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Radelnd dem Biber auf der Spur

Bei der 6. Velo-Kultour von Pro Velo Zug erfuhren die Teilnehmer viel Wissenswertes über Fauna und Flora.

Für Pro Velo Zug: Maria Ellend Wittwer
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Raymund Gmünder (ganz rechts) erzählt von der Renaturierung des Bibersees.

Raymund Gmünder (ganz rechts) erzählt von der Renaturierung des Bibersees.

Bild: PD

Zum Thema Renaturierungen, wovon im Kanton Zug einige entstanden sind, haben 23 Teilnehmer kürzlich ein paar auf der gemütlichen Velotour von Pro Velo Zug bei herrlichem Sonnenschein erradelt. Die neuste Renaturierung, nämlich neben der vor kurzem eröffneten Tangente, ist noch im Anfangsstadium, was den Bewuchs angeht. Wir sind gespannt, wie es in fünf Jahren neben der Tangente aussehen wird. Es sollen dann laut Andres Bucher der Abteilung Wasserbau vom Tiefbauamt der Baudirektion Zug auch gelbe Seerosen blühen.

Nach vielen interessanten Informationen ging es zum «neuen» Bibersee. Der ursprüngliche Gletscherrandsee von rund 41 000 Quadratmetern verlandete nach und nach. Für neues Riedland wurde der See im 19. Jahrhundert ganz trockengelegt. Die geerntete Streu wurde für die Kühe im Stall benötigt, die damals die Milch in grossen Mengen für die Anglo-Swiss Condensed Milk lieferten.

Nun stehen wir also an diesem bezaubernden See, der 2015 eingeweiht wurde. Der Bewuchs ist ausgereift und braucht regelmässige Pflege, so Raymund Gmünder vom Verein Lebensraum Landschaft Cham. 2013 zählte man 34 Vogelarten, 2017 waren es schon 55. 17 Arten von Libellen wurden vor Ort gesichtet, Amphibien sowie Wildtiere werden ebenfalls beobachtet, jetzt hofft man noch auf den Biber. Eine neue Erfolgskontrolle wird zirka in einem Jahr stattfinden, denn seit 2020 fliesst das Abwasser der nahen Autobahn nicht mehr in dieses Gewässer. Dass der See auch noch viele archäologische Funde aus dem Mittelalter hervorbrachte, entlockte den Zuhörern eine zusätzliche Verwunderung.

Auf der letzten Etappe ging es rasant hinab nach Hagendorn zu den Bibern. Diese in der Natur und am helllichten Tag zu beobachten ist eher ausgeschlossen. Frau Marianne Rutishauser von Pro Natura Aargau und Zug vermittelte uns seine Lebensart. So war der Biber im 19. Jahrhundert ausgerottet. Unter anderem wurde sein Fleisch, welches wegen seines schuppenartigen Schwanzes offiziell als Fischfleisch galt, in der Fastenzeit verzehrt.

Wechsel des Wohnsitzes je nach Wasserniveau

Umso schöner ist es, dass dieses Tier bei uns wieder heimisch ist. Er gilt als Baumeister und schafft sich so mehrere Wohnungen auf verschiedenen Höhen, denn der Wasserpegel ändert sich ja bekanntlich stetig. Wir danken allen Teilnehmenden und Referenten für die begeisternden Stunden. Die nächste Velo-Kultour ist geplant für Samstag, 2. Juli, im kommenden Jahr.