VERKEHR: 47 Prozent wollen eine zweite Gotthard-Röhre

Wie immer in der Hauptreisezeit kommts zu Staus vor dem Gotthard. Schnell ist eine zweite Röhre gefordert. Doch dafür gibts Hürden.

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Das Portal der Gotthard-Röhre in Göschenen. (Bild Keystone)

Das Portal der Gotthard-Röhre in Göschenen. (Bild Keystone)

Die Staus am Gotthard werden länger, der Tunnel muss in zehn Jahren saniert werden: Der Ruf nach einem zweiten Strassentunnel im Gotthard wird laut. Dabei scheint sich ein Meinungsumschwung abzuzeichnen: In einer Umfrage der «SonntagsZeitung» sprechen sich 47 Prozent der Befragten dafür aus, dass der Gotthard ausgebaut werden sollte. 36 Prozent sind dagegen, der Rest ist unentschlossen. Befragt wurden 504 Personen. Laut der Zeitung bildet SVP-Nationalrat Ulrich Giezendanner, der seit Jahren für eine zweite Röhre kämpft, bereits eine Allianz, um seinem Vorhaben zum Durchbruch zu verhelfen.

Urner haben Vorbehalte
In Uri gibts jedoch Vorbehalte. So sagt zwar die Urner FDP-Nationalrätin Gabi Huber: «Die zweite Röhre darf kein Tabu sein. Für den Betrieb des Tunnels kann eine zweite Röhre sinnvoll sein.» Bevor darüber diskutiert werde, sollte jedoch der Schwerverkehr auf die Schiene verlagert sein. «Priorität hat die Verlagerung», betont Huber. Sie fordert von SVP-Politikern wie Giezendanner, dass sie den Verlagerungswunsch des Schweizer Volkes unterstützen. Dieses hatte sich dazu in mehreren Volksabstimmungen bekannt. 1994 stimmten die Schweizer Stimmbürger der Alpeninitiative zu, die in ihrem Kernsatz besagt: «Der alpenquerende Gütertransitverkehr von Grenze zu Grenze erfolgt auf der Schiene.» So steht es seit 14 Jahren in der Verfassung.

Sollte eine zweite Röhre realisiert werden, müsste es dazu eine Volksabstimmung geben. In der Herbstsession wird sich Bern damit befassen.

Inge Staub

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Montag in der Neuen Luzerner Zeitung und ihren Regionalausgaben.