Konzernverantwortungsinitiative soll verbindliche Regeln schaffen

Mitglieder des Lokalkomitees in Altdorf warben am vergangenen Samstag für eine Annahme des Volksbegehrens. 

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Das Lokalkomitee warb für die Konzernverantwortungsinitiative und sammelte am Stand auch Unterschriften für einen Protestbrief an Glencore. (Bild: PD, Altdorf, 23. November 2019)

Das Lokalkomitee warb für die Konzernverantwortungsinitiative und sammelte am Stand auch Unterschriften für einen Protestbrief an Glencore. (Bild: PD, Altdorf, 23. November 2019)

(bar) Die Mitglieder des Lokalkomitees Altdorf führten am vergangenen Samstag eine Standaktion zur Konzernverantwortungsinitiative durch. «Die Rückmeldungen aus der Bevölkerung stimmen uns sehr positiv», lässt sich Hansjörg Felber vom Lokalkomitee in einer Medienmitteilung zitieren: «Für viele ist es eine Selbstverständlichkeit, dass Konzerne wie Glencore dafür geradestehen sollen, wenn sie das Trinkwasser vergiften oder ganze Landstriche zerstören.»

Ein aktueller Fall brachte rund 2000 Freiwillige an 350 Schweizer Standaktionen auf die Strasse: In Cerro de Pasco (Peru) sind Luft, Boden und Wasser mit Schwermetallen vergiftet. Daran Schuld trägt eine riesige Glencore-Mine. Gerade für Kinder hat das dramatische Folgen: Blutarmut, Behinderungen und Lähmungen. Analysen zeigen, dass sich die Bleikonzentration in den letzten Jahren weiter verschlimmert hat. «Das muss sofort aufhören», so das Komitee. Es sammelte deshalb am Stand auch Unterschriften für einen Protestbrief an Glencore.

Die Konzernverantwortungsinitiative kommt bald zur Abstimmung. Das Lokalkomitee will die Zeit bis zur Abstimmung weiterhin nutzen, um möglichst viele Einwohnerinnen und Einwohner von Altdorf über die Initiative zu informieren. «Für mich ist es unhaltbar, dass es immer noch Konzerne mit Sitz in der Schweiz gibt, die Trinkwasser vergiften, Menschen vertreiben und ganze Landstriche zerstören, ohne dafür geradestehen zu müssen», betont Felber. «Die Konzernverantwortungsinitiative schafft endlich verbindliche Regeln, um diesen Machenschaften einen Riegel zu schieben.»

Glencore wehrt sich gegen Anschuldigungen

Der Rohstoffhändler aus Zug widerspricht der Darstellung von Initianten der Konzernverantwortungsinitiative, nach der eines der Glencore-Bergwerke in Peru Luft, Boden und Wasser vergiftet.
Christian Tschümperlin