Viehmarkt lockte zahlreiche
Besucher auf den Urnerboden

Zahlreiche Marktbesucher, anständige Viehpreise und ein Besuch des Urner Regierungsrats: Der Vieh- und Warenmarkt auf dem Urnerboden war wiederum ein Erfolg.

Paul Gwerder
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Mehr als 20 Rinder warteten auf dem Urnerboden auf einen Käufer. (Bild: Paul Gwerder, 3. September 2018)

Mehr als 20 Rinder warteten auf dem Urnerboden auf einen Käufer. (Bild: Paul Gwerder, 3. September 2018)

Der Urnerboden weiss zu begeistern: Obwohl die Temperaturen am gestrigen Vormittag kaum über die 10-Grad-Marke schritten und Nebelschleier bis ins Dorf zogen, kamen weit über 500 Menschen an den 18. traditionellen Vieh- und Warenmarkt.

Über zwei Dutzend Rinder und Kühe wurden zum Verkauf angeboten. «Die Zahl der anwesenden Tiere ist eher über dem langjährigen Schnitt», weiss OK-Mitglied Christian Arnold. Er selber bot drei Kühe zum Verkauf an. Die Händler zeigten sich anfänglich noch etwas zurückhaltend. Der heisse Sommer führte dazu, dass insbesondere die Flachländer zu wenig Heu für den Winter haben und deshalb weniger Tiere kaufen. Dafür wird die Nachfrage im Frühling wieder stark ansteigen.

Die Kaufstimmung blieb eher gedämpft

Einer der Händler auf dem Urnerboden war der Entlebucher Anton Vogel, der mit seiner Lehrtochter Julia Stettler am Viehmarkt anzutreffen war. «Ich suche hier Braunvieh, das sind robuste, stämmige Kühe, die uns Bauern sowohl Milch als auch Fleisch liefern – die sogenannte Doppelnutzungsrasse.»

Seine Lehrtochter wusste sehr genau, worauf es bei einem Tier ankommt: «Diese Kuh hat einen wunderbaren Körperbau, ein fast perfektes Fundament und auch die Klauen und das Euter sind in Ordnung. Ich würde das Tier sofort kaufen», sagte die junge, fachkundige Frau zu ihrem Chef. Dieser folgte umgehend ihrem Rat. Nach dem erfolgreichen Handel zeigten sich sowohl der Verkäufer als auch der neue Besitzer zufrieden. Die Kaufstimmung war grundsätzlich eher gedämpft, was sich auch auf die Preise auswirkte. Für Qualitätstiere konnten schliesslich doch noch angemessene Preise erzielt werden.

Ein prächtiger Sommer auf der Alp im Schächental

«Der einheimische Alpkäse ist bei der Kundschaft weiterhin sehr begehrt», erklärte Daniel Arnold, der mit 16 Kühen im Sommer auf der Alp Bödmeren lebt. Er verkaufte an seinem Stand nebst den beliebten kleinen «Mutschli» auch die grossen Käse. «Ich hatte dieses Jahr einen prächtigen Sommer auf der Alp, denn wir blieben im Schächental von grosser Trockenheit verschont und auch Wasser hatten wir immer genügend», so der junge Älpler.

Einer der Marktbesucher war der pensionierte Lehrer Norbert Kiechler aus Immensee, der mit einem befreundeten Ehepaar aus Altdorf auf den Urnerboden kam. «Ich wollte schon immer gerne einmal hierherkommen und den Alpkäse direkt beim Produzenten kaufen, das ist mir dann auch gelungen», sagte der ehemalige Lehrer, der auch schon an der Spiringer Schule als Aushilfskraft gearbeitet hatte.

Die Urner Regierung traf ihre Glarner Kollegen

An anderen Ständen wurden Produkte aus Urner Wolle, Riemenstickereien, Bergschuhe und Motorsägen angeboten. Auch das beliebte Magenbrot und die Tombola durften nicht fehlen. Sogar der Urner Regierungsrat traf gegen Mittag auf dem Urnerboden ein. Nicht nur wegen des Marktes, sondern weil auch das traditionelle Treffen mit der Glarner Regierung stattfand.

In der Festwirtschaft, in der rund 300 Personen Platz fanden, war um die Mittagszeit kein Platz mehr frei und der OK-Präsident Reto Arnold hatte in der Küche alle Hände voll zu tun: «Ich bin mit dem heutigen Tag sehr zufrieden, insbesondere mit der Festwirtschaft. Auch vom Viehmarkt bekam ich bis jetzt nur positive Rückmeldungen». Am Abend folgte der «Vrenä-Chilbi» mit Tanz und Unterhaltung mit der Kapelle «Echo vom Gitschä».