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Verwirrung um Hotel-Tell-Pläne auf dem Urnerboden

Ein Glarner Unternehmen präsentiert rund 11,5 Millionen Franken teure und ausgereifte Umbaupläne für das Hotel Tell. Davon ist vor allem der Besitzer überrascht, der andere Ideen hat.
Raphael Zemp und Bruno Arnold
Ein Glarner Unternehmen präsentiert konkrete Pläne für das Hotel Tell. Der Besitzer wurde nicht kontaktiert. (Bild: bar (Urnerboden, 10. Oktober 2018))

Ein Glarner Unternehmen präsentiert konkrete Pläne für das Hotel Tell. Der Besitzer wurde nicht kontaktiert. (Bild: bar (Urnerboden, 10. Oktober 2018))

Seit 1899 steht das Hotel Wilhelm Tell an der Klausen-Passstrasse auf dem Urnerboden und hat in seinen bald 120 Jahren Existenz einiges erlebt. Zuletzt allerdings wenig Schönes: Das einst stattliche Hotel ist schon seit längerer Zeit geschlossen und zu einer «Lotter-Bude» verkommen, wie die «Südostschweiz am Wochenende» berichtet hat.

Damit soll nun aber schon bald Schluss sein. So sieht es zumindest Christian Jenny von der Werkwert GmbH aus Mollis GL. Dem alten Hotel werde neues Leben eingehaucht. Geplant sei ein neuer Aufbau auf den bestehenden Naturstein-Mauern sowie ein Neubau anstelle des bisherigen, benachbarten Postgebäudes. Ein weiterer, eingeschossiger Betonneubau werde schliesslich diese beiden Gebäude verbinden und den Ess- und Wellnessbereich beherbergen, liess es er sich in der «Südostschweiz» vernehmen. Das ganze Bauvorhaben auf dem Urnerboden werde auf einer Fläche von rund 2000 Quadratmetern realisiert und richte sich primär an Naturliebhaber und Durchreisende.

Klarer Terminplan und überraschter Besitzer

Jenny hat bereits auch einen konkreten Zeitplan: Baueingabe im Oktober 2019, Baubeginn im April 2020 und Eröffnung im Oktober 2021. Als Kostenrahmen für das geplante Projekt nennt die «Südostschweiz» eine Summe von fast 11,5 Millionen Franken. «Unser Projekt ist realistisch», wird Jenny zitiert. Mehrere Investoren hätten bereits ihr Interesse bekundet.

«Unbeholfener Versuch», um Investoren zu ködern

So überzeugend diese Pläne im ersten Augenblick klingen mögen, so überrascht ist François Bernath, als ihn unsere Zeitung mit den Ideen konfrontiert. Dabei ist Bernath nicht irgendjemand, sondern kein Geringerer als der Verwaltungsratspräsident der Siesta-Immobilien in Rüschlikon, dem das Hotel und das Postgebäude gehören. Er sei weder vom Planungsunternehmen noch vom Journalisten der «Südostschweiz» kontaktiert worden. «Es handelt sich wohl um einen Versuch, Investoren für dieses Anliegen zu gewinnen», vermutet der Besitzer.

Dass die Pläne der «initiativen Glarner» (Wortlaut «Südostschweiz») tatsächlich umgesetzt werden, ist sehr unwahrscheinlich. Zumal Bernath sagt: «Hier oben ein Hotel zu bauen und zu betreiben und dazu noch diese Investitionssumme in die Hand zu nehmen, das rechnet sich schlicht nicht.»

Pläne habe es für den «Spezialfall Urnerboden» schon viele gegeben, so Bernath. Aber tatsächlich laufe im Moment etwas. Was genau, will er nicht verraten. Nur so viel: «Involviert sind nicht Glarner, sondern Urner.»

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