URSERNTAL: Nachts kommen die Sanitäter aus der Luft

Die Armee zieht sich ab April 2016 aus dem Ambulanzdienst im Urner Urserntal zurück. Ab dann rücken die Rettungsfahrzeuge von einem Stützpunkt in Andermatt aus - allerdings nur tagsüber. Zu Einsätzen in der Nacht rücken Rega-Helikopter an.

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Die Ambulanzen des Kantonsspitals Uri fahren ab 2016 auch in Ursenental. Es wird einen neuen Stützpunkt in Andermatt geben. (Bild: Urs Hanhart / Neue UZ (Archiv))

Die Ambulanzen des Kantonsspitals Uri fahren ab 2016 auch in Ursenental. Es wird einen neuen Stützpunkt in Andermatt geben. (Bild: Urs Hanhart / Neue UZ (Archiv))

Ab Ende März 2016 steht die in Andermatt stationierte Ambulanz der Armee der Zivilbevölkerung nicht mehr zur Verfügung. Ein entsprechender Vertrag zwischen dem VBS und der Korporation Ursern läuft dann aus.

Der Rettungsdienst über die Strasse soll künftig im gesamten Kanton vom Kantonsspital aus sichergestellt werden, wie die Urner Regierungsrat beschloss. Gemäss Mitteilung vom Dienstag sind zwei Rettungsstützpunkte in Altdorf und Andermatt geplant.

24 Stunden besetzt

Der Stützpunkt in Altdorf ist rund um die Uhr besetzt. Tagsüber sollen zwei Ambulanzteams bereit stehen, in der Nacht und am Wochenende jeweils ein Team. Der Stützpunkt in Andermatt soll in einer dreijährigen Versuchsphase tagsüber während neun bis zwölf Stunden betrieben werden. In der Nacht soll die Rega die Einsätze per Helikopter übernehmen.

Mit der Erhaltung des Stützpunkts in Andermatt setze der Regierungsrat ein wichtiges Zeichen, um die Grundinfrastruktur im Urner Oberland zu stärken, schreibt die Regierung. Aufgrund der Einsatzzahlen und der räumlichen Verteilung der Bevölkerung würde grundsätzlich ein Stützpunkt im Unterland genügen. Der Regierungsrat berücksichtige die besonderen Verhältnisse im Oberland und die touristische Entwicklung in der Region.

Luftrettungen hätten im Kanton Uri Tradition, hält der Regierungsrat fest. Die Rega sei bereits heute ein wichtiger Bestandteil der medizinischen Notfallversorgung in Uri, etwa in Skigebieten und auf Passstrassen.

Mit dem neuen Konzept strebt der Regierungsrat kürzere Hilfsfristen und damit tiefere Kosten an. Im Notfall soll neu innert 15 Minuten Hilfe vor Ort eintreffen.

Für die Umsetzung benötigt der Rettungsdienst zu den heutigen 14 Vollzeitstellen rund fünf Stellen mehr. Dem Kanton entstehen Mehrkosten von rund 0,8 Millionen Franken pro Jahr. (sda)