Verkehr

Mehr als 2000 Unterschriften für die Urner Kreisel-Initiative

Der Anschluss der Gotthardstrasse an den Kreisel Schächen in Schattdorf: Dies ist das Ziel der Volksinitiative «Lex Kreisel Schächen». Am Donnerstag wurden die Unterschriften übergeben. Bis zur Volksabstimmung dürfte es fast ein Jahr dauern.

Markus Zwyssig
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Von links: Iwan Deplazes überreicht Kanzleidirektor Roman Balli und Baudirektor Roger Nager eine Schachtel mit Unterschriftenbögen.

Von links: Iwan Deplazes überreicht Kanzleidirektor Roman Balli und Baudirektor Roger Nager eine Schachtel mit Unterschriftenbögen.

Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 10. Dezember 2020)

2000 Unterschriften konnten die Initianten am Donnerstag im Rathaus in Altdorf übergeben. Mit der Volksinitiative «Lex Kreisel Schächen» fordern sie eine Änderung des Strassengesetzes. Die Initianten wollen damit erreichen, dass Einmündungen und Kreuzungen im Bereich von Zu- und Ausfahrten von Kreiseln vermieden werden. Damit wollen sie erreichen, dass der Kreisel in Schattdorf anders als geplant gebaut wird.

«Die nun übergebenen Unterschriften sind von den Gemeinden geprüft worden», stellte Iwan Deplazes vom Initiativkomitee klar. Weitere rund 500 Unterschriften konnten noch nicht eingereicht werden. «So konnte Altdorf die Unterschriften noch nicht prüfen, obwohl wir diese vor rund drei Wochen bei der Gemeinde eingereicht haben.» Den Initianten war es wichtig, die Unterschriften vor der Landratsdebatte, welche kommenden Mittwoch stattfindet, einzureichen. Das Zustandekommen der Initiative dürfte kein Problem sein. Dafür sind 600 gültige Unterschriften nötig.

Trotzdem müssen sich die Initianten noch etwas gedulden. Die Zahl gültiger Unterschriften soll zwar noch in diesem Jahr ermittelt werden, sagte Kanzleidirektor Roman Balli bei der Übergabe der Unterschriften. Der Landrat dürfte aber erst vor den Sommerferien über die Initiative entscheiden. Verläuft alles nach Plan, wird die Volksabstimmung voraussichtlich im Herbst stattfinden.

Volk soll beim Kreisel Schächen mitreden können

«Wir haben befürchtet, dass es bis im Herbst nächsten Jahres dauert», sagte Deplazes. Der politische Prozess beanspruche seine Zeit. «Wir haben Interesse daran, dass wir so rasch wie möglich Klarheit haben.» Es sei wichtig, dass es nun endlich eine Abstimmung gebe. «Das Volk konnte noch nie seine Meinung abgeben zum Kreisel Schächen», so Deplazes. Das solle nun nachgeholt werden. «Einen entsprechenden Entscheid akzeptieren wir». Der Kreisel gehöre zum Unterhaltsprogramm und nicht zur eigentlichen West-Ost-Verbindungsstrasse, sagte Deplazes. Daher könne man die Situation beim Kreisel Schächen separat auflegen, ohne die WOV grundsätzlich in Frage zu stellen.

Mit den Unterschriften würden nicht nur Schattdorfer, sondern auch viele Bürgerinnen und Bürger aus anderen Gemeinden zum Ausdruck bringen, dass über die Kreiselsituation beim Schächen nochmals nachgedacht werden solle. Das Volk solle darüber abstimmen können. «Wir sind bereit zu ernsthaften Diskussionen, um nach anderen Lösungen zu suchen», so Deplazes. «Ein vieradriger Kreisel steht für zusätzliche Sicherheit und bietet Garantie, dass nicht im Dorfkern von Schattdorf mehr Verkehr entsteht.»

Baudirektor versichert, dass er Anliegen ernst nimmt

Baudirektor Roger Nager, der bei der Übergabe der Unterschriften ebenfalls anwesend war, versicherte, dass er die Anliegen der Initianten ernst nehme. Die Regierung habe klar signalisiert, in welche Richtung es gehen solle. Sie will beim Kreisel Schächen bei drei Ein- und Ausfahrten bleiben. Ein direkter Anschluss an die Gotthardstrasse wäre zwar grundsätzlich möglich, würde aber viel Land beanspruchen und nichts zur Verkehrsentlastung beitragen. Die nun eingereichte Volksinitiative mit der geforderten Änderung des Strassengesetzes werde nun geprüft. Nager versprach, weiterhin mit den Initianten in Kontakt zu bleiben, und er hofft auf eine zielführende Lösung.

Der geplante Kreisel Schächen in Schattdorf bleibt somit auf dem politischen Parkett. Mit den Plänen für einen Kreisel mit drei und nicht mit vier Ein- und Ausfahrten gab sich ein grosser Teil der Schattdorfer Bevölkerung nicht zu frieden. Am 10. März 2020 wurde dem Gemeinderat Schattdorf eine Petition mit 1750 Unterschriften übergeben. Gefordert wurde damit, dass der Gemeinderat mit dem Kanton neu verhandelt. Am 28. September wurde an der offenen Dorfgemeinde nachgedoppelt, indem dem Gemeinderat der Auftrag erteilt wurde, sich für die Petitionsanliegen einzusetzen. Zudem reichte Ruedi Cathry (FDP, Schattdorf) eine parlamentarische Empfehlung ein, welche am kommenden Mittwoch im Landrat diskutiert wird.