyz, mitteilen, dass die Firma ihr erstes Ziel erreicht hat und nun Rundfahrten für Touristen, Geburtstage, Hochzeiten, Firmenanlässe, Familienfeiern, Schulreisen oder Jahrgängertreffen auf dem Motorschiff Wilhelm Tell gebucht werden können.

Bezüglich Personal gibt es kaum Probleme. Es haben sich mehrere Schiffführer gemeldet. Zudem absolvieren zurzeit sieben Personen die B1-Ausbildung, und auch für den Matrosenjob gibt es genügend Interessierte, denn bei allen Fahrten muss mindestens eine Begleitperson an Bord sein. Im Herbst soll dann auch der gemeindeeigene Anlageplatz an der Quaianlage in Flüelen wieder zugänglich sein.

MS Flüelen soll 2019 in See stechen

«Als Nächstes möchten wir das 20 Tonnen schwere Motorschiff MS Flüelen, das 1959 vom Stapel gelaufen ist und 50 Personen Platz bietet, sanieren», blickte Steinegger in die Zukunft. In der Diskussionsrunde waren alle Mitglieder dafür, das zweite Schiff ebenfalls wieder für Ausflüge auf Vordermann zu bringen.

Um diese einzigartige Perle zu renovieren und finanzieren zu können, braucht die Firma ungefähr noch 125000 Franken. Eine Möglichkeit, dies zu finanzieren, besteht darin, das Aktionariat von 15 auf 20 Aktionäre aufzustocken oder das Aktienkapital über die bestehenden Aktionäre um je 8333 Franken zu erhöhen. Ob das fehlende Geld über ein Darlehen, wie aus der Versammlung vorgeschlagen, oder einer Kapitalerhöhung beschafft werden soll, wird der Verwaltungsrat der Schifffahrt Urnersee AG demnächst beurteilen.

«Ich bin sehr stolz, dass wir das Erbe von Ferdi Kaufmann übernehmen durften», sagte Verwaltungsratsvizepräsident Paul Betschart. Er richtete einen besonderen Dank an die Firma Arnold mit Betriebsleiter Matthias Steinegger. «Ohne diese Firma würden wir heute diese Schifffahrt nicht geniessen können», betonte der Schwyzer Geschäftsmann. «Ich bin hocherfreut, dass ich diesen Abend hier dabei sein kann und ich bin überzeugt, dass die gegründete Schifffahrt Urnersee AG mit den beiden Schiffen und ihren beiden Anlegestellen in Flüelen und Brunnen grosses Potenzial hat», sagte Christoph Müller von der Volkswirtschaftsdirektion Uri.

Nach der Versammlung steuerte Schiffsführer Marcel Aschwanden die Gesellschaft auf dem attraktiven «Wilhelm Tell» mit ruhiger Hand nach Brunnen, wo das Schiff beim Waldstätterhof anlegte, wo die Gäste das Nachtessen geniessen konnten. Zu nächtlicher Stunde fuhr das Schiff mit dem über 300 PS starken Dieselmotor, der nur leise zu hören war und kein Vibrieren des Schiffes zuliess, wieder zurück nach Flüelen.

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