VANDALISMUS: «Wir sehen uns als Anwälte der Jugendlichen»

Die Urner Jugendlichen - eine Bande dreister Vandalen? Mitnichten, sagen Simone Mettler und Mauro Kuny. Die Gassenarbeiter über Bussen, Tadel und Kuschel-Pädagogik.

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Simone Mettler und Mauro Kuny im Gespräch mit Jugendlichen vor dem Schulhaus St. Karl in Altdorf. (Bild Urs Hanhart/Neue UZ)

Simone Mettler und Mauro Kuny im Gespräch mit Jugendlichen vor dem Schulhaus St. Karl in Altdorf. (Bild Urs Hanhart/Neue UZ)

Seit bald fünf Monaten patrouillieren die Jugendarbeiter Simone Mettler und Mauro Kuny als TIP-Team durch die Urner Strassen. Ihre Arbeit soll dazu beitragen, den Vandalismus einzudämmen. «Ein Jugendkulturhaus ist ein Bedürfnis der Jungen und wäre eine Idee», sagt Kuny. Gemäss dem TIP-Team sind die Jugendlichen in Uri nicht schlimmer als anderswo. Von repressiven Massnahmen wie Bussen halten die Gassenarbeiter eher wenig.

Simone Mettler und Mauro Kuny, erzählen Sie uns von Ihrer jüngsten Patrouille auf Urner Strassen.
Mauro Kuny: Das war der Maskenball in Amsteg. Ein gute Stunde waren wir unterwegs, wir redeten mit den Verantwortlichen an der Kasse und schauten, ab welchem Alter Alkohol ausgeschenkt wird. Der Anlass war die erste Fasnachtsveranstaltung, die Einlass ab 16 Jahren gewährte. Es gab aber auch viele Junge unter 16, die sich auf der Strasse aufhielten.

Also ein etwas extremes Beispiel: 14-Jährige trinken um Mitternacht auf dem Altdorfer Rathausplatz Bier zu lauter Musik, werfen die leeren Flaschen gegen das Telldenkmal und pöbeln Passanten an. Was tun Sie?
Kuny: Wir gehen auf die Jugendlichen zu, stellen uns vor und suchen das Gespräch. Sie sollen ihr Verhalten aus der anderen Perspektive sehen. So fragen wir etwa: Was ginge euch durch den Kopf, wenn ihr hier morgen früh aufräumen müsstet? Dann wollen wir herausfinden, wieso die Teenager so spät noch unterwegs sind auf öffentlichen Plätzen.

Interview Sven Aregger

Das ganze Interview lesen Sie am Samstag in der Neuen Urner Zeitung.