VANDALISMUS: Schöllenen: «Der jetzige Teufel ist eine Kopie»

Der Urner Denkmalpfleger ärgert sich über den verschmierten Teufel in der Schöllenen. Dabei ist dieser nicht einmal ein Original.

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Eduard Müller, Denkmalpfleger des Kantons Uri. (Bild zVg)

Eduard Müller, Denkmalpfleger des Kantons Uri. (Bild zVg)

Eduard Müller, Mitte Juli haben Vandalen den Teufel in der Schöllenen mit blauer Farbe beschmiert. Seit wann wissen Sie von den Schmierereien am Danioth-Teufel?
Eduard Müller: Das muss nur wenige Tage nach dem Vorfall gewesen sein. Ich bin mit dem Auto die Schöllenen runter gefahren, da habe ich den verschmierten Teufel gesehen. Dann habe ich sofort abgeklärt, wem der Teufel gehört.

Und?
Müller: Er gehört dem Bund. Denn seit der Einführung des NFA ist dieser zuständig für die fragliche Parzelle mit der Teufelswand, die sich jetzt auf Nationalstrassengebiet befindet. Ich bin zu den Verantwortlichen bei der Urner Baudirektion gelangt. Sie haben für die Restaurierung das Bundesamt für Strassen kontaktiert.

Wieso ist bisher nichts passiert?
Müller: Das kann ich Ihnen nicht sagen. Die Mühlen beim Bund mahlen halt manchmal langsamer als beim Kanton.

Ist Uri bereit, dem Bund zu helfen?
Müller: Wir würden die Arbeit gern begleiten, schliesslich sind wir an der fachgerechten Restaurierung des Teufels interessiert. Wir wären auch bereit, Restauratoren beizuziehen. Das können wir aber nur tun, wenn der Eigentümer sein Einverständnis gibt.

Der Teufel ist seit fast 60 Jahren in der Schöllenen. Ist er schon einmal verunstaltet worden?
Müller: Da ist mir nichts bekannt. Aber: Bei der Eröffnung der neuen Kantonsstrasse musste die Freske dem Tunnel weichen. Denn der Original-Teufel befand sich genau an der Stelle, wo nun die Strasse in den Tunnel führt. Nach dem Tod von Heinrich Danioth im Jahr 1953 musste man den Gehörnten nochmals malen. Der jetzige Teufel ist also eine Kopie – aber eine sehr gute und wertvolle.

Interview von Sven Aregger

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Freitag in der Neuen Urner Zeitung.