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Velofahren soll in Uri sicherer werden

An der ersten Velokonferenz im Kanton Uri wurde darüber diskutiert, wie man Fahrradfahren attraktiver machen könnte. Dabei zeigte sich, dass vieles geplant ist. Es gibt aber noch zahlreiche Hürden zu überwinden.
Philipp Zurfluh
Die Situation für Velofahrer auf der Seedorfer Reussbrücke ist problematisch. Das neue Konzept soll Abhilfe schaffen. (Bild: Florian Arnold, 26. Juni 2019)

Die Situation für Velofahrer auf der Seedorfer Reussbrücke ist problematisch. Das neue Konzept soll Abhilfe schaffen. (Bild: Florian Arnold, 26. Juni 2019)

Das Velo und das E-Bike als Fortbewegungsmittel sind beliebter als je zuvor. Auch im Kanton Uri benutzen viele Menschen das Zweirad für den Weg zur Arbeit. «Wir wollen das Velofahren fördern und populärer machen», sagt Niklas Joos-Widmer von der kantonalen Arbeitsgruppe Velo, die vor zirka eineinhalb Jahren ins Leben gerufen wurde und sich einmal pro Monat zum Austausch trifft. Sie setzt sich aus Mitgliedern verschiedener politischer Parteien, Verbände und Organisationen zusammen. An einer Veranstaltung am Dienstagnachmittag in den Räumlichkeiten von Working Point haben sich 40 Personen dem Thema Veloverkehr angenommen.

Beat Planzer von der Baudirektion Uri stellte das neue Urner Radwegkonzept ausführlich vor: «Wir haben damit eine gute Basis geschaffen, um den den Langsamverkehr fördern zu können. Mit diesen Massnahmen steht der Kanton Uri gut da. Im Moment steht aber alles nur auf Papier.» Nun seien die politischen Behörden an der Reihe, erklärte Planzer.

19 Radwege sind in Planung

(pz) Im Kanton Uri gibt es heute sechs kantonale Radwege, die eine Distanz von insgesamt 6,7 Kilometern aufweisen. Nun sollen weitere 19 Wege mit einer Länge von 7,8 Kilometern folgen. Am 27. Mai 2019 hat die Baudirektion Uri das Radwegkonzept unterschrieben. Anschliessend hat sie dem Regierungsrat das Konzept zur Kenntnisnahme vorgelegt. Dieser hat das Konzept am 11. Juni verabschiedet. Das Radwegkonzept sieht einen Investitionsbedarf von 25,6 Millionen Franken vor. Davon werden rund 20 Millionen Franken zur Mitfinanzierung im Agglomerationsprogramm des Bunds eingereicht. Über den restlichen Betrag wird der Urner Landrat noch befinden müssen. «Uns ist bewusst, dass dies ein hoher Betrag ist. Der Ausbau der Fuss- und Velowege entspricht aber einem grossen Bedürfnis der Bevölkerung», sagte Beat Planzer an der Velokonferenz am Dienstag. Das letzte Wort wird dann die Bevölkerung haben. Für das Jahr 2020 ist eine Volksabstimmung geplant, sofern der Landrat vorgängig dem Geschäft zustimmt.

Das alles ist im Kanton Uri geplant: Velo- und Gehweg zwischen Seedorf und Altdorf, Rad- und Fussweg bei der Reussbrücke Attinghausen, Rad- und Fussweg Attinghausen nach Schattdorf (Riedstrasse). Des Weiteren sollen auch Veloabstellanlagen bei ÖV-Haltestellen und zentralen Anlagen konzipiert werden. Vom Kreisel Kollegi bis zur Grundgasse soll links und rechts ein Radstreifen erstellt werden. Von der Grundgasse bis zur Löwenmatte soll ein Mehrzweckstreifen für Velofahrer und Fussgänger ins Auge gefasst werden.

Sicherheit bringt mehr Personen aufs Velo

Kathrin Hager, Velobeauftragte Kanton Thurgau. (Bild: pz)

Kathrin Hager, Velobeauftragte Kanton Thurgau. (Bild: pz)

Zu Gast war auch die Präsidentin der Velokonferenz Schweiz und Velobeauftragte Kanton Thurgau, Kathrin Hager. Sie gab einen Einblick in ihre Tätigkeiten und Erfahrungen, die sie in ihrem ländlichen Kanton bisher gesammelt habe. «Man muss sich auf der Strasse sicher fühlen, dann tendiert man eher dazu, das Velo als Fortbewegungsmittel zu wählen», sagte die profunde Kennerin der Szene.

Eine der wichtigsten Fragen sei, wie man den Raum auf die Verkehrsteilnehmer am besten aufteilen kann. «Wenn man mehr Leute auf das Velo bringen möchte, muss die Fahrt bequem und möglichst direkt sein», ist Hager überzeugt.

«Der Mensch wählt das praktischste Verkehrsmittel. Vielleicht muss man auch das Autofahren unattraktiver machen.»

Die Veloverantwortliche des Kantons Thurgau nahm auch die Unternehmen in die Pflicht. «Es wäre lohnenswert, wenn die Mitarbeiter einen Anreiz erhalten würden, mit dem Velo zur Arbeit zu kommen.» Es gebe zwar Firmen, die sich an einem ÖV-Abonnement oder den Fahrspesen beteiligen, doch an die Velo-Benützung würden sie nichts bezahlen.

«Wir möchten Nachhaltigkeit vorleben»

David Schuler, Verwaltungsratspräsident Raiffeisenbank Schächental. (Bild: pz)

David Schuler, Verwaltungsratspräsident Raiffeisenbank Schächental. (Bild: pz)

Passend zum Thema der Veranstaltung stellte David Schuler, Verwaltungsratspräsident der Raiffeisenbank Schächental, das E-Bike-Projekt seines Unternehmens vor. Seit dem Neubau der Filiale sind die Platzverhältnisse sehr eng. Darum fiel der Entscheid, nur sieben Parkplätze für Kunden zur Verfügung stellen. «Wir sehen uns auch als verantwortungsvoller Teil der Gesellschaft und möchten Nachhaltigkeit vorleben und dem etwas angekratzten Image der Banker eine positive Richtungsänderung geben», erklärte Schuler.

Mitarbeiter können sich ein personalisiertes Velo zusammenstellen. Eigentümer der Zweiräder ist die Raiffeisenbank Schächental. Die Mitarbeiter zahlen pro Monat 60 Franken. «Es ist ein Willensfrage so etwas zu machen», sagte Schuler. Er habe sich viele Jahre darüber geärgert, dass Mitarbeiter, die im nahen Umkreis des Arbeitsortes wohnen, mit dem Auto zur Arbeit fahren und damit die Kundenparkplätze eingenommen haben. «Das Projekt ist nicht nur auf Gegenliebe gestossen, doch die Mitarbeiter liessen sich schliesslich davon begeistern.» Von den 23 Mitarbeitern hätten 17 ein E-Bike bestellt. «Wir haben zu Beginn nicht gedacht, dass unser Projekt auf eine derart grosse Resonanz stosst.»

Sollen Lehrpersonen gratis parkieren dürfen?

In drei Gruppen wurde über diverse Themen zur Förderung des Langsamverkehrs debattiert und zum Schluss präsentierten diese mögliche Massnahmen. «Gratis-Parkplätze der Gemeindearbeiter und der Lehrpersonen sollten verschwinden», äusserte sich jemand und möchte so das Zweirad attraktiver machen. Es müssten attraktive Abstellplätze für Zweiräder zur Verfügung gestellt werden und weniger für Fahrzeuge. «Problematische Orte für Velofahrer müssen endlich angegangen werden», meinte eine andere Person und nannte als Beispiel die Flüelerstrasse, wo der Radstreifen in Fahrtrichtung Norden plötzlich in die Hauptstrasse einmündet.

«Ich würde mir wünschen, dass die Eltern ihren Kindern noch mehr vorleben, dass man das Velo für den Schulweg oder in der Freizeit nutzen kann», meinte ein weiterer Teilnehmer der Veranstaltung.

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