VALENTIN SICHER: Gurtneller gräbt nach Kristallschätzen

Valentin Sicher begann vor fünfzig Jahren im Binntal nach Mineralien zu suchen. Noch heute findet man dort seltene Arten. Ein Mineral ist sogar nach ihm benannt.

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Valentin Sicher bestimmt gefundende Mineralien unter dem Mikroskop. (Bild Raini Sicher)

Valentin Sicher bestimmt gefundende Mineralien unter dem Mikroskop. (Bild Raini Sicher)

Wenn der 83-jährige Gurtneller Valentin Sicher von seinen nächtlichen Streifzügen in den Bergen erzählt, beginnen seine Augen zu leuchten. «Damit mich niemand sah und mir womöglich zuvorkommen konnte, ging ich in der Nacht auf Kristallsuche», sagt der ehemalige Bauunternehmer. Dabei gerät der rüstige Rentner in einen solchen Erzähleifer, dass sogar seine Brissago erlischt, weil er vergessen hatte, daran zu ziehen.»

Sicher suchte Rat in Zürich
Nach dem Zweiten Weltkrieg, als Sicher auf Kristallsuche ging, interessierten sich die meisten Urner Strahler nur für grosse Quarzkristalle. Einzig dem jungen Valentin Sicher hatten es auch kleine Mineralien angetan, die in allen verschiedenen Farben leuchten. «Die anderen Strahler sahen oder beachteten diese Mineralien gar nicht», erzählt er. Deshalb konnte ihm auch niemand sagen, wie die Mineralien heissen, die er gefunden hatte. So packte er sie in eine Schachtel, reiste mit dem Zug nach Zürich und bat dort einen ETH-Professor um Rat. Heute hat Sicher selbst so viel Fachwissen, dass junge Strahler ihn um Rat fragen.

Mit dem Bagger aufgefahren
Die bedeutendsten Funde machte Valentin Sicher am Lengenbach im Walliser Binntal. Denn als man in den Fünfzigerjahren dort grosse Mineralienvorkommen vermutete, fuhr der Gurtneller mit seinem Bagger auf. Kurz darauf tat er sich mit einem Walliser, mit Museumsdirektoren und Professoren der Universitäten Basel und Bern zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammen. In den folgenden Jahren fanden sie unglaubliche Mengen an Mineralien, darunter sogar vierzig Arten, die man bis anhin nicht gekannt hatte. Die Funde wurden so zahlreich, dass ein Grubenarbeiter eingestellt werden musste. Noch heute gräbt man am Binntaler Lengenbach nach Mineralien. Rund 30 000 Stücke hat man bisher ans Tageslicht befördert und unter den Beteiligten verteilt.

Elias Bricker

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Freitag in der Neuen Urner Zeitung.