VERKEHR: Der Gotthardtunnel geht wohl bereits 2018 zu

Die Sanierung des Gotthard-Strassentunnels wird rund zehn Jahre früher nötig als erwartet. Dies haben Untersuchungen des Bundesamts für Strassen (Astra) ergeben. Kostenpunkt: 300 bis 500 Millionen Franken.

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Der Gotthardtunnel bei Göschenen. (Archivbild Peter Appius/Neue LZ)

Der Gotthardtunnel bei Göschenen. (Archivbild Peter Appius/Neue LZ)

Auf Grund neuester Analysen und Expertenberichte muss davon ausgegangen werden, dass der Anfang 1980er-Jahre eröffnete Gotthard-Strassentunnel bereits in rund zehn Jahren saniert werden muss, wie Astra-Sprecher Thomas Rohrbach zu einem Bericht der «Berner Zeitung» (Mittwochsausgabe) bestätigte. Grund sind die elektromechanischen Systeme wie Lüftung oder Beleuchtung. Aber auch an der Betonröhre werden laut Rohrbach bis dahin Massnahmen nötig. Der ASTRA-Sprecher unterstreicht: «Der Tunnel ist sicher, wir wollen aber das Risiko eines Betriebsproblems ausschliessen.» 

Zwei Varianten in der Diskussion
Die grösste Herausforderung bei der Totalsanierung wird die Verkehrsführung während der Bauarbeiten sein. «Auf Grund unserer heutigen Einschätzung kommen wir um eine Sperrung nicht herum», sagt Rohrbach. Für das Bundesamt sind derzeit zwei Varianten denkbar. Wird die Sanierung in einem Zug durchgezogen, muss mit einer Dauer von rund einem Jahr gerechnet werden. Als zweite Möglichkeit könnten die Arbeiten dann durchgeführt werden, wenn die Passstrasse offen ist. So würden sie auf mehrere Jahre verteilt, sich aber auch auf die Reisezeit konzentrieren. Für Rohrbach ist klar, dass die Passstrasse zwar Verkehr aufzunehmen vermag, nicht aber im selben Ausmass wie der Strassentunnel.

Die Alpen-Initiative schlägt vor, den Strassentunnel im Winter ganz zu schliessen und einen Autoverlad als Alternative anzubieten, wie Geschäftsführer Alf Arnold in der Sendung «Rendez-vous» von Schweizer Radio DRS sagte. Der Verein sieht darin den Vorteil, dass es keinen Umwegverkehr über den Gotthardpass und den San Bernardino gäbe. Für den Bund ist die Schliessung im Winter zwar keine Option, doch werden Gespräche mit den SBB für Verlagerungsmöglichkeiten zwischen Göschenen und Airolo geführt. Man sei auch bereit, sich finanziell am Erhalt der bestehenden Verladerampen zu beteiligen, sagte Rohrbach. 

Zweite Röhre ist kein Thema
Am kommenden 18. August soll der Auftrag für ein so genanntes Globales Erhaltungskonzept ausgeschrieben werden, damit in rund zwei Jahren gangbare Lösungswege als Entscheidungsgrundlage vorliegen. Rohrbach rechnet mit Kosten von 300 bis 500 Millionen Franken für die Sanierung. Eine zweite Röhre sei aus politischer und rechtlicher Sicht ganz klar kein Thema.

ap