Veranstaltung
Martin Widmers Krimi führt in die Sprengstofffabrik Isleten

Das Isenthaler Jubiläum ist vorbei, das historische Dorf-Buch liegt auf dem Tisch. Nun laden Martin Widmer und die Kulturkommission zu einer kulinarischen Krimi-Lesung ins Hotel Urirotstock ein. Anderntags führt Markus Sigrist durchs Sprengstoffareal Isleten.

Josef Schuler
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Die Sprengstofffabrik Cheddite ist heute nicht mehr in Betrieb.

Die Sprengstofffabrik Cheddite ist heute nicht mehr in Betrieb.

Bild: Josef Schuler

Autor Martin Widmer gräbt in seinem Krimi-Erstling «Der Vermisste vom Vierwaldstättersee» tief in der Geschichte der Region. Er schickt Ermittler Mattmann auf die Spuren Alfred Nobels und dessen Sprengstofffabrik an die Isleten. Geheimnisse werfen nicht selten Schatten in die Gegenwart. Denn im Zürcher Oberland wird eine Frau erschlagen. Kriminalpolizistin Reinhart nimmt den Ehemann fest, überzeugt, den Täter geschnappt zu haben. Das hört Journalist Mattmann, zweifelt aber an der Schuld und recherchiert: Über Brunnen, Flüelen kommt er in die älteste Fabrik am Urnersee, verstrickt sich mehr, als ihm lieb ist, in den Mordfall. Der spannende Krimi dreht sich um Nobels Dynamitherstellung, den Gotthard-Eisenbahntunnelbau – und ein schreckliches Geheimnis, das schwer auf den Menschen lastet. Auch auf Mattmann.

Martin Widmers Erstling-Krimi dreht sich um Nobels Dynamitherstellung und den Gotthard-Eisenbahntunnelbau.

Martin Widmers Erstling-Krimi dreht sich um Nobels Dynamitherstellung und den Gotthard-Eisenbahntunnelbau.

Bild: PD

«Es freut mich, diese Krimi-Lesung vor Ort, in Isenthal, zu halten», sagt der erfahrene Historiker Martin Widmer, der mit Büchern Erfolge feiert. «Seit 2017 bin ich freischaffend, zuvor war ich Co-Verleger eines Verlags für Kultur und Geschichte.» Und Widmer denkt nach: «Warum sind Menschen manchmal nur wenig davon entfernt, jemanden umzubringen. Was hält uns zum Glück davon ab?» Die szenische Lesung übergibt er Anna-Katharina Diener, die als gelernte Schauspielerin oft auf Bühnen auftritt. Im Gespräch zwischen Autor und Publikum erfahren die Besucherinnen und Besucher interessante Hintergründe des Romans. Marlis und Ruedi Bissig vom «Urirotstock» freuen sich, Gastgeber zu sein. «Warum nicht vorgängig ein Nachtessen reservieren?», meint der Wirt lächelnd. «Wir sorgen, dass Essen und Lachen nicht im Halse stecken bleiben.»

Führung durch die Cheddite Isleten

Die Halbinsel Isleten ist der Haupthandlungsort des Krimis – und zeitgleich wie die Abkurung des Tals von Seedorf seit 400 Jahren der älteste Urner Gewerbestandort. Der Isenthaler Bach war Energieträger und Wasserversorger, und als Wasserweg nach Luzern begünstigte er die Industrialisierung. «Die gewerbliche Nutzung begann im 16. Jahrhundert mit der Familie Madran, die Eisenerz verhüttete und den Holzreichtum nutzte», erklärt der Führer Markus Sigrist. 1851 errichtete Karl Emanuel Müller auf der Halbinsel die Papierfabrik, zwei Holzmaschinen liefen Tag und Nacht, bis neue Technologien den Standort konkurrenzierten. Ab 1873 produzierte Alfred Nobel den Sprengstoff für Kraftwerkbauten und den Gotthard-Eisenbahntunnel. 2001 wurde die Nitroglyzerin-Sprengstoffherstellung aufgegeben, man wechselte auf pharmazeutische Spezialprodukte. «Wegen weltweit sinkenden Bedarfs haben wir die Fabrikation von Pharma-Nitroglyzerin im Februar 2020 eingestellt und die Vermietung und touristische Nutzung der Isleten verstärkt», erklärt der langjährige CEO der Cheddite. Sigrist wird anlässlich der Führung noch tiefer in die Geschichte der Isleten einführen.

Ein Blick auf die Halbinsel Isleten, auf der die ehemalige Sprengstofffabrik steht.

Ein Blick auf die Halbinsel Isleten, auf der die ehemalige Sprengstofffabrik steht.

Bild: PD

Die öffentliche Lesung mit Martin Widmer findet am 12. November, 19.30 Uhr, im Hotel Urirotstock Isenthal statt (Nachtessen um 18 Uhr, Reservierungen an info@urirotstock.ch oder Tel. 041 878 11 52). Am 27. November um 19:30 Uhr findet eine zweite Lesung im Saal 1111 in Göschenen statt.

Die Führung durch das Cheddite-Areal Isleten (Eingang Bauenstrasse 5) findet am 13. November um 11 Uhr statt (Anmeldung an Josef Schuler: 079 627 88 75 oder schuler-josef@outlook.com).

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