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VERMESSUNG: Uri wird um 3700 Quadratmeter grösser

Im Juli wird der Kanton Uri das neue Schweizer Koordinatensystem einführen. Die präziseren Messtechniken führen dazu, dass Grundstücke «wachsen».
Das neue Koordinatensystem bringt auch im Urner Talboden flächenmässige Verschiebungen. (Bild Sven Aregger)

Das neue Koordinatensystem bringt auch im Urner Talboden flächenmässige Verschiebungen. (Bild Sven Aregger)

red. Die Koordinaten der Schweiz und damit auch diejenigen im Kanton Uri sind bereits seit der Landesvermessung von 1903 (LV 03) in Gebrauch. Die damaligen Möglichkeiten sind mit der heutigen Technik nicht vergleichbar. So konnten Anfang des 20. Jahrhunderts zwar die Winkel mit relativ hoher Genauigkeit bestimmt werden, aber die Distanzmessungen waren deutlich ungenauer als heute, und auch der Massstab war zum Teil verfälscht. Heute können Koordinaten dank satellitenunterstützter Vermessung wie zum Beispiel dem Global Positioning System (GPS) über das Gebiet der gesamten Schweiz zentimetergenau bestimmt ­werden. Das Bundesamt für Landes­topografie Swisstopo entschied daher Anfang der 1990er-Jahre, eine neue Landesvermessung mit modernen und satellitengestützten Methoden durch­zuführen. Mit dieser neuen Landes­vermessung von 1995 (LV 95) wird eine hohe absolute Genauigkeit gewährleistet. Zudem können die Vorteile der Technologie des Global Navigation ­Satellite System (GNSS) und der neuen Positionierungsdienste vollumfänglich genutzt werden. Hinzu kommt, dass der Datenaustausch mit den Nachbar­ländern sowie die Datenintegration in globale Systeme und Anwendungen gewährleistet ist und vereinfacht wird.

Neue Koordinatenbezeichnungen

Der offensichtliche Unterschied zwischen den beiden Koordinatensystemen liegt in der neuen Bezeichnung der Koordinaten und des Koordinaten­ursprungs (Nullpunkt) in Bern:

  • LV 03 (bisher): y = 600 000 m (Ost); x = 200 000 m (Nord);
  • LV 95 (neu): E =2 600 000 m (Ost); N = 1 200 000 m (Nord).

Um Verwechslungen bei Koordinatenangaben zu vermeiden, wurden die neuen Koordinaten bei der E-Achse und bei der N-Achse um je eine Stelle erweitert. Dabei bleibt der Nullpunkt in Bern. Zudem werden die Koordinatenachsen neu bezeichnet: E für Ost/East, N für Nord/North.

Differenzen bis zu 85 Zentimeter

Die Einführung der neuen Koordinaten zieht aber eine Schwierigkeit mit sich: Alte und neue Daten lassen sich nicht ohne weiteres kombinieren. Je weiter ein Ort vom Nullpunkt in Bern entfernt ist, desto grösser ist die Differenz vom neuen zum alten Wert. Im Urnerland variieren die Differenzen zwischen 35 und rund 85 Zentimetern. Da sich die Änderung nicht nur auf die zusätzliche Stelle beschränkt, sondern sich die Koordinaten auch im Dezimeterbereich ändern, sind die neuen Koordinaten vor allem für Vermessungs- und Baufachleute von Bedeutung. Für Anwendungen mit hohen Genauigkeitsanforderungen wie beispielsweise Projektierungen oder Absteckungen sind deshalb die neuen Koordinaten zu verwenden. Sollte es aufgrund der Projektdauer erforderlich sein, alte Koordinaten in neue umzurechnen, sind zwingend die offiziellen Transformationsparameter anzuwenden. Dazu bietet Swisstopo ein Transformationstool als Webservice an. Keine Änderungen erfahren die Höhen.

Wechsel erfolgt per Juli 2015

Die Kantone sind gemäss Geoinformationsverordnung verpflichtet, das heutige Koordinatensystem bis spätestens Ende 2016 durch die neuen Koordinaten zu ersetzen. Im Kanton Uri ist dieser Wechsel für die Geobasisdaten Anfang Juli 2015 vorgesehen. Mit diesen Arbeiten sind die Lisag AG und das Nachführungsgeometerbüro SWR Geomatik AG beauftragt worden.

Flächenänderungen sind möglich

Mit der Transformation der amtlichen Vermessung des Kantons Uri werden die neuen Koordinaten auch für die Grenzpunkte eingeführt. Diese neuen Koordinaten haben keine Änderung der örtlichen Lage der Grenzpunkte und des Verlaufs der Grundstückgrenzen zur Folge. Die Grundstückflächen werden jedoch auf Basis der LV-95-Koordinaten neu berechnet, was bei einigen Grundstücken zu Flächenänderungen (häufig im Bereich der Rundungsdifferenzen +/– 1 m2) führen kann. Insgesamt weist der Kanton Uri danach im neuen Koordinatensystem eine um rund 3700 Quadratmeter grössere Fläche auf.

Hinweis

Weitere Informationen sind auf den Webseiten www.lisag.ch/gis-uri/neue-koordinaten-lv95.html und www.swisstopo.ch/lv95 publiziert.

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